Mercedes-Benz VLE Testbericht
Großes Raumangebot, große Variabilität, große Reichweite – Der Mercedes VLE präsentiert sich als elektrischer Personentransporter mit bis zu 8 Sitzplätzen, enormer Vielseitigkeit und bis zu 700 km Reichweite ziemlich überzeugend.
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Unser Fazit zum Mercedes VLE
Großes Raumangebot, große Variabilität, große Reichweite – Der Mercedes VLE präsentiert sich als elektrischer Personentransporter mit bis zu 8 Sitzplätzen, enormer Vielseitigkeit und bis zu 700 km Reichweite ziemlich überzeugend. Dies hat allerdings seinen Preis.
Der vollelektrische Mercedes VLE eröffnet Großfamilien und Shuttle-Unternehmern neue Möglichkeiten mit der großen Batterie. Die im 272 PS (203 kW) leistenden VLE 300 und im 415 PS (305 kW) starken VLE 400 4MATIC mit Allradantrieb eingebaute Batterie ermöglicht bis zu 713 km Reichweite und ist mit 800-Volt-Ladetechnik und bis zu 300 kW Ladeleistung in 25 Minuten auf 80 % Ladestand gebracht.
Sein vielseitiges Konzept macht den Mercedes VLE sowohl langstreckentauglich als auch großfamilientauglich. Er steht in zwei Formaten mit 5,31 und 5,48 Meter Länge, mit drei verschiedenen Mittelkonsolen und fünf bis acht Sitzplätzen im Angebot. Die Sitze lassen sich verschieben, drehen, ausbauen und durch am Sitzboden integrierte Räder rückenschonend verstauen. Der Gepäck- und Laderaum bietet bereits in der Normalversion zwischen 795 und 4.078 Liter Volumen. 150 kg gehen aufs Dach, bis zu 1,5 Tonnen an die optionale Anhängerkupplung.
Die Ausstattung ist vor allem von der Ausstattungslinie abhängig. Vieles ist möglich. Im Cockpit spannt sich optional über das Armaturenbrett eine eindrucksvolle Anzeigenlandschaft von drei Bildschirmen. Im Fond klappt optional ein 31,3-Zoll-Bildschirm aus. Das Infotainment und die Konnektivitätsoptionen sind so zeitgemäß wie die Sicherheitsausstattung mit zahlreichen Assistenzsystemen. Die Luftfederung und Vierradlenkung empfehlen sich immer. Der Mercedes VLE konkurriert mit all seinen Optionen und seinem Luxus mit dem Luxusvan Lexus LM und setzt sich damit von Konkurrenten wie einem VW ID. Buzz, VW T7, Ford Transit und Kia PV5 ab.
Wie viel kostet der Mercedes VLE?
Das Preisniveau des Mercedes VLE liegt über dem eines VW ID. Buzz, VW T7, Ford Transit oder Kia PV5. Es kann mit viel Sonderausstattung das hohe Preisniveau des Lexus LM erreichen. Die Betriebskosten sind geringer als in der Mercedes V-Klasse. Der Betrieb mit Strom, die geringeren Wartungskosten und die für Elektrofahrzeuge bis 2030 ausgesetzte Steuer senken die Kosten. Die moderne 800-Volt-Technik und die Reichweitensicherheit lassen einen guten Wiederverkaufswert erwarten.
Mercedes VLE: Reichweite und Ladedauer
Mit dem VLE 300 mit 272 PS Leistung sind mit einem Stromverbrauch von 18,4 bis 20,7 kWh/100 km, den Mercedes für den kombinierten WLTP-Verbrauch angibt, zwischen 645 und 713 km Reichweite möglich. Im reinen Stadtverkehr, wo Strom beim Bremsen und Verzögern zurückgewonnen wird, kann es mit einer Ladung zwischen 808 und 903 km weit gehen. Die Batterie mit stattlichen 115 kWh Kapazität macht es möglich.
Mit einer Reichweite etwa 20 % unter den WLTP-Werten kann ich im Alltag kalkulieren. Das wären um die 550 km und ein Aktionsradius, mit dem ich auch lange Strecke ohne häufiges Aufladen zurücklegen kann.
25 Minuten Ladedauer
Mit seiner 800-Volt-Technik bringt der Mercedes VLE die Batterie in nur 25 Minuten von 10 auf 80 % und lädt unterwegs innerhalb von 15 Minuten 355 km Reichweite in den Akkupack. Am AC-Lader oder an der Wallbox dauert das Aufladen mit 22 kW Ladeleistung statt nur 11 kW – Pluspunkt – sechs Stunden und 30 Minuten und die Batterie ist von 0 auf 100 % geladen. Bidirektionales Laden ist ebenfalls möglich.
Leistung und Fahrkomfort
Der Mercedes VLE steht parallel zur V-Klasse mit Verbrennungsmotor im Lieferprogramm. Drei Motorisierungen mit Front- oder Allradantrieb stehen im Angebot. Die Optionen Luftfederung und Hinterradlenkung empfehlen sich im VLE.
Start mit 272 PS
Der VLE 200 mit 245 PS (180 kW) Leistung ist erst nach dem Marktstart zu bestellen. Im VLE 300, der im Herbst 2026 startete, leistet der Motor 272 PS (203 kW). Im VLE 400 4MATIC arbeiten zwei Motoren und 415 PS (310 kW) Leistung. Die gelangt über die Vorder- und Hinterräder auf die Straße.
Reiseflughöhe 180
Der Allradantrieb sorgt für bessere Traktion und Fahrleistungen, aber die Kraft und Beschleunigung genügen im frontgetriebenen VLE 300 voll und ganz. In 9,5 Sekunden ist der Sprint von 0 auf 100 km/h bewältigt und bei einer Geschwindigkeit von 180 km/h die maximale Reiseflughöhe erreicht.
In schnellen Kurven liegt der VLE dank der schweren Batterie im Fahrzeugboden satt und sicher. Beim Anbremsen spüre ich jedoch das hohe Gewicht von 2,9 Tonnen. Bei vollem Schub aus engen Kurven gelangt der Frontantrieb früher als der Allradantrieb an seine Grenzen.
Entkoppelte Leistung
Der zweite Motor im VLE 400 4MATIC koppelt sich, wenn er nicht benötigt wird, ab. Das spart Energie und sorgt dafür, dass sich der stärkere Antrieb, der satt Drehmoment produziert, beim Verbrauch und der Reichweite weniger negativ bemerkbar macht, als man vielleicht erwartet.
Hinterradlenkung: gute Wahl
Die Hinterradlenkung, die bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h mit bis zu sieben Grad entgegengesetzt zu den Vorderrädern mitlenkt, verkürzt den Wendekreis auf 10,9 Meter und verbessert das Fahrverhalten des VLE spürbar. Die Akustikverglasung ist für den hohen Geräuschkomfort im Innenraum mitverantwortlich. Mit 19 Zoll auf den Felgen rollt der Mercedes Van noch komfortabler ab als auf den größeren Reifenformaten. Für die optionale Luftfederung („AIRMATIC“) würde ich mich im VLE entscheiden.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Große Reichweite, großes Raumangebot, große Variabilität – Der elektrische Mercedes VLE eröffnet Großfamilien und Shuttle-Unternehmern viele Möglichkeiten mit drei vollwertig nutzbaren Sitzreihen, bis zu acht Sitzplätzen und bei der Sitzanordnung im Innenraum. Entweder in Form der 5,31 Meter langen Basisversion oder der Langversion mit 5,48 Meter Länge, die 2027 folgt.
Volles Programm Variabilität
5,31 Meter Länge, 3,34 Meter Radstand, 2,25 Meter Breite und 1,94 Meter Höhe lauten die Rezepte für luftige Raumgefühle im Innenraum. Je nach Konfiguration werden bereits in der Normallänge fünf, sechs, sieben oder acht Sitzplätze geboten. An Variabilität liefert der Stuttgarter, der in Spanien vom Band läuft, das volle Programm. Die Sitze lassen sich verschieben, drehen, ausbauen und durch die vier Rollen am Boden der Sitze rückenschonend verstauen.
Sitzkonfigurations-Modi
Der Gepäck-Modus bewegt alle Sitze so weit wie möglich nach vorne, um den Laderaum zu maximieren. Im Executive-Modus rücken die Sitze so weit wie möglich nach hinten, um den Beinraum in der zweiten Reihe zu maximieren. Im Personen-Gepäck-Modus bietet der VLE so viel Platz vor den Beinen wie eine E-Klasse und reichlich Raum fürs Gepäck. Im Standard-Programm bewegen sich alle Sitze zurück in die Grundeinstellung.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Die Modernität des Cockpits und der gebotene Luxus im Innenraum unterscheiden den VLE von Mercedes von vielen Vans mit Transportergenen.
Bildschirm x 3
Hinter dem neuen Multifunktionslenkrad mit Walzenreglern tut sich mit dem optionalen MBUX-Superscreen wie in der Neuauflage des Mercedes CLA eine eindrucksvolle Cockpitlandschaft auf. Drei Bildschirme spannen sich über das Armaturenbrett vom Fahrerplatz bis zur Beifahrerseite. Unter einer durchgehenden Anzeigefläche vom 10,25-Zoll-Instrumentendisplay links, über den 14-Zoll-Touchscreen in der Mitte bis hin zum 14-Zoll-Bildschirm rechts.
Google Maps und KI-Sprachbedienung
Die Fahranzeigen im Cockpit lassen sich einwandfrei ablesen. Die Steuerung von Infotainment und Fahrzeugeinstellungen erfolgt, nach einem kleinen Bücker in die Mitte, auf dem zentralen Bildschirm. Die Navi arbeitet schnell und flüssig und berechnet die Ladestopps auf der Strecke. Die KI-Sprachbedienung lernt mit. Vom Film auf dem Beifahrermonitor bekomme ich nichts mit, weil meinen Blick die Kameraüberwachung aussperrt.
Infotainment-Splitting
Auch im Fond kommt man in den Genuss eines Panoramabildschirms. Der ist mit 31,3 Zoll Bildschirmdiagonale nicht ganz so riesig wie im BMW 7er, liefert aber eine scharfe 8K-Auflösung und eine Split-Funktion. Die erlaubt es, dass ich auf dem rechten Platz einen Film schaue während mein Sitznachbar auf dem linken im Netz surft. Das Smartphone lässt sich kabellos laden. Over-the-Air-Updates halten die Systeme des VLE auf dem aktuellen Stand.
Personentransporter der Oberklasse
Die meisten Ausstattungsposten werden im Mercedes VLE in Ausstattungspaketen gebündelt. Mit denen erhält man im VLE Features und moderne Technologie wie den MBUX-Superscreen, das Augmented-Navigationssystem, das Head-up-Display oder das Burmester-Soundsystem mit 22 Lautsprechern. Annehmlichkeiten wie eine Sitzbelüftung, eine Massagefunktion der Vordersitze und eine Kühlbox sorgen für mehr Luxus und Komfort an Bord. Mit der Hinterachslenkung hat das Handling schon gewonnen. Mit all dieser Ausstattung an Bord tritt der Mercedes VLE in der Oberklasse der Personentransporter gegen die Konkurrenten an, die sich die Plattform und Technik oft mit Handwerker- und Lieferdienstfahrzeugen teilen.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Mit vielen Assistenzsystemen ist das Niveau der Sicherheit, wie von Mercedes seit Jahrzehnten gewohnt, hoch. Die modernste Sicherheitstechnik geht mit an Bord. Serienmäßig oder gegen Zuzahlung. Der Abstandsassistent ist Serie. Mit dem optionalen „Drive Assist“ fährt der VLE teilautonom. Mit dem Spurwechselassistenten reicht es auf den Blinkerhebel zu tippen, und der Luxusvan wechselt die Spur. Der Parkassistent wurde verbessert. Er bugsiert den langen VLE mit der Hinterachslenkung in sehr enge Parklücken und er lenkt ihn aus engen Sackgassen automatisiert rückwärts wieder hinaus, da sich das System die letzten zurückgelegten 150 Meter Strecke merkt.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Der vollelektrische Mercedes VLE, der parallel zur Mercedes V-Klasse mit Verbrennungsmotor produziert wird, wurde erst 2026 auf dem Markt eingeführt. Damit taucht der Personentransporter im TÜV-Report und der ADAC-Pannenstatistik noch nicht auf. Mit dem Elektroantrieb sind weniger Probleme zu erwarten als bei Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren. Die geringere Anzahl an verbauten Teilen sorgt für einen geringeren Wartungsaufwand. Bei der Garantie knausern die Schwaben. Mercedes gewährt lediglich zwei Jahre Garantie aufs Fahrzeug und acht Jahre Garantie bis zu einer Laufleistung von 160.000 km auf die Hochvoltbatterie.