MG IM5 Testbericht
Der MG IM5 wandelt wie sein SUV-Pendant IM6 auf den Spuren von Tesla. Mit großzügiger Ausstattung, 7 Jahren Garantie, bis zu 553 kW (752 PS) Leistung und schneller 800-Volt-Ladetechnik.
Was gut ist
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Unser Fazit zum MG IM5
Der Markenname IM („Intelligence in Motion“), unter dem die Limousine in China verkauft wird, verspricht mehr Luxus und Innovation als in einem MG3 oder MG4. Und er hält das Versprechen. Der 4,93 Meter lange IM5 wandelt wie sein SUV-Pendant IM6 auf den Spuren von Tesla. Mit großzügig Ausstattung, schneller 800-Volt-Ladetechnik und sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Im Innen- und Kofferraum wird, bis auf Einschränkungen bei der Fußfreiheit hinten und im Gepäckraumvolumen (457 bis 1.290 Liter), reichlich Platz geboten. Man genießt gediegene Ruhe und den Luxus einer reichen Ausstattung und eines modernen Infotainments. In Copy-and-Paste-Manier gleicht das Armaturenbrett weitgehend dem des SUVs IM6 mit durchgehender 26,3-Zoll-Anzeigefläche. Deren Format ist für YouTube und TikTok allerdings so suboptimal wie das zu tief zwischen den Vordersitzen eingebaute 10,5-Zoll-Display und die Schalterlosigkeit für die Bedienqualität.
Die Verarbeitungsqualität ist so hoch wie das Sicherheitsniveau. Der IM5 schnitt im Euro NCAP Crashtest exzellent ab. So sind auch die Fahrleistungen in der stärksten der drei Motor-Batterie-Varianten.
Im IM5 Standard mit 217 kW (295 PS) Leistung, 75-kWh-Batterie und 400-Volt-Ladearchitektur steigt man am günstigsten ein. Mit der 100-kWh-Batterie und dem 800-Volt-Ladesystem, welches das Laden von 10 auf 80 % von 26 auf 17 Minuten verkürzt, kommt man im 295 kW (402 PS) starken Long Range am weitesten mit 655 km Reichweite. Aber kein Motor kommt an das 553 kW (752 PS) starke Motorenduo heran, das den IM5 Performance in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und 267 km/h laufen lässt.
Modernste Ladetechnik, eine serienmäßige Allradlenkung und sieben Jahren Garantie bietet nicht jeder im Konkurrenzumfeld, in dem der MG IM5 mit einem Tesla Model 3, BYD Seal, Polestar 2 und BMW i4 konkurriert. Wem die Gepäckabteilung zu kompakt ist, erhält mit dem IM6 mit fast gleicher Technik eine SUV-Alternative unter dem Markennamen IM.
Wie viel kostet der MG IM5?
Der MG IM5 liefert viel Platz, Ausstattung und Gegenwert fürs Geld. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der chinesischen Limousine ist attraktiv. Die Betriebskosten liegen im Vergleich zum Verbrenner auf einem niedrigeren Niveau. Der Wertverlust dürfte nach einigen Jahren der Nutzung etwa auf dem Niveau anderer Elektrofahrzeuge dieser Kategorie und Preisklasse liegen.
MG IM5: Reichweite und Ladedauer
Von den drei Motorisierungen setzen zwei auf eine große Batterie und eine auf eine kleinere Batterie. Im Gegensatz zum SUV-Pendant MG IM6, das nur mit der 100-kWh-Batterie ausgeliefert wird, tritt der IM5 auch mit einer 75-kWh-Batterie an. Mit einem entscheidenden Unterschied beim Aufladen.
Standard: 400-Volt-Architektur
Im IM5-Basismodell Standard sorgt eine „LFP“-Batterie für die Stromversorgung (LFP steht für: Lithium-Eisen-Phosphat), aber ein 400-Volt-System fürs Aufladen. Nach 490 km stehe ich wieder an der Ladesäule. Mit maximal 153 kW Ladeleistung für 26 Minuten, um von 10 auf 80 % zu laden. Oder sieben Stunden mit Wechselstrom am AC-Lader. Das geht ok, aber es geht noch besser.
Long Range & Performance: Schneller mit 800 Volt
Im IM5 Long Range und Performance mit 100 kWh Batteriekapazität dauert es mit neun Stunden zwar länger am AC-Lader, aber am DC-Lader geht’s viel flotter. Mit dem 800-Volt-System und bis zu starken 396 kW Ladeleistung ist die Batterie nach nur 17 Minuten Ladedauer wieder zu 80 % fit. Und mit einer Batterieladung geht es weiter. Der IM5 Performance erreicht bis zu 575, der Long Range bis zu 655 km Reichweite. Ein im Konkurrenzvergleich sehr akzeptabler Wert. Zieht man von allen im WLTP-Zyklus ermittelten Werten etwa 20, 25 % ab, landet man bei Realreichweite.
Leistung und Fahrkomfort
Drei Motorvarianten treiben den MG IM5 an, der sich mit dem in China verkauften Audi E5 die Plattform teilt. Die Leistung gelangt im IM5 Standard und Long Range über die Hinterräder auf die Straße und im IM5 Performance über alle vier Viere.
Guter Standard
Der Motor produziert im Standard 217 kW (295 PS) Leistung und 450 Newtonmeter Drehmoment. Das genügt für flottes Vorankommen und standesgemäße Beschleunigung. In 6,8 Sekunden habe ich die 2,2 Tonnen Gewicht von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h geht’s über die Autobahn.
Long Range: Stärker, flotter, weiter
Im Long Range geht’s noch flotter und weiter. Das Drehmoment wächst nur müde auf 500 Nm, aber 295 kW (402 PS) Systemleistung sorgen für Wucht. In 4,9 Sekunden ist Tempo 100 genommen. Mit 220 km/h erreicht man die versprochene Reichweite von 655 km garantiert nicht, aber im Alltag mehr Reichweite als mit der kleineren Batterie des Standard.
Goldstandard: Performance
Dem Motor des Long Range assistiert im Performance ein weiterer Motor an der Vorderachse mit 300 kW (408 PS) Leistung. Mit 553 kW (752 PS) Gesamtleistung und bulligen 802 Nm Drehmoment zwille ich die 2,3 Tonnen in 3,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Mit bis zu 239 km/h (19-Zoll-Bereifung) oder 267 km/h (20-Zoll-Bereifung) schnellt der MG über die Autobahn. Der IM5 Performance repräsentiert den Goldstandard der Baureihe.
Highlight Allradlenkung
Ultimativ sportlich ist auch das Topmodell nicht. Die Lenkung arbeitet für sportliches Fahren zu indirekt, auch wenn sie das Handling durch die mitlenkenden Hinterräder beträchtlich verbessert. Die Bremsanlage greift gut, lässt sich aber mäßig dosieren. Im Sportmodus, der neben dem Komfort-, Eco- und Custom-Modus zu wählen ist, kommt am meisten Fahrfreude auf. Beim Fahren sorgt die sehr gelungene Geräuschdämmung für Entspannung.
Welcher Motor ist der richtige?
Der Einstieg im Standard ist am preiswertesten, ohne dass es an Leistung mangelt. Die lebendigere Performance bietet der Long Range, ohne an den Performance heranzureichen. Der bietet für einen vertretbaren Aufpreis nicht das Fahrverhalten, aber Fahrleistungen auf Sportwagenniveau.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Es ist wie im Tesla Model 3 und Model Y, denen MG IM5 und IM6 von der Grundform äußerlich ähneln: Ob man sich für die Limousine oder das SUV entscheidet, ist vor allem eine Frage der eigenen Platzwünsche.
Höhenunterschied
Die Länge ist fast identisch. Der IM5 misst 4,93 Meter, der IM6 4,90 Meter. Den langen Radstand von 2,95 Meter teilen sich beide Modelle. Mit 1,96 statt 1,99 Meter Breite wird in der Limousine nur ein Hauch weniger Schulterfreiheit geboten. Nur der Höhenunterschied, der sich aus 1,47 statt 1,67 Meter Höhe ergibt, macht sich in der Limousine auf den fünf Sitzplätzen bemerkbar.
So luftig wie im SUV sitzt man nicht, auch wenn sich das Glasdach über die Köpfe spannt. Trotzdem herrscht reichlich Platz auf der Sitzbank, an deren äußeren Plätzen sich zwei Kindersitze isofixen lassen.
In der Tiefe des Fußraums
Den Unterschied zum SUV spürt man mit dicken Stiefeln. Wenn bei 20 Zentimeter Höhenunterschied die selbe Batterie im Fahrzeugboden unterkommt wie im IM6, spüre ich das in der Tiefe des Fußraums am Platz, der zwischen dem Fahrzeugboden und Vordersitz noch für meine Stiefel bleibt – weniger als im SUV.
Die Sitzposition auf dem 12-fach elektrisch verstellbaren Fahrersitz (Beifahrerseite: sechs Verstellwege) ist gut. Schön beim Ausstieg: Der zurückfahrende Sitz erleichtert den Ausstieg. Üppig Seitenhalt wird allerdings nicht geboten. Wie die Lenkung und das Fahrwerk sind auch die Sessel eher komfortabel als sportlich konstruiert.
Ablagen und Kofferraum
Auf der Ablage unter der Mittelkonsole kann ich was ablegen, aber ich erreiche sie schwer. Der Kofferraum erweist sich ebenfalls nicht als das ultimative Stauabteil. Bei 4,93 Meter Länge erwartet man mehr als 457 bis 1.290 Liter Kofferraumkapazität. Im erheblich kürzeren Tesla Model 3 kommt mit 594 Liter mehr unter. Im Polestar 2 mit 405 bis 1.095 Liter zwar weniger Gepäck, aber der ist noch ein Stück kürzer. Im fast gleich langen MG SUV IM6 liegt das Kofferraumvolumen bei 665 bis 1.640 Liter.
Für wen ist der MG IM5 geeignet?
Es ist eine Frage der Platzwünsche. Wie bei Tesla. Die Limousine MG IM5 überzeugt mit ihrem Platzangebot im Innenraum. Für wenn es dort und im Gepäckraum noch luftiger zugehen soll, für den heißt die logische Alternative vielleicht IM6.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Die 2-Buchstaben-Nobelmarke IM („Intelligence in Motion“) von SAIC Motor („Shanghai Automotive Industry Corporation“) setzt sich von anderen MG-Modellen wie dem MG3, MG4 oder S5 EV im Innenraum ab. Die Verarbeitungsqualität ist vergleichbar, aber vom Design und atmosphärisch machen der Innenraum und die Innenausstattung mehr her.
Bedientiefe neu definiert
In Copy-and-Paste-Manier gleicht das Armaturenbrett weitgehend dem des SUVs IM6. Über das Armaturenbrett erstreckt sich eine durchgehende digitale Anzeigefläche vom Fahrerplatz bis hinüber zur Mittelkonsole. Auf der definiert sich Bedientiefe neu: Der 10,5-Zoll-Bildschirm, über den das meiste der Bedienung geschieht, sitzt zu tief. Das Einstellen von Klimaanlage und anderen Funktionen lenkt den Blick von der Fahrbahn weg – suboptimal.
26,3 Zoll Breitseite
Positiv: Das eindrucksvolle 26,3-Zoll-Display vor der Nase lässt sich an meine Bedürfnisse anpassen, zeigt gestochen scharf und kontraststark an und reagiert schnell auf Befehle. Im Cockpit und im Interieur verzichtet der IM5 weitgehend auf Schalter. Weniger ist hier aber nicht mehr.
Gebt mir Schalter!
Die Bedienqualität leidet darunter. Die Bedienung geschieht oft suchender und langsamer als auf dem direkten Weg über die Schalter. Gebt mir die Schalter zurück! Einige Hersteller, darunter VW beim ID.3-Facelift, haben es schon begriffen.
Infotainment up to date
Die Navi arbeitet schnell und mit Verkehrsinfos in Echtzeit. Das Smartphone, das kabelfrei über Apple CarPlay oder Android Auto ins Infotainment eingebunden wird, lädt gekühlt in der Ladeschale mit schnellen 50 Watt. Das Infotainmentsystem serviert mir (auf dem dafür etwas ungünstig geschnittenen Bildschirm) auch YouTube und TikTok. Das Infotainment des MG IM5 ist up to date.
Zweite Reihe
In der zweiten Reihe der Limousine beschränkt sich der Kontakt zum Infotainment auf einen einzigen USB-C-Anschluss an der Rückseite der Mittelkonsole. Auch hier genießt man die Sitzheizung, aber nicht wie vorne die Sitzbelüftung.
Großzügig Ausstattung
Die Ausstattung ist großzügig. Für guten Sound sorgt ein Soundsystem mit 20 Lautsprechern, für betörende Ruhe das Noise-Cancelling-System und für ordentliche Ladung im Laptop- oder E-Bike-Akku die Vehicle-to-Load-Funktion („V2L“).
Sicherheit und Assistenzsysteme
Die zahlreich vertretenen Assistenzsysteme und die Karosseriestruktur sorgen für hohe Sicherheit. Die Sicherheitssysteme arbeiten überzeugender als in frühen MG-Modellen.
Schweißperlen sparend
Im IM5 sind nicht nur der Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Assistent, Frontkollisionswarner, Notbremsassistent und Parkassistent inklusive, sondern auch ein Rückfahrassistent. Der merkt sich die letzten 100 Meter der Strecke und fährt das Fahrzeug auf dem gleichen Weg zurück. Das kann einige Schweißperlen beim Zurückstoßen aus einer engen Sackgasse bei Dunkelheit sparen.
Tadellos im Euro NCAP
Wegen der sehr guten Ausstattung mit Assistenzsystemen glänzte der MG IM5 Im Euro NCAP Crashtest in der Assistenzwertung mit 87 %. Im Insassenschutz von Erwachsenen und Kindern fuhr er 89 und 85 % ein. Im Fußgängerschutz wurde die Limousine ebenfalls mit 85 % bewertet. Gesamtergebnis: sehr gute fünf Sterne im wichtigsten europäischen Sicherheitstest.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Der MG IM5 hinterließ im Test bei der Verarbeitung einen soliden Eindruck. Nichts klapperte im Innenraum. Wie es um die Qualität der in China schon länger produzierten, in Europa erst 2025 präsentierten Limousine steht, wird sich in Zukunft zeigen, wenn sich der IM5 in Kundenhand zu bewähren hat.
Garantiesicherheit
Die lange Garantie offenbart, wie viel Vertrauen der Hersteller ins eigene Produkt setzt. MG liefert nach dem Kauf sieben Jahren Garantie bis zu einer Fahrleistung von 150.000 km und viel Garantiesicherheit mit.