Veraltetes oder altbewährtes Familien-SUV – Wir sind den Mazda CX-5 gefahren

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SUVs gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Fast jeder Hersteller hat mindestens einen kompakten Familien-SUV im Angebot – viele davon mit riesigen Bildschirmen, Plug-in-Hybrid oder Elektroantrieb. Mazda geht beim neuen CX-5 bewusst einen anderen Weg. Statt immer mehr Technik um ihrer selbst willen gibt es ein klassisches SUV mit einem einzigen Benzinmotor, viel Platz und einem hochwertig wirkenden Innenraum.

Die spannende Frage lautet deshalb: Reicht das heute noch aus, um zu den besten Familienautos seiner Preisklasse zu gehören? Nach den ersten Fahreindrücken lautet die Antwort: Ja – allerdings nicht ohne Einschränkungen.

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Zeitloses Design statt Design-Experiment

Mazda war nie eine Marke, die jedem Trend hinterherläuft. Das zeigt sich auch beim neuen CX-5. Die dritte Generation entwickelt das bekannte Kodo-Design behutsam weiter, statt alles über Bord zu werfen. Die Front steht aufrechter als bisher, der Kühlergrill wirkt markanter und die schmalen Scheinwerfer verleihen dem SUV einen deutlich moderneren Auftritt.

Gerade das dürfte vielen gefallen. Während manche Konkurrenten mit immer extremeren Lichtsignaturen und verspielten Karosserien auffallen wollen, wirkt der CX-5 angenehm erwachsen. Er dürfte auch in fünf oder sechs Jahren noch modern aussehen.

Innenraum: Mazda macht vieles richtig

Spätestens nach dem Einsteigen wird klar, warum Mazda seit Jahren für seine Innenräume gelobt wird. Das Cockpit wirkt hochwertig, aufgeräumt und deutlich edler, als es der Preis vermuten lässt.

Besonders gelungen ist die Mischung aus klassischem Mazda-Design und moderner Gestaltung. Das Armaturenbrett wirkt klar strukturiert, die Materialien fühlen sich hochwertig an und matte Oberflächen verhindern störende Fingerabdrücke. Insgesamt entsteht ein Innenraum, der eher an deutlich teurere Modelle erinnert als an ein SUV ab rund 35.000 Euro.

Der große Zentralbildschirm mit Google-Integration bringt den CX-5 technisch auf den aktuellen Stand. Android Auto und Apple CarPlay funktionieren kabellos und auch das digitale Cockpit sowie das Head-up-Display hinterlassen einen modernen Eindruck.

Ganz perfekt ist die Bedienung allerdings nicht. Obwohl der Bildschirm groß ausfällt, setzt Mazda bei einigen Funktionen – etwa im Klimamenü – auf sehr kleine digitale Touchflächen. Die wirken während der Fahrt unnötig fummelig und sind längst nicht so intuitiv wie klassische Tasten.

Ein Familienauto mit richtig viel Platz

Beim Thema Alltag legt der neue CX-5 deutlich zu. Mazda hat den Radstand um 11,5 Zentimeter verlängert, wodurch vor allem die Passagiere im Fond von mehr Bein- und Kniefreiheit profitieren. Auch Erwachsene bis etwa 1,90 Meter sitzen hinten angenehm bequem.

Noch wichtiger für Familien ist der größere Kofferraum. Mit 583 Litern Fassungsvermögen bietet der CX-5 jetzt 61 Liter mehr Stauraum als sein Vorgänger. Kinderwagen, Urlaubsgepäck oder der Wocheneinkauf lassen sich problemlos verstauen. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.819 Liter.

Praktisch ist außerdem die im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rückbank. So lassen sich beispielsweise Ski transportieren, ohne gleich auf zwei Rücksitze verzichten zu müssen. Zwei ISOFIX-Plätze gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Schade ist lediglich, dass sich die Rückbank weiterhin nicht verschieben lässt. Gerade Familien mit kleinen Kindern hätten dadurch den Innenraum noch flexibler nutzen können.

Keine Elektrifizierung? Mazda schwimmt gegen den Strom

Während fast alle Konkurrenten inzwischen Plug-in-Hybride oder vollelektrische Varianten anbieten, setzt Mazda beim neuen CX-5 ausschließlich auf einen 2,5-Liter-Benziner mit 141 PS und Sechsgang-Automatik. Einen Diesel gibt es ebenfalls nicht mehr.

Wer also nach elektrischer Reichweite sucht, wird enttäuscht: Einen Plug-in-Hybrid oder ein Elektro-Modell gibt es beim CX-5 schlicht nicht. Das Thema “elektrische Reichweite” entfällt damit komplett.

Für viele Familien dürfte das allerdings weniger dramatisch sein als zunächst gedacht. Der Antrieb arbeitet angenehm unaufgeregt und passt gut zum Charakter des Autos. Wer regelmäßig Langstrecken fährt oder besonders sparsam unterwegs sein möchte, findet bei der Konkurrenz allerdings modernere Alternativen.

Auch beim Verbrauch gehört der Mazda nicht zu den Klassenbesten. Rund 7,3 bis 7,9 Liter pro 100 Kilometer sind heute eher Durchschnitt bis leicht darüber.

Entspannter statt sportlicher

Mazda genießt eigentlich den Ruf, besonders fahraktive Autos zu bauen. Beim CX-5 steht diesmal aber eindeutig der Komfort im Vordergrund.

Die weicheren Federn und neuen frequenzselektiven Dämpfer schlucken Unebenheiten souverän, ohne dass der Wagen schwammig wirkt. Gerade auf schlechten Straßen fährt sich der CX-5 angenehm gelassen und vermittelt jederzeit viel Vertrauen.

Mit 141 PS reißt der Benziner zwar keine Bäume aus – der Sprint auf 100 km/h dauert knapp elf Sekunden –, doch im Alltag reicht die Leistung vollkommen aus. Das serienmäßige Automatikgetriebe passt hervorragend zum entspannten Charakter des Autos und schaltet angenehm unauffällig.

Wer häufig auf verschneiten Straßen unterwegs ist oder gelegentlich Feldwege befährt, dürfte zur Allradversion greifen. Für den typischen Familienalltag genügt dagegen auch der Frontantrieb.

Kleine Schwächen im Alltag

Ganz ohne Kritik kommt der neue CX-5 allerdings nicht davon.

Besonders die Rückfahrkamera konnte im Test nicht vollständig überzeugen. Das Bild wirkt ungewöhnlich stark verzerrt beziehungsweise leicht geknickt. Beim ersten Einparken sorgt das eher für Verwirrung als für zusätzliche Sicherheit.

Fazit: Einer der besten Familien-SUVs zum Preis?

Der neue Mazda CX-5 erfindet das Familien-SUV nicht neu. Das muss er aber auch gar nicht.

Statt auf möglichst viele Bildschirme oder komplizierte Antriebskonzepte zu setzen, konzentriert sich Mazda auf die Dinge, die im Alltag wirklich zählen: viel Platz, hoher Komfort, hochwertige Verarbeitung und eine angenehme Bedienung. Dazu kommt ein Design, das vermutlich deutlich besser altern wird als viele extravagante Konkurrenten.

Natürlich gibt es Schwächen. Der Verbrauch fällt etwas höher aus als bei vielen Rivalen, eine elektrifizierte Variante fehlt komplett und einige Details wie die unpraktischen Touchflächen im Infotainment oder die Rückfahrkamera kosten Punkte.

Trotzdem bleibt der CX-5 eines der überzeugendsten Familien-SUVs in seiner Preisklasse. Wer keinen Plug-in-Hybrid oder ein Elektroauto benötigt und stattdessen ein hochwertiges, komfortables und alltagstaugliches SUV sucht, bekommt hier ein rundes Gesamtpaket, das sich vor vielen deutlich teureren Konkurrenten nicht verstecken muss.

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