Volkswagen Caddy im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Volkswagen Caddy werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Optik ist nicht alles! Das gilt nicht nur in der Liebe, sondern auch ganz besonders in dieser Klasse. Es gibt vermutlich nicht viele Fahrer:innen, die einen Hochdachkombi hübscher als einen schicken SUV finden. Dafür gibt es aber bestimmt mehr als genug Leute, die die Funktionalität eines Hochdachkombis der eines SUV vorziehen würden. Zum Beispiel Familien. Aber wie viel Familienauto steckt im neuen Caddy?

  • Lifestyle-Optik
  • Sehr funktional
  • Komfort eines regulären PKW
  • Teurer als die Alternativen

Wer über den Kauf eines Hochdachkombis oder Vans nachdenkt, hat eines im Sinn: Funktion. Ob für die Großfamilie, das Gewerbe oder zum Camping, der Caddy ist ein Begleiter für Fahrer:innen, die wissen, was sie wollen, die ein Auto brauchen, das ihren Anforderungen gerecht wird. Und der Caddy meistert diesen Wunsch mir Bravour: Er ist groß, er ist robust und für Camper hält er sogar eine bereits ausgebaute Variante bereit! Lassen wir uns jedoch nicht von diesen schwammigen Oberbegriffen blenden: Was genau erwartet uns, wenn wir in den Caddy steigen?

Das Auge isst mit

Beim neuen Modell hat sich viel getan. Neues Design an der Front und eine neue Optik am Heck: Scheinwerfer und Rücklichter werden kantiger und moderner, der Kühlergrill wird drei geteilt und erhält am unteren Ende der Front eine schicke Netzstruktur. Der Caddy ist deutlich stärker auf eine schicke Optik getrimmt, als man das von einem Nutzfahrzeug erwarten würde.

Die Materialien sowie die Verarbeitung sollen so hochwertig und langlebig wie bei der Vorgängervariante sein. Im Caddy kommt viel Hartplastik zum Einsatz und das ist gut so, denn die Materialien sind pflegeleicht und robust, sehen dennoch elegant aus und fassen sich gut an. Die Farbpalette ist umfangreich und hält auch ausgefallene Töne wie Golden Green bereit.

Schick statt rustikal

Die Mitte des Cockpits ziert ein großes Infotainment-Display. Hier können Telefon, Musik, Einstellungen und Navigation per Touch bedient werden. Ein zweites Display befindet sich direkt vor den Fahrer:innen. Hier werden traditionell Drehzahlbereich und Geschwindigkeit angezeigt.

Im Caddy mit Normalausstattung kommt Infotainment mit gut ablesbarem 6,5 Zoll Farb-Touchdisplay, ab Life ist der Bildschirm etwas größer und liegt bei 8,25 Zoll. Das 10 Zoll-Navigationssystem "Discover Media" muss zugekauft werden. Es verfügt über 2 USB-Schnittstellen und erlaubt Streaming sowie Internetnutzung. Genauso verlangt auch das System "Discover Pro" einen Aufpreis. Dieses System beinhaltet die Funktionen des "Discover Media"-Systems, lässt sich darüber hinaus per Sprache steuern und erkennt Verkehrszeichen.

Das Lenkrad beinhaltet eine Menge Funktionen und sorgt so dafür, dass Fahrer:innen unterwegs nicht zwingend die Hände vom Steuer lösen müssen, um das System bedienen zu können. Dabei setzt Volkswagen am Lenkrad noch auf herkömmliche Knöpfe und Schalter statt Touch-Sensoren, was bei uns gut ankommt. Richtig schick wird der Schalthebel jedoch erst mit den Ausstattungslinien Move und Style. Hier kommen sie nämlich in Leder.

Eine Alarmanlage mit Innenraumüberwachung und der Abschleppschutz müssen in allen Ausstattungsvarianten dazu gekauft werden. Eine Einparkhilfe ist in Move und Style serienmäßig dabei, bei allen anderen Varianten müssen knapp 500 Euro gezahlt werden.

Im hinteren Teil des Autos erstreckt sich bei der 7-Sitzer-Variante ein Meer an Sitzen. Die erste Rückbank hält drei Sitze bereit, die zweite zwei. Platz hat man auf allen Sitzen genug, hinten ist der Dachhimmel mit 95,2 Zentimetern ähnlich hoch wie in vielen Kleinwagen oder Kombis, die Innenbreite wird auch nicht unangenehm schmal. Dennoch sitzt man in der zweiten Reihe relativ hoch. Die Beinfreiheit reicht, lässt aber ab 1,85 Meter Körpergröße nicht viel Spielraum.

Variabel Platz gemacht!

Hinter dem Meer an Rücksitzen befindet sich der Kofferraum. Typisch Hochdachkombi ist auch der Caddy dafür gemacht, Platz zu haben. Ob mit 5 Sitzen, 7 Sitzen oder in der längeren Maxi-Variante. Der Caddy kann viel transportieren, Menschen Einkäufe und vieles mehr.

Mit sieben Sitzen bei normaler Länge, bietet der Caddy 191 Litern Platz, das erscheint recht ungeräumig. Daher ist diese Variante auch keine Empfehlung des Autokonzerns und nicht serienmäßig erhältlich. Normalerweise landen in dieser Länge nur fünf Sitze. Dann bietet der Kofferraum 1.213 Litern Platz. Regulär kommen die sieben Sitze mit längerem Heck, als Caddy Maxi. Dann fasst der Kofferraum angenehme 446 Liter.

Sind alle Sitzreihen, außer der ersten ausgebaut, sieht es genauso geräumig aus. Ein Maximum von 2.556 Litern beim 5-Sitzer kann sich sehen lassen, die 3.105 bei der Maxi-Version erst recht!

Interessant sind natürlich auch die Zwischengrößen, wenn es um das Volumen der 7-Sitzer geht. Wer die dritte Sitzreihe in die normale länge quetscht erhält beim Ausbau, wie sollte es anders sein, das Standard-Kofferraumvolumen des 5-Sitzers von 1.213 Litern. Beim Maxi hingegen erweitert sich das Kofferraumvolumen auf 1.720 Liter, wenn der 6. und 7. Sitzplatz entfernt wurden.

Die Motoren

Diesel oder Benziner. Mehr Wahl gibt es beim VW Caddy nicht, aber die brauchen Fahrer:innen auch nicht! Die Palette hält für jeden und jede etwas bereit. Dabei sind vor allem Diesel, Benziner gibt es nur einen. Autos dieser Klasse werden aber ohnehin am häufigsten mit der verbrauchssparenden Diesel-Antriebsvariante gewählt.

Ob der verhältnismäßig günstige 75-PS-Dieselmotor mit einer Maximalgeschwindigkeit von 157 Km/h oder der teurere 122-PS-Diesel, mit dem man bis 187 beziehungsweise 186 km/h richtig Gas geben kann. Eine Zwischengröße stellt der 102-PS-Diesel mit 175 km/h Maximalgeschwindigkeit dar, der Benziner rundet das Repertoire mit 114 PS und 182 km/h ab.

Immer verfügbar ist die manuelle 6-Gang-Schaltung, beim 122-PS-Diesel und dem 114-PS-Benziner steht daneben auch 7-Gang-Automatik bereit, die klasse arbeitet.

Vom 2.0 TDI würde man beim Tritt auf das Gaspedal angesichts seiner 122 PS etwas mehr erwarten. Das Gewicht bleibt beim Turbodiesel aber stets spür- und unter Last auch hörbar.

Wer etwas mehr auf die Umwelt achten möchte, wählt einen der Dieselmotoren, diese kommen nämlich alle mit einem SCR-Katalysator, der die NO2-Werte reduzieren soll.

Das Fahrerlebnis

Wie fährt sich der VW Caddy? Keine Frage ist beim Autofahren so wichtig, wie diese. Wenn Fahrer:innen sich bei der Fahrt nicht wohlfühlen, weil das Handling nicht passt, kann das Auto ansonsten so toll sein, wie es möchte, es wird nicht oft die Garage verlassen.

Zum Vorgänger hat sich vor allem bei der Lenkung einiges getan: die Servotronic-Lenkung macht den Wagen handlicher. Zudem ist die Hinterachse nun exakter geführt, was dem Auto einen Hauch Sportlichkeit verleiht. Das funktioniert besser als im vorangegangenen Modell. Ruckellos ist die Fahrt trotzdem nicht, wenn der Boden uneben wird. Dann erinnert der Wagen weniger an einen Kombi, sondern mehr an einen Transporter.

Was gibt's noch?

Alles Nennenswerte ist genannt? Noch nicht. An dieser Stelle sollte noch skizziert werden, wie wandelbar der Caddy ist. Es gibt den Wagen in 4 Varianten: Caddy, Caddy California, Caddy Kombi und Caddy Cargo. Der normale Caddy gilt als Familienwagen, der Caddy Kombi eignet sich für Fahrer:innen, die den Wagen privat und geschäftlich nutzen wollen. Der Caddy Cargo hingegen ist hauptsächlich für das Gewerbe gedacht.

Für die Familie hält der Caddy einiges bereit: Ein Panoramaglasdach, durch das Kinder während der Fahrt den Himmel beobachten können und Klapptische im Fahrgastraum zum Malen, Schreiben und Basteln gibt es optional. Immer dabei sind natürlich Isofix-Halterungen für die Kindersitze.

Praktisch sind auch die vielen Ein- und Ausbaufunktionen: Fahrer:innen können alle Rücksitze entfernen oder nur einen, zwei oder drei in der zweiten Reihe stehen lassen. Dadurch kann der Wagen immer so beladen werden, wie es gerade sinnvoll erscheint.

Am spannendsten ist jedoch vermutlich der Caddy California. Corona hat es gezeigt, Camping geht immer und das vor allem, wenn man autark ist. Deshalb bietet VW den Caddy mit Campingausrüstung und -ausstattung an. Mit an Bord sind 5 Sitze, eine komfortable Bettkonstruktion für die Nacht, blickdichte Gardinen, ein Klapptisch und zwei Klappstühle. Gegen Aufpreis kommt eine Miniküche und ein Heckzelt hinzu. Fertig ist das Ferienhaus to go!

Und was sagen wir zum Schluss?

Na kaufen! Nein, so einfach ist es nicht. Der VW Caddy ist ein passables Auto, doch sicher nicht der Wagen mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis dieser Klasse. Der Dacia Lodgy beispielsweise ist um einiges günstiger, verfügt aber auch über deutlich weniger Komfort. Genauso liegt auch der Citroën Berlingo preislich unter dem VW Caddy. Ähnlich teurer sind dafür der Peugeot Rifter und der Opel Combo Life.

Und wie siehts es aus mit dem Familien-Lifestyle, auf den der neue Caddy abzielt? Ja, hier kommt Volkswagens Hochdachkombi an und kann sich von seiner Nutzfahrzeug-Herkunft abheben. Er ist stylisch außen, innen praktikabel und bietet viel Platz - ideal für junge Familien. Was der Bulli früher war, ist heute der Caddy.

Wie immer kommt es auf die eigenen Vorlieben und Sympathien an, welches Auto das richtige ist. Daneben spielt natürlich auch das Geld eine gesonderte Rolle.

-/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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