Nissan 370Z Test

Fahrspaß-Coupé vom alten Schlag

6/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Starkes Design
  • Sehr gute Fahrleistungen
  • Fairer Preis
  • Hoher Verbrauch
  • Strammes Abrollen
  • Kompakter Kofferraum

34.730 € - 47.480 € Preisklasse

2 Sitze

10,5 - 12,5 l/100km

Test

Nissans Fairlady Z-Baureihe hat über ein halbes Jahrhundert Tradition. 1969 startete sie mit dem Fairlady 260Z. Mit fünf Ahnen, die heute Klassiker sind, teilt der 370Z das Konzept eines leistungsstarken Sportwagens, der nicht überteuer ist, weil er in Großserie gefertigt und nicht aus den teuersten Teilen zusammengesetzt wird.

Deshalb passt das puristisch gestylte, im ersten Moment etwas veraltet und grau wirkende Cockpit historisch gesehen zu dem, was ein 370Z sein soll – ein erschwinglicher Sportwagen.

Das Layout des 370Z, der als Coupé, Cabrio und als leistungsstärkerer Nismo angeboten wird, ist das eines klassischen Sportwagens. Der Motor sitzt vorne und der Antrieb hinten. Der tief hinter der Vorderachse positionierte V6-Motor sorgt für einen sportlich-niedrigen Schwerpunkt. Dadurch liegt der Nissan 370Z satt und wie ein Brett auf der Straße.

Die durch den Heckantrieb frei von Antriebseinflüssen arbeitende Lenkung arbeitet präzise und leichtgängig. Schnelle Kurven durcheilt der Nissan 370Z wie auf Schienen. Man muss allerdings bei Nässe aufpassen, dass er kein Nebengleis aufmacht und hinten ausbricht. Hat der Fahrer den Heckantrieb im Griff, lenkt der Gasfuß, protegiert vom Sperrdifferenzial und der Traktionskontrolle, angeregt – old style – mit.

Dann ist im Cockpit des Nissan 370Z echte Handarbeit angesagt. Und dafür ist er standesgemäß eingerichtet. Die klassischen Zeigerinstrumente rücken, wie im Sportwagen guter Ton, den Drehzahlmesser in den Mittelpunkt. Die Bedienung vieler Tasten ums kompakte Lenkrad und unterhalb des zentralen Bildschirms gelingt nach etwas Eingewöhnung gut.

Die sportiv-tief eingebauten Sportsitze bieten genug Seitenhalt und selbst mit 1,90 Meter sitzt man im 1,33 Meter tiefen Sportcoupé von Nissan gut. Auch aus praktischer Perspektive ist der 370Z ein echter Sportwagen. Die maximale Zuladung ist sehr gering. Der Kofferraum fällt mit 235 Liter Volumen kompakt aus (im Cabrio sind es sogar nur 140 Liter). Das Handschuhfach ebenso. Auf der Mittelkonsole findet sich ein Ablagefach unterhalb des Ellbogens und hinter dem Beifahrersitz ein Fach für die Bordmappe. Das war‘s mit Ablegen.

2017 verpasste Nissan dem 370Z wohl das letzte Facelift seiner schon seit 2008 währenden Laufbahn, anlässlich dessen er ein paar neue Farben und Felgen erhielt. Die wichtigste Neuerung war wohl die neue Kupplung, die bei den Vorgängern oft Probleme bereitete, weil der kraftvolle Antrieb sie unter Stress setzte.

Der 328 PS starke Motor macht den Nissan Z370 zum echten Sportwagen. Über die Stärken und Schwächen und den Ausstattungsumfang des Nissan Z370 informiert Sie diese Kaufberatung.

Technische Daten

Länge 4,25 Meter
Breite 1,85 Meter
Höhe 1,31 Meter
Kofferraumvolumen 235 Liter
Türen 2
Leergewicht 1.571 bis 1.615 Kilogramm
Zuladung 187 bis 229 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.800 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst -/-

Das Datenblatt lockt: ein 3,7-Liter-V6-Benzinmotor mit 328 PS Leistung. Aber das Papier erzählt dem, der es zu lesen weiß, auch etwas vom Charakter dieses Saugmotors.

Die Benziner

Das maximale Drehmoment von 363 Newtonmeter ist erst bei späten 5.200 Umdrehungen produziert und die maximale Leistung schon kurz danach bei 7.000 Umdrehungen. Im Klartext heißt das, dieser Motor will gedreht werden.

Das erinnert an Sportwagen von früher. Und dann geht es zünftig zur Sache. Der V6 dreht sportlich-kernig hoch. Dann beschleunigt er die 1,6 Tonnen in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und weiter bis 250 km/h.

Der Verbrauch ist schwer von gestern. Schon im Durchschnittsverbrauch genehmigt sich der Z370 üppige 12,5 Liter/100 km (Werksangabe). Bei forcierter Gangart sind aber 14 bis 15 Liter Super drin. Da verwundert es wenig, dass der 370Z über einen mit 72 Liter sehr großen Tank verfügt.

Unerwarteter Weise ist der Verbrauch niedriger mit der 7-Gang-Automatik, die sich gut für das gemütliche Cruisen eignet und an den Schaltwippen trotzdem die Gänge schön hart und schnell wechselt. Im Test sind es im Schnitt 12,7 Liter Super. Allerdings treibt die Automatik den Preis des Z370 über 2.000 Euro nach oben – Geschmacksache in einem Klassiker, der eigentlich ein Handschaltgetriebe verdient.

370 Z Coupe 370 Z Nismo
Hubraum [ccm] 3.696 3.696
Leistung [PS] 328 344
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe/ 7-Gang-Automatik 6-Gang-Schaltgetriebe
0-100 km/h [s] |
Höchstgeschwindigkeit [km/h]
5,3 (5,6) | 250 5,2 |250
Kraftstoff Benzin Benzin

An Ausstattung bietet schon das Basismodell eine gute Portion zum fairen Listenpreis von unter 35.000 Euro. Das Topmodell 370Z Nismo, das mit 344 statt 328 PS kaum rasanter performt, lässt sich Nissan dagegen sehr gut bezahlen.

370Z

Die Komfortausstattung kommt im Basismodell mit der Klimaautomatik, den 4-fach elektrisch einstellbaren Sportsitzen mit schwarzem Stoffbezug, dem Lederlenkrad, dem schlüssellosen Startsystem, den elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln und dem Regensensor nicht zu kurz. Und auch die Optik nicht mit den 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und den rot lackierten Bremssätteln.

Am Infotainment und der Sicherheitsausstattung bemerkt man aber doch ein wenig, dass der 370Z schon einige Jahre Produktionszeit auf dem schönen Buckel hat. Das Infotainment des Einstiegs-Z370 beschränkt sich auf ein CD-Radio mit vier Lautsprechern, AUX-Anschluss, Bluetooth-Schnittstelle, Freisprecheinrichtung, Lenkradfernbedienung und Bordcomputer.

Die Bi-Xenon-Hauptscheinwerfer mit Fahrlichtautomatik leuchten die Straße vor dem Z370 hell aus, aber viel mehr als das ESP mit Traktionskontrolle, den Berganfahr- und Bremsassistenten hat der Z370 an Fahrassistenz nicht mit dabei – einem klassischen Heckantriebssportler kann man das aber verzeihen.

370Z Pack

Hier gewinnt nicht nur der Komfort hinzu mit dem Tempomat, der zweistufigen Sitzheizung und der zum Sportwagen besser passenden schwarzen Teillederausstattung, sondern auch das Audiosystem (von Bose) mit sechs Lautsprechern und zwei Subwoofern. Der Heckscheibenwischer und das Reifenreparaturset statt des Reserverads gehören ebenfalls zu dieser Z370 Version.

370Z Nismo

Der Nismo verfügt serienmäßig über ein Navigationssystem und trumpft bei der Sportausstattung auf mit den in schwarz-rot gehaltenen Recaro Schalensitzen, den 19-Zoll-Rädern, dem Sportauspuff und expressiven Karosserieanbauteilen. Das hat einen Preis, der saftige 12.750 Euro über dem des 370Z Basismodell liegt – mit dem man sich schon sehr gut zufrieden geben kann, wenn ein 370Z auf dem Wunschzettel steht.

Zusammenfassung

Der Nissan 370Z fährt sich wie ein Sportwagen von gestern, benötigt Drehzahl, um auf Touren zu kommen, tönt kernig, säuft und rollt mit harter Sohle ab. Seine fahrdynamischen Qualitäten wissen zu überzeugen, sein Design wirkt zeitlos. Das macht den 370Z schon heute, und da steht er gut in der Tradition der ersten Z-Modelle, zum Klassiker von morgen.

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