GWM Ora 05 Testbericht
Mit ordentlichem Platzangebot, großzügig Ausstattung und Garantie tritt das SUV GWM Ora 5 mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis in der 4,50-Meter-Klasse an. Neben der Elektrovariante auch als Benziner und Hybrid.
Was gut ist
Was nicht so gut ist
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Unser Fazit zum GWM Ora 5
Das Preis-Leistungs-Verhältnis lockt. Das GWM Ora 5 SUV tritt mit familiengerechtem Platz, umfangreicher Ausstattung und langer Garantie in der 4.50-Meter-Kategorie an. Und spart dabei einige Euro gegenüber einem VW Tiguan, Toyota C-HR, Honda HR-V, Nissan Qashqai, Škoda Karoq oder Kia Sportage ein.
Fünf Passagiere dürfen im 4,47 Meter langen Ora 5 zusteigen. Vier sitzen bequemer. Und zu viert klappt es auch besser mit dem nur 390 bis 422 Liter großen Gepäckraum und der relativ geringer Zuladung.
Die Design- und Bedienphilosophie des Ora 5 repräsentiert das moderne China: Die Anzeigen sind digital. Die Bedienung geschieht fast schalterlos. Das scharfe 10,25-Zoll-Cockpitdisplay informiert über die wichtigsten Fahrdaten. Die Bedienung konzentriert sich weitgehend auf den 14,6-Zoll-Touchscreen, dessen Benutzeroberfläche sich an die eines Smartphone anlehnt.
Die Ausstattung erreicht fast das chinesische All-Inclusive-Niveau. Zum Equipment der zwei Ausstattungslinien Premium und Luxury zählen eine induktive Ladestation fürs Smartphone, ein Soundsystem mit sechs oder neun Lautsprechern und Features wie eine Kühlbox oder ein Panorama-Glasdach. Die Sicherheit wird von 20 Assistenzsystemen hochgehalten.
Neben der Elektrovariante steht der Ora 5 als Benziner und Hybrid im Angebot. Immer eher komfortabel als sportlich abgestimmt. Der 1.5-Liter-Vierzylinder versendet über das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 160 PS (118 kW) Leistung an die Vorderräder und produziert mit Turbounterstützung 270 Newtonmeter Drehmoment. In 9,3 Sekunden hat der Ora 5 seine 1,6 Tonnen Gewicht von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 190 km/h geht es über die Autobahn.
Flotter und sparsamer geht es im Ora 5 Hybrid voran. Mit einer Systemleistung von 223 PS (164 kW) und 476 Nm Drehmoment gewinnt das Temperament. In 7,7 Sekunden ist der Ora 5 Hybrid auf Landstraßentempo beschleunigt. Trotz mehr Leistung fließt weniger Kraftstoff aus dem 55 Liter großen Tank als im Benziner. 5,1 statt 6,9 Liter/100 km Super im WLTP-Mittel.
Der zeitgemäße Verbrauch, das größere Temperament und der faire Aufpreis für die bessere Performance machen den Hybrid zur ersten Wahl im Motorraum. Ohne dass das Preis-Leistungs-Verhältnis des Ora 5, für den man sieben Jahre Garantie erhält, darunter leidet.
Wie viel kostet der GWM Ora 5?
Typisch China: Viel Platz und Ausstattung erhält man zu einem attraktiven Preis. Im GWM („Great Wall Motor“) Ora 5 mit Benzin- oder Hybridmotor steigt man günstiger ein als in einem Nissan Qashqai und Toyota C-HR oder in einem erheblich teureren VW Tiguan. Im Vergleich zur etablierten Konkurrenz aus Fernost und Deutschland muss man bei dem Newcomer aus China aber mit einem höheren Wertverlust rechnen.
Leistung und Fahrkomfort
Nur ein Plug-in Hybrid oder Dieselmotor steht im Motorenportfolio nicht im Angebot. Die Entscheidung fällt beim Motor, wenn nicht der reine Elektroantrieb der Favorit ist, zwischen einem Benziner und einem Hybrid.
Business as usual
Der Einstieg in das Ora 5 SUV erfolgt konventionell. Unter der Motorhaube des GWM Ora 1.5 Turbo geht ein normaler Turbobenziner zur Arbeit: vier Zylinder, 1.499 Kubik Hubraum, keine großen Sperenzchen. Den Kraftfluss regelt ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Turbolader schaufelt 270 Nm Drehmoment und 160 PS (118 kW) Leistung an die Vorderräder. Damit erfüllen sich meine Leistungserwartungen. In 9,3 Sekunden beschleunigt der Benziner von 0 auf 100 km/h. Bei 190 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Für den Alltag reicht das. Emotionale Ausbrüche bleiben aus. Das chinesische SUV bietet mit diesem Motor bei Geschwindigkeit, Beschleunigung und Verbrauch Business as usual.
Mehr Temperament
Der Ora 5 Hybrid performt besser. Der 1,5-Liter-Vierzylinder erfährt Unterstützung von einem 190 PS (140 kW) und 236 Nm beisteuerndem Elektromotor. Die Systemleistung steigt dadurch auf 223 PS (164 kW) und das Systemdrehmoment auf 476 Nm. Das Temperament gewinnt, auch wenn das Tempo machen bei 185 km/h gekappt wird. In 7,7 Sekunden beschleunige ich die 1,7 Tonnen des Ora 5 Hybrid von 0 auf 100 km/h. Das damit einhergehende höhere Geräuschniveau muss ich in Kauf nehmen. Die 5 km/h weniger in der Endgeschwindigkeit nehme ich locker in Kauf. Im SUV ist man dem Familienausflug nun mal näher als der Rennstrecke.
Komfort groß geschrieben
Dies spürt man auch im Fahrverhalten. Die wenig dynamisch abgestimmte Lenkung, der bei dynamischer Kurvenfahrt wankende Karosserieaufbau, das Untersteuern in schnellen Kurven und das Eintauchen der Karosse bei starkem Bremsen offenbaren, dass Komfort im Ora 5 SUV größer geschrieben wird als Dynamik.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Mit 4,47 Meter Länge x 1,83 Meter Breite x 1,64 Meter Höhe ordnet sich der GWM Ora 5 vom Format zwischen dem knuffigen Ora 3 (alter Modellname: „Ora Funky Cat“) und dem in Deutschland aus dem Modellprogramm gestrichenen Ora 7 ein.
Copy and paste
Von vorne betrachtet erinnert mich das Ora SUV an Porsche. An den 911er und den Macan. Im Innenraum zitieren praktische Kippschalter den Mini. Das Heck könnte auch aus der Designabteilung von Fiat oder Toyota kommen.
Mehr Radstand, mehr Platz
Zwischen Front- und Heckpartie tut sich ein Radstand von 2,72 Meter auf. Gut für das Platzangebot im Fünfsitzer. Von den im Vergleich zum Ora 3 sieben Zentimeter weiter auseinander liegenden Radpaaren und den über 20 Zentimeter mehr Länge profitiert der Platz in den zwei Sitzreihen und im Kofferraum.
Familiengerecht Platz
Vier Passagiere reisen hinter den vier Türen bequemer als fünf. Klar, bei 1,83 Meter Breite wird auf der Sitzbank nur durchschnittlich Schulterfreiheit geboten. Hinten sitzen geht für Erwachsene ebenso in Ordnung wie der Komfort auf den Vordersitzen. Auch wenn das Polster sich eher weich als straff anfühlt.
Kompakt im Vergleich
Im Kofferraum verstaue ich das Gepäck einer vierköpfigen Besatzung besser als das einer fünfköpfigen. Die 390 Liter des Hybrid und die 422 Liter Kofferraumkapazität des Benziners liegen unter dem Durchschnitt der Klasse. Ebenso verhält es sich mit den 1.088 und 1.120 Liter Ladevolumen, die hinter der hohen Ladekante auf der Ladefläche unterkommen, wenn die im Verhältnis 60:40 geteilte Banklehne umgeklappt wurde. Die Konkurrenz in der Kompakt-SUV-Klasse, zu der VW Tiguan, Kia Sportage, Nissan Qashqai, Honda HR-V, Toyota C-HR oder Škoda Karoq zählen, bietet im Gepäckraum zumeist mehr Platz.
Für wen ist der Ora 5 geeignet?
Der Ora 5 eignet sich als Kompakt-SUV für drei- oder vierköpfige Familien und Menschen, die Platz benötigen. Aber nicht so viel, dass es beim Rangieren schon wieder eng zugeht.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
In klassischem Schwarz wirken das Cockpit und die Innenausstattung des Ora 5 zugleich modern wie von gutem Stil. Die Materialqualiät, die weich geschäumten Kunststoffoberflächen und die Verarbeitung des Innenraums gefallen. In manch anderem SUV der Kompaktklasse geht es zum höheren Einstiegspreis im Interieur weniger ansehnlich zu.
Typisch China
Die Kippschalter im Cockpit des Ora 5 kennt man von Mini. Kein Wunder, das kompaktere Modell von Ora, der Ora 3, teilt sich mit dem Mini, der ebenfalls in China vom Band läuft, die Plattform. Die Design- und Bedienphilosophie ist puristisch und digital. Hinter dem Lenkrad blicke ich auf die Anzeigetafel eines hoch auflösenden 10,25-Zoll-Digitalcockpits. In der Mitte thront ein großer 14,6-Zoll-Touchscreen auf dem Armaturenbrett.
Schalterlos in die Tiefe
Die Benutzeroberfläche auf dem Touchscreen lehnt sich an die eines Smartphone an. Bis auf die Bedienfelder am Lenkrad und die Kippschalter unterhalb des Bildschirms sind die Schalter im Ora 5 SUV ausgestorben. Im Ora 5 geht es per Touch in die Tiefen der Menüführung. Auf dem Touchscreen wechselt man zwischen Infotainment, Fahrzeugeinstellungen, Telefonie und Apps. Das GWM-Betriebssystem „Coffee OS“ arbeitet flott.
Guter Anschluss
Guter Anschluss zählt in China wie ein modernes Infotainment. Ohne volle Vernetzung geht nichts mehr. Das fängt an mit der Remote-Fahrzeugkontrolle, mit der sich aus der Ferne Infos über den Fahrzeugstandort und die Verriegelung des Fahrzeugs per Smartphone einholen lassen, und setzt sich mit USB-C-Anschlüssen vorne und hinten sowie den OTA-Software-Updates fort.
Ausstattung satt
Die Serienausstattung des Ora 5 ist – wie von anderen SUVs aus China gewohnt – reichhaltig. Zwei Ausstattungslinien stehen im Angebot. Premium und Luxury. Neben dem 14,6-Zoll-Infotainment, der Online-Navigation und dem intelligenten Sprachassistenten zählen zu den Features eine induktive Ladestation fürs Smartphone, ein Soundsystem mit sechs oder neun Lautsprechern, ein Panorama-Glasdach, eine 3,2-Liter-Kühlbox und eine das Interieur dezent aufwertende Ambientebeleuchtung.
Wie hoch ist der Verbrauch des GWM Ora 5?
Die weichen und fließenden Linien des Ora 5 SUV wirken sich auf die Treibstoffökonomie ebenso positiv aus wie die Entscheidung für den stärkeren, aber sparsamen Hybridantrieb statt des Basisbenziners, der sich mehr Superbenzin aus dem 55 Liter großen Tank gönnt.
Ein paar Schlücke mehr
Der GWM Ora 5 1.5 Turbo schlürft durchschnittlich 6,9 Liter Super aus dem Tank, entsprechend einem CO2-Ausstoß von 158 g/km. Bei Kurzstrecken- und Stadtfahrten kann es deutlich mehr sein.
1,8 Liter gespart
Der Verbrauch des Hybrid ist deutlich niedriger. Besonders auf Kurzstrecke und in der Stadt. Die aus einer kleinen Lithium-Ionen-Batterie mit 1,09 kWh Kapazität gespeiste Elektrounterstützung sorgt für einen deutlich niedrigeren Verbrauch. Mit dem Hybrid, für den Ora einen CO2-Ausstoß von 117 g/km und Kraftstoffverbrauch von 5,1 Liter/100 km angibt, spare ich 1,8 Liter Superbenzin alle 100 km gegenüber dem Benziner ein. Dies wirkt sich positiv auf die Reichweite und Benzinkosten aus.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Das Thema Sicherheit wird auch in China großgeschrieben. Man hat aus den Fehlern der Vergangenheit enorm gelernt.
20 Assistenten
Mit 20 Assistenzsystemen und sieben Airbags stehen die Chancen gut, dass der GWM Ora 5 die fünf Sterne im Euro NCAP Crashtest einfährt. In Fahrt werde ich vom Toter-Winkel-Warner und dem Spurhalte-, Spurwechsel- und Spurzentrierungsassistenten unterstützt. Im fließenden Verkehr sichern der Spurverlassens-, Front- und Heckkollisionswarner sowie der Querverkehrswarner vorne und hinten die Fahrt. Im stehenden Verkehr verhindert der Türöffnungsassistent Schlimmeres.
Mehr Sicherheit, mehr Komfort
Die Verkehrszeichenerkennung hilft, wenn ein Verkehrszeichen übersehen wurde, aber wie in anderen Fahrzeugen nicht mit 100% Treffsicherheit. Mit dem ACC-Tempomat schone ich auf langen Autobahnfahrten mein rechtes Fußgelenk und mit der 360-Grad-Rundumsichtkamera mit „transparenter Motorhaube“ die Nerven beim Rangieren. Beides sorgt für mehr Sicherheit wie auch für mehr Komfort.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Seine Langlebigkeit und Zuverlässigkeit konnte der Ora 5, der erst Mitte 2026 auf den deutschen Markt kam, noch nicht unter Beweis stellen. Die lange Garantie stimmt aber zuversichtlich. Die Schweizer Automobilhandelsgruppe Emil Frey, die Oras Fahrzeuge in Deutschland vertreibt, gewährt sieben Jahre Garantie auf das Fahrzeug bis zu einer Fahrleistung von 150.000 km. Bei der Fahrbatterie fährt man für acht Jahre oder 160.000 km auf der sicheren Seite.