Wo ist die Fahrprüfung in Deutschland am schwersten?

Irene Wallner
Lead Consumer Editor
05. März 2026

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Nicht in jedem Bundesland tun sich die Menschen gleich einfach oder schwer, den Führerschein zu bestehen. Wir haben uns die Quoten für alle Bundesländer angesehen.

Tausende Fahrschüler:innen, ob jung oder alt, bereiten sich dieses Jahr in ganz Deutschland auf ihre Prüfung vor. Den Führerschein in den Händen zu halten, ist ein riesiger Meilenstein und gilt oft als Symbol für Unabhängigkeit. Doch der Weg dorthin wird immer teurer. Der Gedanke, durch die Theorie oder die Praxis zu fallen, ist ohnehin schon stressig genug – da die Prüflinge bei einer Wiederholung oft hunderte Euro an Zusatzkosten stemmen müssen, wird die Prüfung auch zur finanziellen Zerreißprobe.

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Wir haben die einzelnen Bundesländer unter die Lupe genommen, um herauszufinden, wo die Hürden besonders hoch sind und wo man am einfachsten an die Fahrerlaubnis kommt. Durch den Vergleich der Bestehensquoten in Theorie und Praxis zeigen wir euch die besten Regionen für angehende Autofahrer:innen und wie sich der Prozess im letzten Jahrzehnt verändert hat. Lest weiter, um alle Details unserer Auswertung zu erfahren!

Deutschlands schwerste und leichteste Bundesländer für die Fahrprüfung

Für unser Ranking haben wir die Erfolgsquoten beim ersten Prüfungsversuch für das Jahr 2024 nach Regionen analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass die durchschnittliche Bestehensquote in der Theorie bundesweit bei 58,55 % lag. In der praktischen Prüfung schnitten die Fahrschüler:innen mit 67,45 % etwas besser ab.

Doch zwischen den Bundesländern gibt es gewaltige Unterschiede. Wir haben die Quoten von Theorie und Praxis kombiniert, um ein Gesamtranking der Leistung zu erstellen. Hier sind die Spitzenreiter und die Schlusslichter:

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Wo ist die Fahrprüfung am schwersten?

Berlin mit seinem dichten Stadtverkehr führt die Liste der schwierigsten Orte an. Mit einer kombinierten Erfolgsquote von nur 56,9 % liegt die Hauptstadt deutlich hinten. Die Theorieprüfung ist bundesweit zwar standardisiert, dennoch verzeichnet Berlin die bundesweit niedrigste Bestehensquote in der Theorie (52,5 %) und die zweitniedrigste in der Praxis (61,29 %).

Sachsen-Anhalt belegt den zweiten Platz, hier gab es die viertniedrigste Quote in der Praxis (64,18 %) und die zweitniedrigste in der Theorie (54,41 %), was zu einem Gesamtschnitt von 59,30 % führt.

Das Podium wird durch das an Berlin angrenzende Brandenburg komplettiert, das mit einer Gesamtquote von 59,96 % nur knapp hinter Sachsen-Anhalt liegt. Brandenburg liegt in beiden Disziplinen unter dem Bundesdurchschnitt: Nur 54,94 % bestanden 2024 die Theorie, und 64,97 % die Praxis.

Thüringen (60,33 %) belegt den vierten Platz, während das Saarland (60,35 %) die Top 5 der schwierigsten Bundesländer abschließt.

Bundesländer, die am besten abschneiden

Während einige Regionen hinter dem Durchschnitt zurückbleiben, glänzen andere mit hohen Erfolgsquoten. Schleswig-Holstein ist beispielsweise das Bundesland, in dem man statistisch gesehen am einfachsten durch die Prüfung kommt. Mit einer Gesamtquote von 69,93 % belegt es Platz 1, vor allem dank der landesweit besten Ergebnisse in der Praxis (74,38 %). Auch in der Theorie liegt der Norden mit 65,47 % auf dem zweiten Platz im Bundesvergleich.

Hessen folgt als zweitleichtestes Pflaster für Fahrschüler:innen: 67,34 % der Prüflinge waren hier 2024 erfolgreich. Während die Praxisquote bei stolzen 71,95 % liegt, ist die Theorie mit 62,72 % etwas hürdenreicher.

Bayern sichert sich den dritten Platz im Gesamtranking. Die Praxisquote von 72,89 % gehört zu den besten des Landes. In der Theorie liegt der Freistaat mit 59,15 % hingegen näher am Bundesdurchschnitt. Auffällig: Diese Quote ist im letzten Jahrzehnt um 9 % gesunken – einer der stärksten Rückgänge deutschlandweit. Dennoch reicht die starke Performance in der Praxis für einen kombinierten Wert von 66,02 %.

Den vierten Platz belegt Niedersachsen (65,76 %), dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen (65,76 %) auf Rang fünf.

Wo hakt es? Theorie vs. Praxis im Vergleich

Man braucht beides für den “Lappen”, aber oft liegt den Fahrschüler:innen eine Prüfungsart deutlich besser als die andere. Hier ist die detaillierte Auswertung:

Die größten Hürden in der Theorieprüfung

Wieder führt Berlin die Liste der Orte an, an denen die Theorie am schwersten fällt. Obwohl mit 52,50 % immer noch mehr als die Hälfte besteht, liegt dieser Wert mehr als 6 % unter dem Bundesdurchschnitt. Zudem ist die Erfolgsquote in Berlin über die letzten zehn Jahre um 8,56 % eingebrochen.

Sachsen-Anhalt folgt mit 54,41 % auf Rang zwei. Zwar zeigt der Trend hier mit einem Plus von 0,6 % zum Vorjahr leicht nach oben, doch im 10-Jahres-Vergleich steht immer noch ein Minus von 2,38 %.

Auf Platz drei der Bundesländer, die am meisten mit der Theorieprüfung kämpfen, liegt Brandenburg mit einer Quote von 54,94 %.

Die größten Hürden in der praktischen Prüfung

Unsere Daten zeigen deutlich: In Großstädten ist die Praxis eine echte Herausforderung. Urbaner Stress und komplexe Verkehrssituationen machen Anfängern zu schaffen. Hamburg sticht hier als schwierigstes Pflaster heraus: Nur 56,12 % bestehen die praktische Prüfung – obwohl die Hansestadt in der Theorie mit 66,26 % eigentlich sehr gut abschneidet. Immerhin: Hamburg ist eines der wenigen Bundesländer, in denen die Erfolgsquote in der Praxis über die letzten zehn Jahre leicht gestiegen ist (+0,8 %).

Auch Berlin bestätigt den Trend der schwierigen Großstadtpflaster und belegt mit 61,29 % den zweiten Platz der härtesten Praxisprüfungen. Hier ist die Erfolgsquote seit 2014 um 5,6 % gesunken.

Im Gegensatz zu den Stadtstaaten belegt das Saarland mit einer Quote von 62,59 % den dritten Platz der schwierigsten Regionen. Doch es gibt einen Lichtblick: Das Saarland verzeichnete mit 1,9 % den zweitstärksten Zuwachs der Erfolgsquote im Vergleich zum Vorjahr.

Werden die Prüfungen immer schwerer?

Die Daten der letzten zehn Jahre (2014–2024) zeigen zwar einen allgemeinen Rückgang der Bestehensquoten, doch der direkte Vergleich zum Vorjahr (2023–2024) lässt einen Aufwärtstrend in der Theorie erkennen.

Betrachtet man den 10-Jahres-Zeitraum, konnten nur Hamburg und Sachsen ihre Theorie-Ergebnisse verbessern. Im Durchschnitt sank die Quote bundesweit um 6,33 %. Positiv ist jedoch, dass fast alle Regionen im Vergleich zu 2023 zulegen konnten (durchschnittlich +0,77 %). Einzige Ausnahme ist Baden-Württemberg, wo die Quote jährlich um 0,16 % sinkt.

In der Praxis sieht es gemischter aus. Weniger als die Hälfte der Bundesländer verzeichnete ein Plus zum Vorjahr, und die durchschnittliche Verbesserung liegt bei mageren 0,07 %. Über das letzte Jahrzehnt sank die Erfolgsquote im Schnitt um 2,92 %. Nur Sachsen (+0,1 %) und Bremen (+3,63 %) konnten sich langfristig verbessern.

Wie sicher fühlen sich deutsche Autofahrer? Carwow-Umfrage

Zusätzlich zu den offiziellen Daten haben wir über 4.500 Autofahrer:innen in Deutschland befragt, wie sie heute über die Prüfung denken, um herauszufinden, wie sich die Erfahrungen der Generationen unterscheiden.

Das Selbstvertrauen sinkt mit den Jahren

Ein klares Ergebnis: Je länger der Führerschein her ist, desto unsicherer werden die Fahrer:innen in Bezug auf die Fahrprüfung. Während 78,43 % derjenigen, die ihren Schein erst seit 1–3 Jahren haben, glauben, sie würden die Praxisprüfung sofort wieder bestehen, sind es bei den “alten Hasen” (über 21 Jahre Führerschein) nur noch 45,97 %. Fast 31 % dieser Gruppe gaben an, sich “nicht sicher” zu sein – der höchste Wert aller Gruppen.

Die Kosten explodieren

Die Umfrage verdeutlicht den massiven Preisanstieg. Von den Neulingen (1–3 Jahre Führerschein) gaben 25,49 % an, zwischen 3.000 € und 4.500 € bezahlt zu haben. Zum Vergleich: Bei denjenigen, die ihren Schein vor über 21 Jahren machten, lag dieser Anteil bei verschwindend geringen 0,19 %.

Zwar gaben insgesamt 57 % an, bis zu 2.000 € gezahlt zu haben, doch dieser Wert wird stark durch die älteren Generationen nach unten gezogen.

Was stresst Fahrschüler:innen am meisten?

Auf die Frage nach dem größten Stressfaktor antworteten:

  • 35 %: Prüfungsangst oder Angst vor der Praxis
  • 32 %: Die hohen Kosten
  • 19 %: Druck durch Familie oder Freunde
  • 10 %: Das Auswendiglernen der Theorie und Verkehrsregeln

Interessant: Die Stressfaktoren verschieben sich. Für Neulinge (1–3 Jahre) war die Prüfung selbst das größte Problem (22,55 %). Bei denjenigen, die ihren Schein vor 7–12 Jahren machten, standen die Kosten an erster Stelle (25 %).

Was bedeutet das für Fahranfänger:innen?

Auch wenn die Erfolgsquoten insgesamt noch solide sind, werden die Prüfungen spürbar anspruchsvoller. Damit es beim ersten Mal klappt, haben wir hier ein paar Tipps für dich:

  • Erstelle einen Lernplan: Setz dir realistische Etappenziele. Sei ehrlich zu dir selbst: Wie viel Zeit brauchst du wirklich? Fang am besten sechs bis acht Wochen vor der Prüfung an – das reicht meist völlig aus, ohne dich verrückt zu machen. Weitere Unterstützung findest du in unseren Tipps zur Theorieprüfung.
  • Wiederholung ist alles: Geh die Inhalte einer Theorie-Lerneinheit zeitnah noch einmal durch. Je kürzer der Abstand, desto besser bleibt es hängen. Wenn du jede Prüfungsfrage mindestens zweimal korrekt beantwortet hast, bist du bereit.
  • Kenne dein Revier: Wie unsere Daten zeigen, ist die Praxis regional sehr unterschiedlich. Lerne die Tücken deiner Umgebung kennen, damit dich in der Prüfung keine Kreuzung überrascht.
  • Gönn dir Pausen: Entspannung ist wichtig, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Ein kurzer Spaziergang oder ein Kaffee wirken Wunder. Hauptsache, du schaltest kurz ab, bevor du weiterlernst.

Der Weg zum Führerschein kann stressig und teuer sein, aber es ist es wert, wenn am Ende das erste eigene Auto auf dich wartet. Bei Carwow findest du viele Modelle, die perfekt für Fahranfänger:innen geeignet sind – sicher, übersichtlich und dank unserer Angebote auch bezahlbar. Schau dir unsere Liste der besten Autos für Fahranfänger an oder durchsuche unsere aktuellen Gebrauchtwagen, um günstige Angebote zu finden!

Methodik

Wir haben Daten zu bestandenen und nicht bestandenen Prüfungen (Theorie & Praxis) für alle verfügbaren Regionen erhoben, darunter die Gesamtzahl der Prüfungen, Erst- und Wiederholungsprüfungen sowie Durchfallquoten. Auf dieser Basis wurden die Erfolgsquoten, die Quoten bei Wiederholungen sowie die Veränderungen zum Vorjahr und zum 10-Jahres-Vergleich berechnet.

Die Umfrage wurde auf der Carwow Website durchgeführt und hatte insgesamt 4.529 Teilnehmende.