Fiat 124 Spider Test

Roadster-Spaß weckt Emotionen

6/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Viel Fahrfreude
  • Agiles Handling
  • Knackiges Schaltgetriebe
  • Kaum Assistenzsysteme
  • Hohes Geräuschniveau
  • Wenige Ablagen

24.990 € - 37.500 € Preisklasse

2 Sitze

6,4 - 6,6 l/100km

Test

Das ist der beste Fiat 124 Spider, den es je gab. Der neue Spider sieht einem viel jüngeren Roadster aus Japan zwar ziemlich ähnlich, aber auf seine ureigene Art und mit viel Historie im Hintergrund.

Vor über 50 Jahren, im Juli 1966, wurde der vom Pininfarina-Designer Tom Tjaarda entworfene erste Fiat Spider auf dem Autosalon in Turin präsentiert. Seine Form verzückte und seine Technik war mit dem verbauten Fünfganggetriebe und den vier Scheibenbremsen für die Zeit enorm fortschrittlich. Im Jahr 1985 wurde der letzte Fiat 124 Spider, einer von 197.000 Exemplaren, gebaut.

Dann war lange Pause. Und nun das. Besitzer eines alten Modells erkennen es ziemlich schnell, auch wenn der Spider mit 14 Zentimeter mehr Länge gestreckter und eleganter ausfällt: Die Basis, die meiste Technik und die meisten Teile stammen aus Japan, die Proportionen sind die des Mazda MX-5. Kein Nachteil: Die Qualität des Italieners mutet japanisch an. Vergessen die Zeit, als Fiat in den USA keinen guten Ruf genoss („Fiat“ = „Fix it at Toni“).

Historie hin, Historie her: Das Fahrerlebnis ist im Fiat 124 Spider von der Dynamik so intensiv wie nie zuvor. Mit wohl austarierter Gewichtsverteilung, niedrigem Fahrzeugschwerpunkt, knackiger Schaltung und direkt abgestimmter elektrischer Servolenkung ist der Fahrspaß im 124 Spider groß. Der Heckantrieb zitiert das alte Modell, dem der neue Spider auf einer kurvigen Landstraße locker das Heck zeigt.

Im Vergleich zum MX-5 wirkt das Cockpit mit den Soft-Touch-Oberflächen edler und mit den Ledersitzen im Spider Lusso gediegener. Zentral im Blick sitzt der Drehzahlmesser, aber vorne macht der Motor, ein guter von Fiat, den Unterschied.

Unter der Motorhaube kommt kein drehzahlgierender Saugmotor zum Einsatz, sondern ein schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig anpackender Turbomotor. Der kommt auch bei Abarth zum Einsatz und macht im Fiat 124 Spider Laune.

Das Motorgeräusch und die dominante Geräuschkulisse bei geschlossenem Verdeck erinnern, auch wenn die Kapuze besser als im Mazda gedämmt ist, an damals. Ebenso das flott bedienbare Verdeck, das in drei Sekunden mit einem Handgriff geöffnet ist.

Im Fiat 124 Spider geht es nicht darum, aus 4,06 x 1,74 x 1,23 Meter okkupierter Fläche das Optimum an Kofferraumvolumen (naja), Ablagen (kaum) und Platz (zwei Sitze) heraus zu kitzeln. Im Mittelpunkt steht das offen fahren.

Und wie. Man sitzt tief und nah an der Straße. Auch große Erwachsene kommen gut unter. Die Sessel bieten guten Seitenhalt und erinnern sogar mit einer Kleinigkeit an früher: Unten am Sitz findet sich ein dünnes Metallhebelchen zur Längsverstellung.

Länge 4,06 Meter
Breite 1,74 Meter
Höhe 1,23 Meter
Kofferraumvolumen 140 Liter
Türen 2
Leergewicht 1.125 bis 1.145 Kilogramm
Zuladung k. A.
Zulässiges Gesamtgewicht k. A.
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst k. A.

Das Fett des Alters gleicht der neue 124 Spider mit Leistung aus. Der erste Fiat Spider von 1966 wog mit dem 90 PS starken 1,4-Liter-Twin-Cam-Motor nur 930 Kilogramm, der neue steht mit über 1,1 Tonnen auf der Waage. Trotz mehr Gewicht ist er aber so handlich, wie es der alte Spider nie war.

Die Sechsgang-Schaltung, die besser zum Spider passt als die Sechsstufen-Wandlerautomatik, ist knackig: griffiger Knauf, kurzer Hebel, kurze Wege. Die Lenkung rotiert direkt, präzise und völlig frei von Antriebseinflüssen, da der Antrieb hinten sitzt.

Die Benziner

Wie das 1.4-Liter-Twin-Cam-Aggregat des alten Spider verfügt auch der Vierzylinderturbo im neuen Spider über 1,4 Liter Hubraum. Das wars dann aber schon mit Gemeinsamkeiten, denn die Unterschiede sind gravierend: der Turbokick, das Ansprechen und die hohe Elastizität dank Turbolader.

Der Motor sattelt schon bei 2.250 Umdrehungen mit 240 Nm auf. Ab 5.000 Umdrehungen galoppieren die 140 Pferde auf der Hinterachse los. Und stellt man den Spider mal kurz ab und sich direkt hinter den schmucken Doppelauspuff des Lusso, dann erinnert der bassige Leerlauf durchaus an früher.

Das für heutige Verhältnisse geringe Gewicht schmeichelt dem Verbrauch. Der liegt nach Herstellerangabe bei nur 6,4 Liter/100 km Super und in der Praxis rund zwei Liter darüber.

1.4 MultiAir Turbo 1.4 MuliAir Turbo Automatik
Hubraum [ccm] 1.368 1.368
Leistung [PS] 140 140
Getriebe 6-Stufen-Schaltgetriebe 6-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
7,5 | 217 7,6 | 214
Kraftstoff Benzin Benzin

Auch im Ausstattungsumfang ist ein Fiat 124 Spider von heute nicht mehr mit einem 124 Spider von damals zu vergleichen, egal welche der zwei Varianten und vier Ausstattungspakete man wählt.

124 Spider

Bereits beim Einstieg beinhaltet die Ausstattung die Klimaanlage, das Leder-Multifunktions-Lenkrad, den Lederschaltknauf, den Lederhandbremshebel, den Tempomat und die elektrischen Außenspiegel. Die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, das Radio mit vier Lautsprechern, MP3-Player, USB- und AUX-Anschluss sind ebenfalls mit von der Partie.

124 Lusso

„Lusso“ wie Luxus: Der 124 Lusso rollt auf 17-Zoll- statt 16-Zoll-Rädern aus dem Verkaufsraum und hat Ledersitze, die Klimaautomatik und Nebelleuchten mit an Bord. Hier schimmert das Armaturenbrett in Lederoptik und der Rahmen der Frontscheibe und die Überrollbügel sind statt in Schwarz in Silber gehalten. Das Ende am 124 Lusso beschließt der verchromte Doppelrohrauspuff.

Und die Ausstattungspakete? Im Radio Paket sind für 1.000 Euro zusätzlich der 7-Zoll-Touchscreen, ein weiterer USB-Port, Bluetooth und das Digitalradio (DAB) inklusive, im Premium Paket für die gleiche Summe (aber nur im Lusso) die 3D-Navi, die Rückfahrkamera und der schlüssellose Zugang.

Zum Sicht Paket (ebenfalls nur im 124 Spider Lusso) gehören für 1.500 Euro Aufpreis die LED-Scheinwerfer samt Scheinwerfer-Reinigungsanlage, das LED-Tagfahrlicht, die automatische Leuchtweitenregelung, das dynamische Kurvenlicht sowie der Licht- und Regensensor.

Mit dem vierten Paket erhält man im Spider Lusso für zusätzliche 700 Euro das Bose Soundsystem mit 7-Kanal-Digitalverstärker, mit zwei zusätzlichen Lautsprechern in den Kopfstützen und mit einem Subwoofer.

Und auch das Thema Sicherheit wird im neuen Fiat Spider, obwohl Fahrassistenzsysteme rar sind, größer geschrieben als je zuvor. Umgesetzt wird das mit verstärkten A-Säulen, den Überrollbügeln, dem im ESP integrierten elektronischen Überschlagsschutz, den Seitenairbags und der Reifendruckkontrolle.

Unverständlich bleibt, warum die Bremsanlage in einem so fahraktiven und fitten Sportler nicht besser arbeitet. Im ADAC-Bremstest kam der Fiat 124 Spider 1.4 MultiAir Turbo nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach nur durchschnittlichen 36,7 Metern zum Stehen. Im NCAP-Crashtest wurde der 124 Spider bis heute nicht getestet, aber sein Pendant, der Mazda,MX5, im Jahr 2015 – mit einer Wertung von vier von fünf Sternen.

Zusammenfassung

Dies ist ohne viel Wenn und Aber der beste Fiat 124 Spider, den es je gab. Er fährt sich klasse. Er sieht gut aus. Er ist wunderbar und umkompliziert offen. Er ist so sportlich, so qualitativ und wahrscheinlich auch so zuverlässig und solide, wie es der alte Fiat Spider nie war.

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