Macken ohne Ende, trotzdem Preis-Leistungs-King – Wir sind den Citroen e-C3 gefahren

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Der Citroën ë-C3 will Elektromobilität bezahlbar machen. Dafür verzichtet er auf manchen Komfort, patzt bei kleinen Details und macht das Laden gelegentlich unnötig kompliziert. Trotzdem hat er ein ziemlich überzeugendes Argument auf seiner Seite: den Preis.

Es gibt Elektroautos, die versuchen das Grundkonzept des Autos neu zu erfinden. Sie begrüßen dich mit leuchtenden Displays, bieten mehr Fahrmodi als ein Schweizer Taschenmesser Funktionen hat und versuchen, jede Fahrt in ein digitales Erlebnis zu verwandeln. Und dann gibt es den Citroën ë-C3. Der möchte dich hauptsächlich von A nach B bringen. Möglichst unkompliziert, mit ordentlich Platz und ohne dass du dafür deinen ETF-Sparplan auflösen musst.

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Das klingt vernünftig. Und tatsächlich macht der kleine Franzose einiges richtig. Allerdings hat er auch ein Talent dafür, aus banalen Alltagssituationen kleine Geduldsproben zu machen. Ein Ladekabel, das sich nicht lösen lässt? Außenspiegel, die beim Aufschließen lieber eingeklappt bleiben? Ein mysteriöses Knacken, das sich nicht lokalisieren lässt? Willkommen im elektrischen Alltag des ë-C3.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Sind diese Macken ein Grund, den Citroën von der Einkaufsliste zu streichen? Oder liefert er trotzdem das beste Gesamtpaket fürs Geld?

Außendesign: Kleinwagen mit eigenem Kopf

Der ë-C3 tritt nicht als futuristisches Raumschiff auf, sondern als kompakter Alltagsbegleiter. Radhausverbreiterungen, Seitenschweller und farbige Akzente sorgen für optische Abwechslung. Je nach Ausstattung kommen unterschiedliche Felgen, Dachfarben und sogenannte Farbclips hinzu. Wer es etwas auffälliger mag, kann den Wagen also individueller gestalten.

Wichtig ist allerdings, die Erwartungen im Zaum zu halten: Der ë-C3 ist kein Elektroauto, das mit spektakulären Designtricks seine technische Besonderheit zur Schau stellen muss. Sein Konzept ist bodenständig. Und das passt zum Anspruch, ein erschwingliches Elektroauto für den Alltag anzubieten.

Ob man die Gestaltung nun besonders schick findet, bleibt Geschmackssache. Entscheidender ist, dass der Citroën nicht versucht, seinen günstigen Charakter hinter einer übertriebenen Premium-Fassade zu verstecken.

Innenraum: Hartplastik, aber Hirn statt Bling-Bling

Im Cockpit setzt Citroën auf eine angenehm schlichte Gestaltung. Die Oberflächen bestehen erwartungsgemäß überwiegend aus Hartplastik. Das ist in dieser Preisklasse keine Überraschung, und das Material wirkt insgesamt durchaus ordentlich. Weniger überzeugend ist der Klavierlack an der Mittelkonsole. Er bringt wenig praktischen Nutzen und wirkt wie ein unnötiger Versuch, etwas Glanz in die Budgetveranstaltung zu bringen.

Dafür stimmt die Bedienung. Das zentrale Display ist gut dimensioniert, Android Auto war beim Testwagen schnell verbunden und die physischen Lenkradtasten sind sinnvoll beschriftet und intuitiv zu bedienen. Das Digitalinstrument sitzt oberhalb des Lenkrads. Anfangs schaut man deshalb etwas ungewohnt über das Lenkrad hinweg auf die Anzeigen. Die Umgewöhnung dauert aber nicht lange.

Weniger gelungen ist die ungewöhnliche Lenkradform. Beim Rangieren stören die ausgeprägten Kanten, wenn man das Lenkrad gern mit einer Hand durchdreht. Auch das helle, hohe Blinkergeräusch fiel im Test unangenehm auf.

Vorn gibt es eine Handyablage, zwei Getränkehalter und ein kleines Fach in der Mittelkonsole. Mehr ist kaum vorhanden. Selbst unter der schmalen Mittelarmlehne fehlt ein zusätzliches Ablagefach. Das ist kein Weltuntergang, aber eben auch kein Meisterstück der Alltagsergonomie.

Platzangebot: Hier spielt der ë-C3 seine Stärken aus

Beim Raumangebot zeigt sich, dass günstig nicht automatisch winzig bedeuten muss. Der ë-C3 ist 4,02 Meter lang, bietet fünf Sitzplätze und verfügt über einen Kofferraum mit 310 Litern Volumen. Das ist für einen Kleinwagen ein vernünftiges Fundament für Einkäufe, Wochenendgepäck und den üblichen Alltag.

Besonders positiv fällt die gute Platzausnutzung im Innenraum auf. Citroën konzentriert sich hier auf das, was im täglichen Gebrauch wirklich zählt: ausreichend Raum statt einer endlosen Liste technischer Spielereien.

Natürlich fehlen praktische Details. Die Ablagemöglichkeiten vorn könnten großzügiger sein, und die Mittelarmlehne ist ausgesprochen schmal. Doch das ändert wenig am insgesamt gelungenen Raumkonzept.

Wer ein bezahlbares Elektroauto sucht, das nicht schon beim ersten größeren Einkauf kapituliert, findet hier ein überzeugendes Argument für den Franzosen.

Elektromotor und Reichweite: Zwei Varianten, ein vernünftiger Ansatz

Citroën bietet den ë-C3 mit zwei Batteriegrößen an. Die günstigere Urban-Range-Version besitzt eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 29,3 kWh nutzbarer Kapazität. Laut Preisliste sind damit 205 bis 215 Kilometer Reichweite nach WLTP möglich. Die Standard-Range-Version verfügt über 43,8 kWh netto und kommt offiziell auf 310 bis 322 Kilometer.

Beide Varianten leisten 113 PS und übertragen ihre Kraft über einen elektrischen Antrieb mit fester Übersetzung an die Vorderräder. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt je nach Version 125 beziehungsweise 132 km/h. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert zwölf Sekunden beim Urban Range und elf Sekunden beim Standard Range.

Das sind keine Zahlen, mit denen man am Stammtisch Eindruck schindet. Für ein preiswertes Alltagsauto ist das Konzept aber plausibel. Wer hauptsächlich kürzere Strecken fährt und zu Hause laden kann, dürfte mit der kleineren Batterie zurechtkommen. Für mehr Flexibilität ist die Standard-Range-Version die naheliegendere Wahl.

Auch beim Laden gibt es Unterschiede. Die kleinere Batterie kann an einer öffentlichen Gleichstrom-Ladestation optional mit bis zu 30 kW geladen werden; für 20 bis 80 Prozent nennt Citroën rund 36 Minuten. Beim Standard Range sind bis zu 100 kW möglich, mit einer angegebenen Ladezeit von etwa 26 Minuten für denselben Ladehub.

In der Praxis erreichte der Testwagen diese Werte nie. Maximal 73 kW Ladeleistung schaffte der e-C3 und benötigte beinahe 40 Minuten für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent.

Fahren: Weniger Elektro-Zauberei, mehr einfach los

Der ë-C3 fährt sich angenehm unkompliziert. Genau darin liegt seine Stärke. Wer ein Elektroauto vor allem deshalb kauft, weil es ohne Schaltvorgänge und komplizierte Bedienung auskommt, wird mit dem Citroën wahrscheinlich schnell warm.

Allerdings ist der Funktionsumfang überschaubar. Verschiedene Rekuperationsstufen? Fehlanzeige. One-Pedal-Drive? Ebenfalls nicht das Konzept dieses Autos. Auch das Fahrzeugmenü bietet nur wenige Einstellungsmöglichkeiten. Wer gern an jeder denkbaren Funktion herumkonfiguriert, wird sich hier unterfordert fühlen.

Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Nicht jeder möchte vor der Fahrt erst das digitale Cockpit studieren. Der ë-C3 stellt das einfache Fahren in den Mittelpunkt, statt Elektromobilität mit möglichst vielen Funktionen zu verwechseln.

Im Test gab es allerdings einige irritierende Momente. Beim ersten Aufschließen klappten die elektrisch anklappbaren Außenspiegel nicht wie erwartet aus. Erst nach erneutem Verriegeln und Aufschließen funktionierte es. Ein Fehler, der noch öfter passierte.

Während der ersten Fahrt war außerdem zweimal ein lautes Knacken aus dem Bereich der fahrerseitigen B-Säule zu hören. Die Ursache ließ sich nicht eindeutig feststellen; anschließend trat das Geräusch auf einer weiteren Fahrt wieder auf, ohne es zuverlässig reproduzieren zu können.

Besonders lästig ist die Entriegelung des Ladekabels. Steht das Kabel unter Spannung, lässt es sich mitunter nicht wie vorgesehen abziehen. Dann muss man es zunächst von Hand entspannen und erneut die Aufschließtaste am Schlüssel drücken. Das ist unnötig umständlich und gerade beim Schnellladen eine Schwäche, die im Alltag nerven kann.

Apropos Schlüssel: Ein Keyless-System gibt es beim normalen ë-C3 nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Zum Starten muss der klassische Schlüssel ins Zündschloss gesteckt und gedreht werden. Das funktioniert natürlich. In einem modernen Elektroauto fühlt es sich trotzdem an, als hätte jemand bei der Digitalisierung kurz Feierabend gemacht.

Fazit: Nicht perfekt, aber verdammt vernünftig

Der Citroën ë-C3 ist kein makelloses Elektroauto. Die hakelige Ladekabelentriegelung, die gelegentlich widerspenstigen Außenspiegel und der reduzierte Funktionsumfang zeigen, dass der Rotstift bei der Qualitätskontrolle etwas zu enthusiastisch angesetzt wurde.

Doch der ë-C3 hat verstanden, worauf es bei einem günstigen Elektroauto ankommt: ein vernünftiges Platzangebot, eine übersichtliche Bedienung, ausreichend Leistung für den Alltag und eine Reichweite, die je nach Batterievariante zu unterschiedlichen Bedürfnissen passt.

Der Urban Range beginnt bei 20.140 Euro, der Standard Range bei 23.450 Euro. Damit positioniert sich der Citroën als preisbewusster Einstieg in die Elektromobilität.

Damit zählt er zu den günstigsten Elektroautos auf dem Markt und liefert dennoch ein solides Platzangebot. Als Gesamtpaket überzeugt er aber gerade dadurch, dass er nicht mehr sein will, als er ist.

Der ë-C3 hat seine Macken. Einige davon sind ärgerlich, manche schlicht unnötig und viele davon betreffen hoffentlich nicht alle Fahrzeuge. Trotzdem bietet er viel Auto fürs Geld. Und wenn ein günstiges Elektroauto vor allem seinen Zweck erfüllen soll, ist das womöglich wichtiger als ein Menü voller Funktionen, die man nach der ersten Woche ohnehin nie wieder öffnet.

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