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KIA Sportage im Test

Ihr nächstes Auto soll ein KIA Sportage werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der Kia Sportage tummelt sich seit 2015 im populären und weiter boomenden Segment der Kompakt-SUV, 2018 gab es nochmal ein Facelift. Seitdem legt er einen selbstbewussten Auftritt hin, Form und Funktion harmonieren. Die technische Basis teilt er sich mit dem Hyundai Tucson, was entsprechende Plattformvorteile und Synergieeffekte mit sich bringt. 

Das Design spricht an, besonders das Heck mit durchgehender Lichtleiste wirkt ästhetisch modern. Mit der geduckten Dachlinie und der charaktervollen Heckpartie steht der Sportage proper auf der Straße. Die stämmige C-Säule lässt ihn robust wirken. Über die Ästhetik der Tigernasen-Frontpartie dagegen kann man durchaus diskutieren. Aber weg von den äußeren Aspekten hin zu den inneren Werten: Platz ist im Kia jedenfalls genug vorhanden. Und auch das Handling passt gut zum hippen Charakter des Koreaners. Die hochwertige Anmutung, die gute Ausstattung und das Angebot an Infotainment und Assistenzsystemen runden das Gesamtpaket stimmig ab.

  • Gutes Platzangebot
  • Solide Qualität und 7 Jahre Garantie
  • Angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis

Kompakt-SUV mit gutem Platzangebot

Im Innenraum des 4,49 Meter langen, 1,86 Meter breiten und 1,64 Meter hohen SUV fehlt es  an fast nichts. Bei so viel Platz über dem Kopf haben selbst Sitzriesen kaum eine Chance, den weich gepolsterten Dachhimmel zu kontaktieren. Weder auf den Vordersitzen noch auf der Rückbank. 

Das Lenkrad ist sowohl in der Höhe als auch horizontal weit genug verschieb- und herausziehbar, so dass auch größere Personen, die eventuell weiter weg sitzen, es weit genug herausziehen können. Zwischen den Vordersitzen findet sich ein Ablagefach und eine gut gepolsterte, verschiebbare Armablage. Das Fach selbst fällt zwar kompakt, aber tief aus. In der Nähe des Ablagefachs vor dem Schalthebel finden sich eine 12-Volt-Steckdose und AUX-In- und USB-Anschlüsse.

Die im Fond Platz nehmenden finden einen weiteren USB-Port und eine 12-Volt-Steckdose am hinteren Ende der Mittelkonsole vor. Auf der Rückbank lassen sich die äußeren der drei Sitzgelegenheiten beheizen, wenn man dafür investiert.

Im Innenraum, der sich beim 2018er Facelift nur moderat veränderte, fehlt wenig. Eine verschiebbare Rückbank gibt es zwar nicht, aber das ist angesichts des Gebotenen gut verschmerzbar, denn sie ist immerhin im Verhältnis 1/3-zu-2/3- teil- und umklappbar. Und sie bietet einen anderen Vorteil: Die Rückenlehne ist in der Neigung verstellbar, was für die Fahrgäste hinten auf langen Fahrten ein entscheidendes Mehr an Komfort bedeuten kann.

Modernisiertes Infotainment

Das gute Raumangebot und das übersichtliche Cockpit gefallen genauso wie die klar gegliederte Bedienung. Das solide verarbeitete Cockpit ist übersichtlich gegliedert und ergonomisch in der Bedienung. Die kontrastreich anzeigenden Instrumente liegen optimal im Blick. Der integrierte Touchscreen wirkt zwar nicht ganz so luftig wie moderne, freistehende Displays, dafür liegt er aber auf einer Blicklinie mit den anderen Instrumentenanzeigen und alles ist ergonomisch gestaltet und wirkt wie aus einem Guss.

Das Infotainment präsentiert sich mit dem Navigationssystem in 3D-Darstellung und mit Verkehrsinfos in Echtzeit dagegen so zeitgemäß wie die induktive Ladestation, mit der sich das Smartphone kabellos laden lässt. Verschiedene Kameraansichten sind abrufbar, so dass man beim Parken wirklich individuell fokussieren kann.

Kia hat den Sportage zum Modelljahr 2021 aufgewertet. Im Zentrum des Cockpits liegt neuerdings einheitlich ein Acht-Zoll-Touchscreen, das das bisherige Sieben-Zoll-Radio ablöst. Die Fahrzeuge enthalten nun serienmäßig ein Audiosystem mit digitalem Radioempfang (DAB+) und eine Smartphone-Schnittstelle. 

Zudem verfügen alle Modelle mit Kartennavigation einheitlich über einen Acht-Zoll-Bildschirm (bisher in einigen Ausführungen sieben Zoll) sowie über die neuen Online-Dienste UVO Connect. Diese beinhalten den Echtzeit-Informationsservice Kia Live, dessen Daten das Navigationssystem über eine eigene SIM-Karte bezieht, und die UVO App, mit der per Smartphone Routen an das Navi übertragen oder Fahrzeuginformationen abgerufen werden können. 

Variabler Kofferraum auf angenehmer Höhe

Wenn die Sitzlehne umgeklappt wird, passen statt 503 Liter bis zu 1.492 Liter in den Kofferraum. Bei den Mild-Hybrid-Diesel-Varianten reduzieren die Batterien das Fassungsvermögen des Kofferraums auf 439 Liter (bzw. 1.428 Liter bei umgeklappter Rücksitzlehne), weil die Akkus unter der Kofferraumabdeckung verstaut sind. Beide Werte entsprechen nicht dem größten Volumen in der 4,50-Meter-SUV-Kategorie, sind aber im Alltag zumeist mehr als genug. Allgemein bietet der angenehm hochstehende Kofferraum im Kompakt-SUV-Segment immer per se eine komfortable Einlade-Höhe.

Die Heckklappe, die sich auch elektrisch öffnet, schwingt so weit nach oben, dass man darunter mit einer Körpergröße von bis zu 1,90 Meter gut stehen kann. Menschen über 1,90 m sollten hier dagegen auf ihren Kopf achten, wenn sie sich von hinten dem Kofferraum bei geöffneter Heckklappe nähern. Aber das sind Menschen dieser Größenordnung sicher gewohnt. 

Die Ladekante verläuft in 73 Zentimeter Höhe SUV-typisch recht hoch. Als praktisch erweisen sich Taschenhaken jeweils links und rechts der Heckklappe zum Fixieren von Tragetaschen und vier Verzurrösen zur Ladungssicherung. Für die Gepäckraumabdeckung gibt es zwei verschiedene Arretiermöglichkeiten je nach Neigung der Rücksitzbanklehne sowie eine ordentliche Verstaumöglichkeit für die Abdeckung im breiten Unterbodenfach des Kofferraums. Solch praktische Kniffe können im Alltag sehr hilfreich sein und sorgen für Ordnung und viel Variabilität.

Gelungener Kompromiss beim Fahrkomfort

Der Kia Sportage rollt, wie das heute bei der Abstimmung von Fahrwerken Sitte ist, etwas straffer ab, aber der Kompromiss geht auf. Nur bei Langsamfahrt holpert es über schlechtem Straßenbelag manchmal herein.

Auf Langstrecke spielt die Abstimmung dem Geradeauslauf in die Karten und auch der Reisekomfort ist in Kias zweitgrößtem SUV von der angenehmen Sorte. So muss das in einem SUV auch sein, mit dem man auch wegen der erhöhten Sitzposition und des dadurch guten Überblicks gerne auf Reisen geht.

Wird das variable Fahrsystem von der Normalstellung auf “Sport” umgestellt, steigert das etwas die Dynamik. Die Servolenkung rotiert zwar nicht sportiv, aber leichtgängig und präzise. Das Bremsfeeling ist auf dem ersten Teil des Pedalwegs weich und dann hart und verbindlich. Eine für Kia typische Abstimmung.

Dank guter Dämmmaßnahmen ist im Innenraum von den Fahrgeräuschen nicht viel zu hören. Dank des modernen Karosseriedesigns aber auch nicht viel zu sehen, denn hinten herum kann man wegen der schmalen Heckscheibe manches nur erahnen. Eine Rückfahrkamera ist da Gold wert.

Wie der Allradantrieb auf schneeglatter Fahrbahn im Winter. Den Vierradantrieb bietet Kia im Sportage anstatt des reinen Vorderradantriebs in Verbindung mit den leistungsstärkeren Motoren an.

So beispielsweise mit dem stärksten Diesel, der 185 PS bietet. Diese Kombination überzeugt sowohl von der Kraft her als auch vom Verbrauch. Die 400 Nm Drehmoment zwischen 1.750 und 2.750 Umdrehungen sorgen für kräftigen Durchzug. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel hängt geschmeidig und bündig am Gas.

Damit agiert der abhängig vom Getriebe und der Ausstattung 1.747 bis 1.880 Kilo schwere Sportage etwas flotter als der Sportage 2.0 CRDi mit 136 PS und Allrad. Im stärkeren 2.0 CRDi überschreitet die Tachonadel die 100er-Markierung in 9,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 201 km/h.

Der Verbrauch landet in der Praxis über der Werksangabe. Aus den 5,2 bis 6,1 Liter/100 km, die Kia für den Sportage 2.0 CRDi mit 185 PS und Allrad verspricht, werden ein, zwei Liter mehr, die alle 100 Kilometer aus dem 58 Liter großen Tank (62 Liter bei den Benzinern) fließen. 

Gute Sicherheit, gute Bremse

Im Kia Sportage, der bei der Sicherheitsausstattung auf Höhe der Zeit fährt, zeichnen sich zahlreiche Systeme dafür verantwortlich, dass man sicher unterwegs ist.

Dazu zählen der autonome Notbremsassistent, der mit Hilfe des Fernbereichradars die Gefahr einer Kollision mit einem Fahrzeug oder Fußgänger erkennt, und der Spurhalteassistent, der per Kamera die Fahrbahnmarkierungen registriert und beim Überschreiten dieser korrigierend in die Lenkung eingreift.

Der Fernlichtassistent erkennt entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge und sorgt durch automatisches Auf- oder Abblenden der Scheinwerfer für die jeweils passende Ausleuchtung der Fahrbahn. Der Toter-Winkel-Warner und der Querverkehrswarner schützen beim Spurwechsel und Zurücksetzen aus Parklücken.

Der Verkehrsschilderkennung sollte man im Zweifelsfall nicht trauen, denn sie arbeitet nicht mit einer 100 %igen Trefferquote. Und sie kann nicht korrekt anzeigen, wenn auf der Autobahn wieder mal keine Schilder für die Tempolimitaufhebung aufgestellt wurden. Leider ist dies immer häufiger der Fall.

Seit dem Facelift 2018 kommen im Sportage zusätzlich weitere Assistenzsysteme zum Einsatz: ein adaptiver Tempomat für teilautonomes Fahren im Stop&Go-Verkehr, eine 360-Grad-Rundumsichtkamera und ein Müdigkeitswarner.

Im ADAC-Bremstest kam der Kia Sportage nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 35,5 Metern zum Stehen. Damit bremst er besser als vergleichbare Wettbewerber wie Ford Kuga und Mazda CX-5. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Gut bis sehr gut ausgestattet

Der Kia Sportage wird in den sechs Ausführungen Edition 7, Vision, Black Edition, Spirit, GT Line und Platinum Edition angeboten.

Gut ausgestattet wirkt der Sportage immer. Bereits in der Basisausstattung Edition 7 gehören die manuelle Klimaanlage, das Audiosystem mit sechs Lautsprechern und digitalem Radioempfang DAB+, das Multifunktions- Lederlenkrad und auch 16-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Serienumfang. Sogar eine Rückfahrkamera, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung und der Tempomat samt Geschwindigkeitsbegrenzer sind serienmäßig bei allen Kia Sportage inklusive.

In den Ausstattungslinien Vision und Black Edition sind zusätzlich ein Navigationssystem sowie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit an Bord. Darüber hinaus gehören je nach Ausführung, die Zweizonen-Klimaautomatik, das JBL Soundsystem mit 8 Lautsprechern, das beheizbare Lenkrad, ein Fernlichtassistent und noch vieles andere mehr mit zur Ausstattung.

Die (optische) Sportversion des Sportage firmiert unter dem Namen GT Line und beinhaltet serienmäßig Allradantrieb, das unten abgeflachte Lederlenkrad, die Aluminium-Sportpedale sowie 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und einen Kühlergrill in Hochglanzschwarz.

Die Topversion Platinum Edition, die allerdings nicht für die Einstiegsmotorisierungen erhältlich ist, wartet mit einem Panoramadach, elektrisch verstellbaren Vordersitzen samt Sitzkühlung, der induktiven Smartphone-Ladestation, der elektrischen Heckklappe  und der Ein- und Ausparkautomatik auf. War die Sitzlüftung noch vor wenigen Jahren S-Klasse & Co. vorbehalten, wird sie im günstigeren Koreaner zu Zeiten der Klimaerwärmung doch jeder erheblich zu schätzen wissen, dem oder der Klimaanlagen Halskratzen bescheren.

Das Package stimmt beim Sportage

Die vierte Generation des Kia Sportage macht dort weiter, wo es mit der dritten so erfolgreich los ging. Mit viel Platz im Innenraum, der ebenso angenehm wie nützlich ist, mit einem Handling, das dem Namen „Sportage“ gerechter wird, mit solider Qualität und einer Assistenz- und Infotainment-Ausstattung, die modern ist. Die Assistenzsysteme bringen zwar zeitgemäß das gewisse Mehr an Sicherheit, nerven aber zuweilen schlicht und ergreifend mit viel Gepiepse und Bevormundung dem allgemeinen Trend folgend. 

Auch in Langzeittests hat der Kia Sportage gut abgeschnitten und sich als ebenso angenehm reisetauglich wie dauerhaft zuverlässig erwiesen. Damit hat der Sportage manchem SUV-Konkurrenten einiges voraus. Eines ganz sicher: Sieben Jahre Garantie gibt es nur bei Kia.

6/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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