Dein Weg zum neuen Auto
Unser spanischer Kollege Mario Garcés konnte den neuen Skoda Epiq Probe fahren und teilt hier seine Eindrücke mit den Stärken und Schwächen des kleinsten Elektroautos der Marke.
Wenn man Mario mit verbundenen Augen hinter das Steuer setzen und ihm sagen würde, er fährt einen Skoda Elroq, dann würde er das ohne zu zögern glauben. Das ist der erste Eindruck, den der neue Skoda Epiq bei ihm hinterlassen hat. Gar nicht mal so schlecht für das kleinste und günstigste Elektroauto der tschechischen Marke. die damit für Sparfüchse ein Elektroauto zum Verbrennerpreis anbietet. Die leistungsstärkste Einstiegsversion ist zwar nicht das beste Beispiel dafür, aber sie ist auf dem richtigen Weg. Mario hat das Auto einige Stunden lang in Österreich getestet und hier sind seine Eindrücke.

Das Wesentliche zum Epiq: Was er ist und wie viel er kostet
Der Epiq ist das kleinste Modell der rein elektrischen Baureihe von Skoda, gebaut auf der neuen MEB+-Plattform des Volkswagen-Konzerns, mit Frontantrieb. Er ist 4,17 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,58 Meter hoch, bei einem Radstand von 2,60 Metern.
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Derzeit wird das Modell mit der mittleren (40 kWh) und der größeren Batterie (55 kWh) angeboten, das kleinste Einstiegsmodell Skoda Epiq 35 ist noch nicht bestellbar. Damit kommst du bis zu 327 bzw. 441 Kilometer weit und lädst in rund 24 Minuten von 10 auf 80 %. Hier sind die offiziellen Listenpreise:
- Skoda Epiq 40 ab 27.900 €
- Skoda Epiq 55 ab 32.100 €
Das Einstiegsmodell Skoda Epiq 35 soll dann 25.900 € kosten und ist damit sogar günstiger als sein Verbrenner-Gegenstück, der Skoda Kamiq, der ab 26.670 € startet.
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Wie schneidet er im Vergleich zu chinesischen Konkurrenten ab?
Der Epiq konkurriert keineswegs nur mit anderen Skoda-Modellen. In seinem Segment gibt es zwei sehr direkte und sehr neue Konkurrenten: den Leapmotor B03X und den BYD Atto 2.
Der Skoda ist der kompakteste der drei Modelle. Der B03X misst 4,27 x 1,81 x 1,64 Meter und bietet 177 oder 197 PS, mit Batterien in den Größen 39,8 oder 53 kWh und Reichweiten von 292 und 382 km nach WLTP. Der Atto 2 ist mit 4,31 x 1,83 x 1,68 Metern der größte, leistet 177 PS und erreicht mit seiner 45,1-kWh-Batterie eine Reichweite von 312 km nach WLTP.
Das heißt: Der Epiq nimmt auf dem Parkplatz am wenigsten Platz ein und bietet in seiner leistungsstärksten Version die größte Reichweite der drei Modelle.
Innenraum: Durchdacht, wenn auch mit etwas zu viel Plastik
Der Innenraum folgt der neuen Designsprache „Modern Solid“ der Marke, mit einer übersichtlichen Anordnung und einem 13-Zoll-Display mit Android-basiertem System. Es ist zudem der erste Serien-Skoda, der vollständig auf Materialien tierischen Ursprungs verzichtet: Leder wird durch Techtona ersetzt, und die gesamte Polsterung besteht aus recyceltem Polyester.

In der Praxis sind die Passformen in Ordnung, aber es gibt mehr Hartplastik, als es Mario lieb ist, und zwar in Bereichen, in denen günstigere Autos – wie zum Beispiel der B03X – weiche Oberflächen verwenden. Das ist ein Detail, das die Atmosphäre im Interieur etwas mindert und nicht gerade dazu beiträgt, den Aufpreis gegenüber den Konkurrenten zu rechtfertigen.
Die Rücksitze hingegen sind eine klare Stärke: viel Beinfreiheit, ausreichende Breite für zwei Erwachsene und eine großzügige Kopffreiheit, da die Karosserie keinerlei Kompromisse zugunsten einer Coupé-Form eingeht. Ganz typisch Skoda in seiner Alltagstauglichkeit also.
Der Kofferraum – einer der geräumigsten in diesem Segment
Mit 475 Litern gehört der Kofferraum des Epiq zu den größten seiner Klasse: Er übertrifft die 400 Liter des BYD Atto 2 und liegt auf dem Niveau des Leapmotor B03X. Hinzu kommen ein 25 Liter fassender Frunk sowie mehr als 28 Liter Stauraum, verteilt auf Türfächer, Armlehnen und das Handschuhfach.
Und es geht nicht nur um die Zahlen: Der Platz wird wirklich gut ausgenutzt, ohne ungenutzte Lücken – etwas, das bei Elektroautos dieser Größe nicht immer der Fall ist.

Wie fährt sich der Skoda Epiq?
Am Steuer vermittelt der Epiq ein solides Fahrgefühl, das für die neueren Elektroautos der Volkswagen-Gruppe so charakteristisch ist: festes Fahrgefühl, gute Geräuschdämmung und gute Dämpfung von Unebenheiten.
Die Beschleunigung bei der von Mario gefahrenen 210 PS-Variante des Epiq ist für den Alltag mehr als ausreichend und ermöglicht flinke Überholmanöver auch bei wenig Platz. Die Bremse hat jedoch das für die Marke typische Bremsgefühl: Zu Beginn des Pedalwegs fühlt sich das Pedal etwas träge an, als würde man auf ein Kissen treten, bis man sich daran gewöhnt hat. Die Lenkung ist leichtgängig und wirkt etwas losgelöst von der Fahrbahn – besser als die des B03X, deutlich besser als die des Atto 2, aber nichts, was besonders hervorsticht.
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Die Klimaanlage erschien Mario selbst für den Tag mit milden Temperaturen in Österreich etwas zu schwach. Der Verbrauch hingegen gehört zu den größten Stärken des Autos: durchschnittlich 13,6 kWh/100 km auf Landstraßen, ohne Anzeichen eines Anstiegs, selbst wenn man das Gaspedal mal länger durchdrückt.
Fazit: Langweilig aber vernünftig und einfach praktisch
Der Skoda Epiq ist ein sehr vernünftiges Auto, gut verarbeitet und gut ausgestattet, ohne in Extravaganzen zu verfallen. Er stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber der vorherigen Generation der Elektrofahrzeuge der Volkswagen-Gruppe dar und liegt in puncto Größe und Reichweite vor seinen chinesischen Konkurrenten. Es gibt zwar noch etwas zu viel Hartplastik, um seine Preisposition vollständig zu rechtfertigen, aber als erster Eindruck macht er deutlich, dass Skoda bei seinem Einstiegs-Elektroauto seine Hausaufgaben gut gemacht hat. Das Setzen auf Altbewährtes wirkt zwar etwas langweilig, aber aufregend und temperamentvoll will der Epiq auch gar nicht sein. Er ist eben eine “clevere” Vernunftsentscheidung für den Alltag.
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Originalartikel von: Mario Garcés
Übersetzt und angepasst von: Patrik Chen