Volvo EX60 Testbericht
Der Volvo EX60 macht dem neuen BMW-Flaggschiff, dem iX3, echte Konkurrenz. Technisch bewegen sich beide auf ähnlichem Niveau - preislich kann der Schwede vor allem mit seinem Einstiegsmodell punkten.
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Fazit zum Volvo EX60
Der Volvo EX60 wirkt schon im Stand wie ein ernstzunehmender Herausforderer für BMW iX3 und Mercedes GLC mit EQ Technologie. Er ist klar als Volvo erkennbar, bleibt skandinavisch sachlich und verzichtet auf Showeffekte. Gleichzeitig bringt er viel neue Technik mit: 800-Volt-System, bis zu 810 km Reichweite und 370 kW maximale Ladeleistung. Ob er auf der Straße hält, was die Zahlen versprechen, muss er noch beweisen. Aber auf dem Papier setzt er ein dickes Ausrufezeichen.
Der Volvo EX60 ist eine echte Kampfansage an die deutsche Premium-Konkurrenz
Die 680-PS-Topversion des Volvo EX60 startet bei 71.990 Euro in der Ausstattung Plus. Damit liegt sie nur knapp über dem BMW iX3 (68.900 Euro) mit nur 469 PS und dem 489 PS starken Mercedes GLC EQ (67.717 Euro). Wer weniger Leistung braucht, kann zum Basismodell P6 mit 275 kW (374 PS) greifen, dessen Preise bei 62.990 Euro beginnen. Später soll außerdem die günstigere Basislinie „Core“ folgen, was den EX60 noch attraktiver machen dürfte.
Mit 634 Litern bei aufgestellter Rückbank ist der EX60 absolut familientauglich. Maximal sind es 1.647 Liter. Dazu kommt ein 58 Liter fassender Frunk. Praktisch ist auch der zweigeteilte Ladeboden.
Zum Start gibt es drei Motorvarianten: eine Heckantriebsversion mit 275 kW (374 PS) sowie zwei Allradmodelle mit 375 kW (510 PS) bzw. 500 kW (680 PS). Die Reichweite soll je nach Version bis zu 810 Kilometer betragen. Dazu verspricht Volvo extrem schnelles Laden und im stärksten Modell Sportwagenwerte beim Sprint.
Innen setzt Volvo auf Minimalismus mit mehr Alltagstauglichkeit als zuletzt: ein separates Fahrerdisplay, echte Tasten am Lenkrad und hochwertige Materialien statt Hartplastik. Vieles läuft trotzdem weiter über den Touchscreen, etwa die Lüftungssteuerung. Und die neuen elektrischen Türöffner dürften nicht alle Fans überzeugen. Unterm Strich wirkt der EX60 aber wie ein sehr erwachsener, selbstbewusster Premium-Stromer - nur eben ohne großes Drama.
Wie viel kostet der Volvo EX60?
Das Volvo EX60 Modell hat einen Listenpreis von 62.990 € bis 78.790 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 7.089 € sparen. Die Preise beginnen bei 57.981 € für Barzahlung.
Unsere beliebtesten Volvo EX60 Versionen sind:
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Volvo EX60: Reichweite und Ladedauer
Der Volvo EX60 bietet drei Batterie-/Motor-Kombinationen: die Basisversion P6 mit 80 kWh (netto) und 275 kW (374 PS), die mittlere Version P10 mit 91 kWh und 375 kW (510 PS) sowie das Topmodell P12 mit 112 kWh und 500 kW (680 PS).
Die neue Cell-to-Body-Bauweise integriert die Zellen in die Fahrzeugstruktur, was mehr nutzbare Kapazität und Effizienz erlaubt. Die WLTP-Reichweiten liegen offiziell bei bis zu 620 km (P6), 660 km (P10) und 810 km (P12) – für ein Modell dieser Klasse ausgesprochen starke Werte.
Auch die reale Reichweite sollte großzügig ausfallen, wenn man nicht konstant im Sportmodus bei Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist. Besonders die Top-Version mit großer Batterie sollte in der Praxis deutlich über 600 Kilometer ohne Ladestopp ermöglichen - vorausgesetzt, man fährt moderat. Die Reichweitenangaben spielen zudem in derselben Liga wie beim neuen BMW iX3, der im besten Fall bis zu 805 Kilometer (WLTP) weit kommt.
Die WLTP-Verbrauchswerte des EX60 liegen je nach Version bei 14,7 bis 16,0 kWh/100 km. Realistisch dürfte der Verbrauch im Alltag darüber liegen, je nach Geschwindigkeit, Strecke, Beladung etc.
Volvo setzt beim EX60 serienmäßig auf 800-Volt-Technik und erlaubt so sehr hohe Ladeleistungen von bis zu 370 kW an öffentlichen DC-Schnellladern. Das sorgt dafür, dass der Akku von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten geladen werden kann. Der BMW iX3 schafft bis zu 400 kW und braucht dann 21 Minuten, womit der EX60 hier leicht die Nase vorn hat. AC-Laden ist beim EX60 dreiphasig mit 22 kW möglich - mehr geht aktuell nicht.
Auf dem Papier liefert der EX60 in Sachen Reichweite und Schnelllade-Performance das Beste, was Volvo bislang gebaut hat. Wie er sich im Alltag schlägt, müssen wir erst noch herausfinde, aber gegenüber dem iX3 präsentiert sich der EX60 schon jetzt als würdiger Herausforderer.
Leistung und Fahrkomfort
Ein Blick auf die Daten zeigt, dass sich der Volvo EX60 vielfältig einsetzen lässt. Drei Leistungsstufen decken vom souveränen Alltagsantrieb bis zum echten Performance-Modell alles ab.
Der Einstieg erfolgt mit dem 275 kW (374 PS) starken, heckangetriebenen P6. Diese Variante dürfte den ausgewogensten Mix aus Effizienz und Dynamik bieten. Von 0 auf 100 km/h benötigt bereits das Basismodell nur 5,9 Sekunden. Darüber rangiert der P10 mit 375 kW (510 PS) und Allradantrieb, der spürbar mehr Durchzug verspricht und in 4,6 Sekunden auf Landstraßentempo sprintet.
An der Spitze steht der P12 AWD mit 500 kW (680 PS). Mit dieser Leistung bewegt sich der EX60 leistungsmäßig bereits im Bereich ausgewiesener Performance-SUV. Nach nur 3,9 Sekunden sind 100 km/h erreicht. Alle Modelle verbindet die Vmax von 180 km/h.
Geschaltet wird nicht im klassischen Sinn, denn wie bei vielen Elektroautos kommt ein einstufiges Automatikgetriebe zum Einsatz. Das bedeutet eine direkte, unterbrechungsfreie Kraftentfaltung ohne Schaltvorgänge und damit viel Komfort beim Fahren.
Beim Gewicht liegt der EX60 je nach Version zwischen 2.115 und 2.330 Kilogramm. Das ist für ein elektrisches Mittelklasse-SUV mit großer Batterie absolut üblich. Die Batterie im Boden dürfte für einen niedrigen Schwerpunkt und damit viel Fahrstabilität sorgen, andererseits in sehr dynamischen Situationen physikalische Grenzen setzen.
Beim Verbrauch gibt Volvo je nach Version WLTP-Werte zwischen 14,7 und 16,0 kWh pro 100 Kilometer an. Am wenigsten benötigt der P6 mit 14,7 kWh auf 100 Kilometer. Der P10 liegt bei 15,7 kWh/100 km, der P12 kommt offiziell auf 16,0 kWh/100 km. Das sind für ein SUV dieser Größe beeindruckende Werte, wobei der reale Verbrauch wie immer vom Fahrstil, der Geschwindigkeit, der Außentemperatur und weiteren Faktoren abhängt.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Mit 634 Litern Ladevolumen bei aufgestellter Rückbank bietet der Volvo EX60 mehr als genug Platz für Kinderwagen, Großeinkauf oder Reisegepäck. Klappt man die Sitze um, wächst das Volumen auf bis zu 1.647 Liter. Praktisch ist auch das große Unterbodenfach, das sich zweigeteilt öffnen lässt - ideal für Ladekabel oder Kleinkram, der nicht lose herumfliegen soll. Zusätzlich gibt es vorne noch einen Frunk mit 58 Litern.
Auch im Innenraum macht der EX60 einen sehr erwachsenen Eindruck. Der Radstand von fast drei Metern sorgt für spürbar viel Platz, besonders in der zweiten Reihe. Bein- und Kopffreiheit sollen selbst für größere Passagiere locker ausreichen. Die Rücklehnen lassen sich elektrisch verstellen. Damit wirkt der Volvo eher wie ein entspannter Reisewagen als wie ein eng geschnittener Lifestyle-SUV.
Vorne setzt Volvo auf ein minimalistisches, aber wohnliches Ambiente mit hochwertigen Materialien und viel weichen Oberflächen. Kritisch bleibt: Einige klassische Ablagen wie ein großes Handschuhfach fehlen. Und nicht jede Bedienlösung wirkt sofort intuitiv. Dafür gibt es clevere Details wie verschiebbare Cupholder, viel Stauraum in der Mittelkonsole und eine insgesamt sehr aufgeräumte Gestaltung.
Auch die Anhängelast zeigt, dass der EX60 nicht nur schick sein will: Je nach Motorisierung sind bis zu 2.400 Kilogramm möglich. Insgesamt wirkt der EX60 schon im Stand wie ein sehr praktisches, familientaugliches Elektro-SUV, das Alltag und Premium-Anspruch ziemlich gut kombiniert.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Das Infotainment im Volvo EX60 stellt einen der größten Entwicklungssprünge im Innenraum dar. Statt eines hohen Hochformat-Screens wie beim EX30 gibt es jetzt einen 15-Zoll-Touchscreen im Querformat, der deutlich größer sowie besser erreich- und ablesbar ist. Dazu kommt ein separates 11,4-Zoll-Display für Fahrinformationen wie die Geschwindigkeit - ein entscheidender Komfortgewinn gegenüber Volvo-Modellen, die ohne digitales Kombiinstrument auskommen müssen.
Viele Funktionen lassen sich über das Android-basierte System steuern, inklusive Navigation und vernetzter Dienste. Google Gemini-Funktionen sollen die Bedienung zusätzlich erleichtern, was ein Praxistest erst noch unter Beweis stellen muss.
Haptisch hat Volvo weitgehend gute Entscheidungen getroffen: Es gibt physische Knöpfe für Lautstärke und einige Basisfunktionen, was im Touchscreen-Zeitalter ein seltenes, aber erfreuliches Detail ist. Gleichzeitig bleibt ein Großteil der Steuerung digital, etwa die Klimaanlage und Lüftungsdüsen, die weiterhin über den Bildschirm angesteuert werden müssen - ein Punkt, der bei manchen Nutzern für Frust sorgen könnte.
Materialqualität und Raumgefühl zählen zu den Stärken. Die Schweden setzen auf weich bezogene Flächen, Stoffe wie Nordico und Akzente aus Holz, die zusammen ein gemütliches Ambiente schaffen. Hartplastik ist im Vergleich zu vielen Wettbewerbern selten und besonders die Türverkleidungen und Mittelkonsole wirken hochwertig. Je nach Ausstattung kann es jedoch Unterschiede geben: In günstigeren Varianten wirkt das Materialniveau etwas nüchterner als in voll ausgestatteten Modellen.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Der Volvo EX60 soll mit einem umfangreichen Paket an Assistenzsystemen kommen, darunter adaptive Abstands- und Spurhalteassistenten, Notbremsassistent und viele automatische Sicherheitsfunktionen, die den Alltag entlasten. Einige Assistenzfunktionen arbeiten bis zu mittleren Autobahngeschwindigkeiten mit aktiver Lenkunterstützung. Außerdem sind Features wie eine Verkehrszeichenerkennung vorgesehen.
Euro-NCAP-Ergebnisse liegen zum EX60 noch nicht vor, die moderne Plattform und serienmäßigen Sicherheitsfeatures deuten aber auf ein hohes Sicherheitsniveau hin.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Volvo bietet für den EX60 eine Herstellergarantie von 3 Jahren (bzw. bis zu 100.000 Kilometer). Das ist nicht rekordverdächtig, aber immerhin ein Jahr mehr als bei den Volvo-Modellen ohne Elektroantrieb. Die Durchrostungsgarantie gilt - wie branchenüblich - für 12 Jahre. Ebenfalls Standard: Die Hochvoltbatterie ist für 8 Jahre bzw. bis zu einer Laufleistung von 160.000 Kilometern abgesichert.
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