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Mitsubishi Space Star im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Mitsubishi Space Star werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der Space Star von Mitsubishi, der zum Modelljahr 2020 schon sein zweites Facelift erhielt, vereint Dinge in einem Kleinwagen, die teure Lifestylemobile wie ein Mini so nicht mehr zu bieten haben: Ein gutes Raumangebot mit fünf Türen zu einem Preis, der so kompakt ist wie das Fahrzeug.

  • Günstiger Preis
  • Sparsamer Dreizylinder mit schwachem Durchzug
  • 5 Jahre Garantie
  • Behäbige Automatik

Das erklärt viel vom seit 2012 währenden Erfolg des Mitsubishi Space Star, der sich in Deutschland im letzten Jahr vor dem 2020er Modelljahr rund 20.000 Mal verkaufte. Ein anderer Grund ist das praktische Format. Mit 3,85 Meter Länge ist der Space Star noch kompakt genug, um enge Parklücken in der City zu entern, bietet aber Plätze für fünf.

Raumnutzung ausbaufähig

Für fünf Passagiere ist der Space Star zugelassen. Vier kommen besser unter. Vorne sitzt man gut. Dank der serienmäßigen Fünftürigkeit steigt man hinten bequem ein. Zu zweit sitzt man, mit der im Kleinwagen möglichen Beinfreiheit, akzeptabel. Zu dritt wird es eng. 

Praktisch sind die ebene Ladefläche nach dem flach legen der Rückbank und das Kofferraumbodenfach, aber das Kofferraumvolumen von maximal 235 bis 912 Liter ist nur durchschnittlich.

Ein Vergleich zeigt das. Ein Kia Picanto ist mit 3,60 Meter Länge zwar über zwanzig Zentimeter kürzer als der Space Star, bietet mit 255 bis 1.010 Liter aber mehr Volumen im Kofferraum. Im 4,06 Meter langen Dacia Sandero dürfen im Heck 320 bis 1.200 Liter verstaut werden und auch die bekanntesten Vertreter der Viermeterklasse à la Ford Fiesta (292 Liter) oder VW Polo (351 Liter) schlucken mehr Gepäck. 

Das Längenwachstum von 3,80 auf 3,85 Meter kam nicht dem Raumangebot, sondern vor allem der Crashsicherheit des Mitsubishi Space Star zugute, der mit der Überarbeitung endlich moderne Fahrassistenten und Sicherheitssysteme erhielt. 

Optisch frisch

Und auch äußerlich hat das Facelift dem Space Star sichtbar gut getan. Das Space Star Facelift, das seit Februar 2020 auf deutschen Straßen rollt, orientiert sich mit der überarbeiteten Front im „Dynamic Shield Design“ mehr am Outfit der anderen Mitsubishi Modelle, ohne das zu verleugnen, was der Japaner immer war und auch nach dem Facelift bleibt: ein zweckmäßiger Alltagsbesteher.

Diese Zweckmäßigkeit offenbaren einem auch die günstigen Kunststoffe, aber die Dekors und Sitzpolster wurden mit der Überarbeitung genauso aufgefrischt wie das Infotainment. Das wartet mit einem Touchscreen, flotter Smartphone-Einbindung und sogar, wenn man sich für die Topausstattung entscheidet, einer Rückfahrkamera auf. Die sorgt beim Parken genauso für Klarheit wie die gut ablesbaren Instrumente und, wenn mit dabei, das Navigationssystem.

Wendig macht den Space Star, obwohl die Lenkung indirekt und nicht sonderlich präzise arbeitet, der sehr kompakte Wendekreis von 9,2 Metern. Der Komfort fühlt sich fürs Format gut an. Der Motor hat mit wenig Gewicht wenig zu schaffen. Motorisch gibt es im Space Star Facelift jedoch keine Neuigkeiten zu vermelden. 

Maximal drei Zylinder

Die Besetzung im Motorraum ist die alte. 71 PS leistet der Antrieb, den Mitsubishi mittlerweile als einzigen Motor auserkoren hat.

Im Space Star arbeiten immer drei. Die beiden Dreizylinder-Varianten unterscheiden sich lediglich in der Getriebeauswahl. Die eine mit dem manuellen 5-Gang-Schaltgetriebe, die andere mit einer stufenlosen CVT-Automatik.  

Für den Einstiegs- und gleichzeitig Topmotor im Space Star sprechen der Preis und das niedrige Gewicht. Den 71 PS stehen nur etwas mehr als 900 Kilogramm Gewicht gegenüber. Das geht in Ordnung, aber von einem 1,2-Liter-Motor ohne Turbolader sollte man sich auch nicht zu viel Kraft versprechen. 88 Newtonmeter Drehmoment versprechen wenig Durchzugskraft und auf der Autobahn hält der kleine Saugmotor sein Versprechen.

Die beschaulichen 14,1 Sekunden, die für den Spurt von 0 auf 100 km/h vergehen, zeigen Fahrenden, wo er den Space Star 1.2 am besten bewegt: in der Stadt. Dort hält man ihn mit Drehzahl bei Laune. Dann liegt der Verbrauch allerdings schnell über den von Mitsubishi angegebenen 4,5 Liter Super pro 100 km.

Noch langsamer geht es voran, wenn das stufenlose Automatikgetriebe von Mitsubishi für die Übersetzung sorgt. Mit 15,8 Sekunden benötigt es nochmal geschlagene 1,7 Sekunden länger, um den Space Star auf 100 km/h zu bringen, als die manuelle Variante. Wer also im Space Star halbwegs flott unterwegs sein möchte, muss selbst Hand anlegen.

Am Verbrauch ändert sich, egal ob man das manuelle Schaltgetriebe oder die Automatik wählt, nur wenig. Der Verbrauch wurde im Space Star mit 4,5 bis 4,7 Liter Super gemessen, die alle 100 Kilometer aus dem 35 Liter großen Tank abfließen.

Wirklich nur die Basis

Entscheidet man sich für das Lockangebot der Basisausstattung, zahlt man einen sehr niedrigen Preis für einen vernünftigen, bewährten und preiswerten Kleinwagen, aber man verzichtet auf einiges, was erst die höheren Ausstattungslinien zu bieten haben.

Das fünfsitzige und fünftürige Basismodell ist von der Ausstattung eher zweckmäßig gestrickt. Klimaanlage und Radio fehlen (nur die Radiovorbereitung mit zwei Lautsprechern ist inklusive). Die Sicherheitsausstattung beschränkt sich mit dem ESP, der Traktionskontrolle, dem Bremsassistenten, der Reifendruckkontrolle, den sechs Airbags und der Berganfahrhilfe auf ein Minimum. 

Mit den elektrischen Fensterhebern vorn, den elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, dem Licht- und Regensensor, dem höhenverstellbaren Fahrersitz, den ISOFIX-Kindersitzbefestigungen und der im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbaren Rücksitzlehne erfüllt der Space Star sein Pflichtprogramm aber ganz gut.

Mit leichtem Plus

An der Sicherheit und dem Motor, der hier mit einem Start-Stopp-System verbunden ist, ändert sich im Space Star Plus nichts. Auch der Plus ist ausschließlich mit der 71-PS-Maschine bestellbar. 

Wichtiges kommt hinzu. Die Klimaanlage und das CD-MP3-Radio mit vier Lautsprechern und USB-Schnittstelle gehören im Plus ebenso mit zur Serienausstattung wie die Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Hinzu kommen die Gepäckraumbeleuchtung, die herausnehmbare Gepäckraumabdeckung, die „High-Contrast“-Instrumentierung und die LED-Rückleuchten.

Der Top: tatsächlich Top

Der Space Star Top ist die erste Wahl, wenn es um die Sicherheit geht. Im Top zählen seit dem Facelift das Auffahrwarnsystem mit Fußgängererkennung, der Notbremsassistent, der Spurhalte- und Fernlichtassistent und die Rückfahrkamera mit zum Sicherheitspaket. 

Rein äußerlich machen die LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, die Nebelscheinwerfer, die LED-Blinkleuchten an den Außenspiegeln, die 15 statt 14 Zoll großen Räder und die hinten stark abgedunkelten Scheiben den Unterschied.

Im Innenraum sind das Multifunktionslenkrad und der Schaltknauf mit Leder bezogen und auch funktional hat das Topmodell einiges mehr zu bieten mit den jetzt auch beheizbaren Außenspiegeln, den elektrischen Fensterhebern auch hinten, dem Smart-Key-System mit Start-Stopp-Knopf, der Klimaautomatik, dem Tempomat, der Sitzheizung und dem 7-Zoll-Infotainment. Das umfasst eine Bluetooth-Schnittstelle, eine Freisprecheinrichtung, den digitalen Radioempfang (DAB+) sowie die Smartphone-Einbindung via Apple CarPlay oder Android Auto. 

Zwischen den höhenverstellbaren Vordersitzen, die statt mit Stoff mit schwarzem Stoff und Kunstleder bezogen sind, findet sich eine Mittelarmlehne für den Ellbogen und im Kofferraum das praktische Staufach. 

Spirit-Sondermodelle: ein gutes Paket

Passé sind die Intro-Sondermodelle zum Marktstart des Facelifts, die im Ausstattungsumfang der Variante Plus oder Top ähnelten. Nachgelegt hat Mitsubishi mit dem Spirit- und dem Spirit+-Sondermodell.

Die bieten beide ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn schon im Spirit erhält man zum Mehrpreis von rund 1.000 Euro ein Paket aus 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung vorn, Tempomat und 6,5-Zoll-Navigationssystem.

Und die Sicherheit im Test? Im ADAC-Bremstest kam der Mitsubishi Space Star nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach nicht berauschenden, aber akzeptablen 36,8 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit vier von fünf Sternen bewertet.

Geeignet für Pragmatiker

Der Space Star lebt vor, worum es im Kleinwagen-Segment ursprünglich mal ging. Um einen zuverlässigen fahrbaren Untersatz und viel Auto für wenig Geld. Genau das ist nach wie vor die Paradedisziplin des Mitsubishi, der gleichzeitig wenig Lifestyle und viel Pragmatismus versprüht. Das gilt für die schwachen aber sparsamen Motoren ebenso wie für den Ausstattungsumfang.

Zeitgemäß ist die Sicherheitsausstattung des Space Stars ganz im Gegensatz zur Serienausstattung. Erst höhere Varianten oder aufpreispflichtige Optionen lassen Modernität einkehren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des praxisorientierten Kleinwagens stimmt. Das bedeutet aber auch, man bekommt im Space Star eben genau so viel, wie man zahlt - und das ist in der BASIS ganz schön wenig.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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