XPENG X9 Testbericht
Der Xpeng X9 ist ein futuristischer Luxus-Van. Im Test überzeugt er als komfortables Langstreckenraumschiff mit hoher Reichweite, das schneller lädt als jedes andere E-Auto.
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Unser Fazit zum Xpeng X9
Der chinesische Xpeng X9 dürfte die kriselnde deutsche Autoindustrie nicht beruhigen. Im Test zeigte sich der elektrische Van als neue Benchmark für Familienluxus, der eine enorme Geräumigkeit mit technologischer Spitzenklasse und einem Komfortniveau kombiniert, das sonst nur in der Oberklasse zu finden ist. Kritikwürdig waren für uns nur die überempfindlichen Assistenzsysteme und das weiche Fahrwerk. Ansonsten setzte der X9 bei Ladeleistung und Innenraumqualität neue Maßstäbe.
Zumal das Preis-Leistungsverhältnis exzellent ist. Zwar ist der X9 mit 77.600 € nicht billig. Dafür sind fast alle Luxusfeatures Serie. Dazu gehören Massagesitze, Luftfederung und ein 21,4-Zoll-Screen für die zweite Sitzreihe. Das Top-Modell ab 86.600 € bietet im Vergleich zu Mercedes EQV und VW ID. Buzz für einen ähnlichen Preis deutlich mehr Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Ausstattung.
Der Kofferraum ist eines der funktionalen Highlights des Fahrzeugs: 721 l sind es bei voller Bestuhlung mit 7 Sitzen, erweiterbar auf 2.250 l, wenn nur die vorderen beiden Sitzreihen genutzt werden. Die dritte Bank im Fond lässt sich komplett elektrisch in einer Bodenmulde versenken, wodurch eine 1,5 m lange, völlig ebene Ladefläche entsteht.
In Deutschland ist der Xpeng X9 mit drei Motorisierungen erhältlich: zwei Fronttriebler mit 320 PS und ein Allradler mit 503 PS, der in 5,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Alle Varianten sind bei 200 km/h abgeregelt.
Obwohl der 5,32 m lange Van gewaltige Ausmaße besitzt, ist er dank serienmäßiger Hinterachslenkung so agil wie ein VW Golf. Das Fahrwerk ist extrem weich abgestimmt und neigt in Kurven zum Nachschwingen. Dank Akustikverglasung ist der X9 selbst bei 170 km/h leiser als viele Konkurrenten bei niedrigerem Tempo. Außergewöhnlich ist auch die Kombination aus Liegesitzen und einem riesigen Deckenmonitor, der den Fond in ein mobiles Kino verwandelt.
Wie viel kostet der Xpeng X9?
Das XPENG X9 Modell hat einen Listenpreis von 77.600 € bis 86.600 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 9.614 € sparen. Die Preise beginnen bei 68.668 € für Barzahlung.
Vergleiche verschiedene Ausstattungslinien des XPENG X9
| Ausstattungslinien & Preise des XPENG X9 | |
|---|---|
| BEV 110kWh AWD Performance 5dr - Preis ab 86.600 € |
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| BEV 110kWh FWD Long Range 5dr - Preis ab 81.600 € |
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| BEV 94,8kWh FWD Standard Range 5dr - Preis ab 77.600 € |
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Da der XPeng X9 erst im Sommer 2026 in Deutschland auf den Markt kam, lässt sich noch nicht genau abschätzen, wo er sich mit seinen Kosten einordnet. Ähnlich positionierte Fahrzeuge landen bei Versicherungen in teuren Bereichen. Das heißt, bei hoher Schadensfreiheitsklasse und 15.000 km pro Jahr werden etwa 1.800 bis 2.200 € fällig. Der Unterhalt besteht vor allem aus Strom sowie Reifen, Bremsen und Wartung, insgesamt 1.100 bis 1.400 € pro Jahr. Der Wertverlust ist wie bei allen Elektroautos groß. Gerade Importmarken verlieren oft 15 bis 20 % im ersten Jahr. Bei einem Basispreis von 77.600 € sind das etwa 11.000 bis 15.000 €.
Xpeng X9: Reichweite und Ladedauer
Wer einen Xpeng X9 kaufen will, hat die Wahl zwischen drei Varianten, die sich in Akkugröße und Antrieb unterscheiden. Die Basisversion Standard Range mit Frontantrieb leistet 93 kW (netto) und kommt laut WLTP auf rund 535 km Reichweite. Der Long Range nutzt einen 105-kWh-Akku mit bis zu 615 km Reichweite. Ein bisschen weniger sind es mit Allrad und 110 kWh an Batterien. Wegen der 503 PS des Topmodells des X9 sinkt die Reichweite hier auf 580 km.
Hoher Verbrauch, aber zumindest nah am WLTP-Wert
In unserem Test waren diese WLTP-Werte tatsächlich erreichbar. Erfreulich: Den offiziellen Durchschnittsverbrauch von 20,8 kWh/100 km unterboten wir teils deutlich – im Stadtverkehr mit 13 kWh im Schnitt, bei entspannter Fahrt 16 bis 18 kWh, auf der Autobahn mit 120 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit kamen wir mit 20 kWh aus.
Keiner lädt schneller
Und selbst wenn der Akku sich dem Ende neigt, lädt der Xpeng X9 dank 800-Volt-Plattform extrem schnell: Der Hersteller nennt bis zu 500 kW Spitzenleistung, wir maßen bis zu 398 kW an einer 400-kW-Ladesäule. Das ermöglicht rasante Geschwindigkeiten: Von 10 auf 80 Prozent lädt der X9 trotz großem Akku unter optimalen Bedingungen nur 13 bis 15 Minuten, eine volle Ladung benötigt 28 bis 29 Minuten. An der Wallbox hingegen bedarf es Geduld: Bei 11 kW (22 kW sind nicht möglich) dauert es 11 bis 12 Stunden, bis der X9 komplett geladen ist.
Leistung und Fahrkomfort
Primär ist der Xpeng X9 als komfortabler Cruiser konzipiert. Es gibt ihn wahlweise mit Frontantrieb (Standard Range und Long Range) und mit Allradantrieb (AWD Performance). Die Varianten mit Frontantrieb leisten 320 PS, die mit Allradantrieb 503 PS. Letzterer katapultiert den schweren Van in 5,7 Sekunden von 0 auf 100. Serienmäßig ist das Fahrzeug mit einer 2-Kammer-Luftfederung ausgestattet und mit adaptiven Dämpfern, die Bodenwellen effektiv ausbügeln. Trotz einer Länge von 5,32 m ist der X9 dank Hinterachslenkung sehr agil und kommt auf einen Wendekreis von nur 10,8 m. Das ist das Niveau eines VW Golf mit einem Van, der 5,32 Meter lang ist.
Flüsterleise im Innenraum
Durch die Doppelverglasung konnten wir im Innenraum kaum etwas von den Geräuschen von außen hören. Der X9 ist wirklich flüsterleise. Wie bei modernen Elektroautos üblich, verfügt der Xpeng über ein Ein-Gang-Getriebe, das wie eine Automatik funktioniert. Die Wahl erfolgt über einen Wählhebel rechts hinter dem Lenkrad. Zudem unterstützte der X9 in unserem Test One Pedal Driving bis zum kompletten Stillstand.
Schwer mit hohem Verbrauch
Obwohl sich dieser Klotz so agil anfühlt, kann er sein Gewicht nicht leugnen. Je nach Ausstattung und Batterie liegt es zwischen 2.560 und 2.740 kg. Den Verbrauch gibt Xpeng mit 20,8 kWh auf 100 km an, den wir in unserem Test tatsächlich ziemlich genau einhalten konnten. Wir würden den X9 am ehesten als Privatjet auf Rädern bezeichnen, der wirklich hervorragenden Komfort vermittelt.
Dauergepiepe bei den Assistenzsystemen
Nervig waren allerdings die überempfindlichen Warnsysteme, die uns ständig aufforderten, die Hände ans Lenkrad zu nehmen oder den Blick nicht abzuwenden – oft grundlos. Ebenfalls störend sind die indirekte Lenkung und die Wankneigung des X9 bei sportlicher Fahrweise. Das ist allerdings ein typisches Problem größerer Fahrzeuge, die sehr komfortabel abgestimmt sind.
Was kann der Xpeng noch?
Positiv empfanden wir die gute Rundumsicht des Xpeng, die durch die weit nach vorne gezogene Frontscheibe und die großen Glasflächen gewährleistet wird. Auch der Parkassistent funktionierte hervorragend und rangierte den sehr großen Van präzise und zügig. Selbst Fußgänger erkannte das System zuverlässig – für uns eines der aktuell besten Systeme auf dem Markt.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Für uns zeichnet sich der Xpeng X9 auch durch sein außergewöhnliches Platzkonzept aus, das ihn sowohl für große Familien als auch für den gewerblichen Bereich positioniert. Den Van gibt es mit bis zu sieben Sitzplätzen und bei voller Bestuhlung ein Kofferraumvolumen von 721 l. Durch elektrisches Umklappen der dritten Sitzreihe lässt sich dieser Raum auf gewaltige 2.250 l erweitern. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die elektrisch versenkbare dritte Sitzreihe: Die Sitze fahren erst nach vorne und klappen dann komplett in eine tiefe Bodenmulde, wodurch eine um rund 1,5 m verlängerte, ebene Ladefläche entsteht, ohne die zweite Reihe auszubauen.
Absenkbares Heck zum Beladen
Dank Luftfederung kann das Heck um bis zu 30 mm abgesenkt werden, was die Einladehöhe auf ca. 60 cm reduziert und das Beladen mit schweren Gegenständen erleichtert. Einen Frunk gibt es allerdings nicht, da der Platz für die Klimatechnik und den Frontantrieb genutzt wird.
Wie schlägt sich der X9 gegenüber der Konkurrenz?
Im Vergleich zu Konkurrenten wie der Mercedes V-Klasse bzw. EQV hat der X9 den Vorteil, dass die Sitze nicht schwerfällig von Hand ausgebaut werden müssen, um maximalen Stauraum zu erhalten. Allerdings verliert er gegenüber kastenförmigen Fahrzeugen an vertikalem Ladevolumen im oberen Bereich. Ein weiterer Top-Mitbewerber ist der VW ID. Buzz. Mit 5,32 m ist der Xpeng X9 deutlich länger und bietet wesentlich mehr Luxus und Beinfreiheit in allen drei Reihen als der elektrische Bulli.
Wie viele Personen passen hinein?
Im Innenraum setzt der X9 auf ein Drei-Reihen-Konzept: vorne zwei Sitze, in Reihe zwei ebenfalls zwei, dahinter eine Sitzbank mit drei Plätzen. In der zweiten Reihe befinden sich luxuriöse Captain Chairs mit 14-facher Verstellung, Massage, Lüftung, Heizung und Liegeposition. Selbst in der dritten Reihe gibt es für Erwachsene über 1,85 m überraschend viel Knie- und Kopffreiheit. Die Kopfstützen lassen sich elektrisch verstellen, die Lehnenneigung ist individuell anpassbar.
Für wen eignet sich der Xpeng X9?
Für uns qualifizieren diese Eigenschaften den Xpeng X9 für mehrere Einsatzszenarien: Großfamilien mit drei oder mehr Kindern, als Chauffeur-Service für Geschäftsleute, aber auch als Einstieg ins Camping, da die flache Liegefläche im Fond eine bequeme Übernachtung mit Matratze ermöglicht. Dank extremer Schnellladetechnik ist er zudem ein souveränes Langstreckenfahrzeug.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Riesige Displays hat heute jeder Automobilhersteller. Der große Blickfang des Xpeng X9 ist allerdings der 21,4-Zoll-Entertainment-Screen im Dachhimmel für die Reisenden in der zweiten Reihe. Per Fernbedienung oder Touch kann er bedient werden, um es sich während der Fahrt gemütlich zu machen. Dazu gibt es das selbstentwickelte X-Opera-Sound-System, das uns ein raumfüllendes und beeindruckendes Klangerlebnis lieferte. Ein besonderes Detail sind die Lautsprecher in den Kopfstützen, die Navigationsansagen nur an diesem Platz wiedergeben. So wird das Entertainment-Erlebnis im Fond keinesfalls gestört.
Riesiges Head-up-Display mit einzigartigen Funktionen
Im Cockpit findet sich ein 17,3-Zoll-Zentraldisplay, das per Touch gesteuert wird. Es unterstützt kabelloses Apple CarPlay und Android Auto und hat zahlreiche Apps wie YouTube, Disney, Prime Video, Spotify und Apple TV installiert. Ein 5G-Hotspot ist serienmäßig. Das riesige Head-up-Display bietet einzigartige Funktionen, wie z. B. beim Blinken die Bilder der Totwinkelkameras im direkten Sichtfeld. Das hat uns wirklich beeindruckt. Der Sprachassistent reagiert auf „Hey Xpeng" und kann komplexe Befehle in Echtzeit verarbeiten, ohne dass das Aktivierungswort wiederholt werden muss.
Wie ist der Xpeng X9 verarbeitet?
Der Innenraum erinnerte uns an eine digitale Lounge und setzt auf hochwertige Oberflächen. Es kommen Nappaleder, Echtholzapplikationen und gefrästes Aluminium zum Einsatz. Der Dachhimmel besteht aus Alcantara bzw. Mikrofaserstoff. Die Verarbeitungsqualität ist hoch, und Hartplastik wurde selbst im Unter- und Einstiegsbereich weitestgehend ausgespart. Kleine Kritikpunkte sind die fehlende Filzauskleidung in den Ablagefächern und vereinzelt klappernde Sicherheitsgurte.
Welche Ausstattungslinien gibt es?
Typisch chinesisch ist der Xpeng X9 fast komplett ausgestattet. In den Pro-Modellen liegt der Fokus auf Komfort mit Nappaleder und komplettem Multimedia-Paket. In den Max-Modellen gibt es zusätzlich das volle Sensor-Arsenal und erweiterte Rechenpower. Die Aufpreisliste ist extrem kurz und umfasst lediglich spezielle Lackierungen und eine elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung.
Bedienung nur per Display
Unser einziger Kritikpunkt ist das Bedienkonzept, das fast vollständig auf physische Tasten verzichtet. Selbst Spiegel- oder Lenkradverstellungen müssen über verschachtelte Menüs am Touchscreen gesteuert werden, was während der Fahrt ablenkt. Das ist allerdings eine Frage der persönlichen Vorliebe. Wem das zu mühselig ist, der kann sich auch an die Sprachsteuerung wenden, die deutlich zuverlässiger funktioniert als bei europäischen Premiummarken.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Bisher gibt es kein spezifisches Euro-NCAP-Ergebnis für den Xpeng X9. Das Fahrzeug besitzt allerdings eine moderne Karosseriestruktur mit erhöhter Steifigkeit, was die Crashsicherheit verbessert. Das Schwestermodell Xpeng G9 wurde vom ADAC getestet und erhielt in der Kategorie Sicherheit die Note 2,3.
Der X9 ist mit einem umfangreichen Sensorpaket ausgestattet, darunter LiDAR, Radar, Ultraschall und zwölf Kameras. Das ermöglicht teilautonomes Fahren, das wir als sehr menschlich und geschmeidig empfanden. Der Spurwechselassistent ist einer der besten aktuell – Antippen des Blinkers genügt für einen sicheren, zügigen Wechsel. Zudem gibt es einen sehr guten Parkassistent sowie ein Head-up-Display mit Totwinkelkamera-Einblendung und Warnungen vor Kollisionen und herannahendem Verkehr beim Aussteigen.
Gegenüber deutschen Premiummarken wie BMW, Mercedes oder Audi sind die Systeme oft souveräner. Kritisch ist die überempfindliche Aufmerksamkeitswarnung, die schon nach kurzem Blick aufs Display penetrant zur Handposition am Lenkrad mahnt.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Wie viele neue Marken aus China gewährt Xpeng auf dem deutschen Markt eine überdurchschnittliche Garantie: Sieben Jahre oder eine Laufleistung von 160.000 km sind es für den X9. Auf die Hochvoltbatterie gilt eine separate Garantie von 8 Jahren. Das soll eventuelle Unsicherheiten bezüglich der Zuverlässigkeit abfedern, um neue Kunden zu gewinnen. Aus diesem Grund gibt es auch noch keine Langzeitdaten für einen TÜV-Report oder eine ADAC-Pannenstatistik. Das Fahrzeug ist zu neu, um in diesen statistischen Auswertungen bereits erfasst zu sein. In Einzeltests hat der ADAC aber die Verarbeitungsqualität und die technische Reife der Marke als sehr hoch eingestuft.
Xpeng X9 FAQs
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