Maserati Grecale Testbericht

Der Maserati Grecale überzeugt als sportliches und luxuriöses SUV mit viel Platz, enttäuscht aber mit seinem hohen Realverbrauch und den Unterhaltskosten.

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Wow-Wertung
8/10
Zuletzt aktualisiert am: 18/06/2026
Felix Reek
Freier Redakteur, Journalist, Texter

Was gut ist

  • Überdurchschnittliches Platzangebot
  • Hervorragende Fahrdynamik
  • Hochwertiges Interieur

Was nicht so gut ist

  • Enormer Kraftstoffverbrauch
  • Hohe Unterhaltskosten
  • Schwächen beim Komfort

Maserati Grecale: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Unser Fazit zum Maserati Grecale

Der Maserati Grecale erwies sich im Test als eine exklusive und geräumige Alternative zu etablierten Premium-SUVs wie dem BMW X3 oder Porsche Macan. Er vereint italienische Eleganz mit hoher Alltagstauglichkeit und sportlicher Dynamik. Minuspunkte gibt es für den hohen Realverbrauch und die beträchtlichen Unterhaltskosten.

Mit einem Einstiegspreis von 83.512 Euro ist der Maserati traditionell im Luxussegment verortet. Die monatlichen Gesamtkosten liegen zwischen 1.150 und 1.400 Euro, wobei allein der Wertverlust im ersten Jahr oft über 1.000 Euro pro Monat beträgt. Hinzu kommen teure Versicherungsprämien von bis zu 3.600 Euro jährlich.

Auf der positiven Seite bietet der Grecale ein überdurchschnittliches Platzangebot. Dank eines Radstands von 2,90 m ist der Raum im Fond geradezu fürstlich. Der Kofferraum fasst je nach Motorisierung 535 bis 570 Liter und lässt sich auf bis zu 1.614 Liter erweitern, womit er Konkurrenten wie den Macan übertrifft. Das Interieur punktet mit Leder, Aluminium und Echtholz, wenngleich harter Kunststoff in tiefer liegenden Bereichen zum Einsatz kommt.

Das Motorenspektrum ist breit gefächert: Zur Verfügung stehen zwei Mildhybrid-Vierzylinder mit 300 oder 330 PS, bei denen ein E-Motor das Turboloch füllt. Das Topmodell Trofeo bietet einen V6-Benziner mit 530 PS, während die vollelektrische Variante Folgore mit 557 PS die stärkste Motorisierung darstellt. Die Verbrenner nutzen ein extrem schnell schaltendes 8-Gang-ZF-Automatikgetriebe, leiden jedoch unter einem hohen Realverbrauch von oft 10 bis 16 Litern.

Besondere Akzente setzt der Grecale durch seine konsequente Digitalisierung inklusive einer digitalen Uhr mit G-Meter, markentypische Details wie feststehende Aluminiumschaltwippen und eine 5-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

Wie viel kostet der Maserati Grecale?

Wer sich ein Automobil im Luxusbereich zulegt, muss mit hohen monatlichen Kosten rechnen. Im Fall des Maserati Grecale sind es zwischen 1.150 und 1.400 Euro. Der größte Posten ist der Wertverlust des Neuwagens, der im ersten Jahr bei über 1.000 Euro liegen kann. Danach pendelt sich der Betrag im Laufe der ersten fünf Jahre bei 300 bis 500 Euro monatlich ein. Auch die Versicherung ist teuer. Bei einer mittleren SF-Klasse und Vollkasko fallen jährlich zwischen 2.400 und 3.600 Euro an. Die Betriebskosten für Sprit und Wartung des Grecale liegen zwischen 400 und 500 Euro pro Monat.

Leistung und Fahrkomfort

Ein Maserati kommt mit einer gewissen Erwartungshaltung. Sportlich soll das Auto sein,  luxuriös und komfortabel. Erst recht, wenn es sich um ein SUV handelt. Der Grecale basiert auf der Giorgio-Plattform, die unter anderem der Alfa Romeo Stelvio nutzt, wurde jedoch von Maserati für mehr Komfort und einen längeren Radstand adaptiert.

Bis zu 558 PS

Der Grecale kommt in der Basisausstattung mit 300 PS, die bereits für einen ordentlichen Vortrieb sorgen. In 5,6 Sekunden beschleunigt das SUV von 0 auf 100. In der Ausstattung Modena sind es 330 PS, der Trofeo schafft 530 PS. Die elektrische Variante mit 558 PS soll hier außen vor bleiben. 

Hoher Verbrauch im Alltag

Alle Grecale kommen mit Allradantrieb und Automatikgetriebe. In der Basis und im Modena arbeiten Vierzylinder-Mildhybride, bei denen ein kleines E-Aggregat beim Beschleunigen hilft und primär das Turboloch wegboostert. Das konnten wir im Test bestätigen. Selbst bei niedrigen Drehzahlen verliert der Maserati Grecale kaum an Schub. Kraftstoff spart das System allerdings nicht. Das SUV erwies sich als durstig und lag weit über den Normwerten von etwa 9 Litern. Wir benötigten über 10 Liter, zum Teil 16 Litern im Durchschnitt. Auf der Autobahn kann der Grecale sogar die 30-Liter-Marke knacken.

Flinkes Automatikgetriebe

Im Test agierte die Lenkung präzise und direkt. Besonders der Trofeo ist eine echte Fahrmaschine, die durch den hecklastigen Allradantrieb kontrollierte Slides ermöglicht. In allen Modellen kommt ein 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF zum Einsatz, das uns wirklich beeindruckte. Im Sport- oder Corsa-Modus schaltet es extrem schnell. Ungewöhnlich ist die Steuerung über Tasten in der Mittelkonsole, was gewöhnungsbedürftig war. Mit den großen Aluminiumschaltwippen an der Lenksäule kann manuell eingegriffen werden.

In der Topvariante überraschend hartes Fahrwerk

Das Fahrwerk bietet eine große Spreizung zwischen Komfort und Sport. Kritisieren müssen wir die Basissitze, die zu hart und schmal für lange Fahrten sind, sowie das brettharte Fahrwerk im Trofeo, das jeden Gullideckel direkt an die Insassen weitergibt. Das hohe Leergewicht von 1.977 kg bis zu 2.102 kg beim Trofeo merkt man dem Maserati Grecale kaum an.

Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit

Die teilweise Elektrifizierung wirkt sich auf die Größe des Kofferraums des Maserati Grecale aus. Das größte Volumen gibt es im Trofeo mit herkömmlichem V6-Motor. 570 Liter sind es hier etwa. In den Mild-Hybrid-Varianten sind es mit 535 Litern etwas weniger, da sich die Hybrid-Batterie unter dem Ladeboden befindet. Das ist aber immer noch mehr als bei der Konkurrenz. Der Grecale lässt den Porsche Macan mit 488 bis 500 Litern Kofferraumvolumen deutlich hinter sich. Das gilt auch für den Alfa Romeo Stelvio, den BMW X3 und den Mercedes GLC.

Hochwertiger Kofferraum mit praktischen Features

Durch das Umklappen der Rücksitze im Verhältnis 40 zu 60 entsteht eine fast ebene Ladefläche in dem SUV, die den Raum auf bis zu 1.614 Liter erweitert. In unserem Test fiel uns positiv auf, dass der Kofferraum hochwertig mit Teppich ausgekleidet ist und über Metallverzurrösen auf Schienen, Taschenhalter sowie eine 12V- und 230V-Steckdose verfügt. Die Rücksitze lassen sich bequem per Hebel direkt vom Kofferraum aus umlegen. Unter dem eigentlichen Boden gibt es kleine Zusatzfächer für Werkzeug oder Kleinteile. Bei den Hybridmodellen ist dies eingeschränkt.

Wie viel Platz gibt es auf der Rückbank?

Dank seines großzügigen Radstands von 2,90 m bot unser Grecale für seine Klasse ein überdurchschnittliches Raumgefühl. Der Platz im Fond ist geradezu fürstlich und einer der besten in dieser Fahrzeugklasse. Selbst Personen mit einer Körpergröße von über 1,90 m hatten in unserem Test ausreichend Knie- und Kopffreiheit. Der mittlere Platz ist jedoch eher schmal und als Notsitz oder für die Armlehne gedacht. Vorne genießen Fahrende eine gute Ergonomie und ein luftiges Cockpit.

Für wen eignet sich der Maserati Grecale?

Für uns ist der Maserati Grecale eine ernsthafte, oft geräumigere Alternative zu den etablierten Premium-SUVs. Er ist als klassisches Familien-SUV konzipiert, für alle, denen ein Mercedes oder BMW nicht außergewöhnlich genug ist. Er eignet sich auch als Daily Driver für Personen, die ein luxuriöses Alltagsauto suchen und das exklusive italienische Design bevorzugen. Mit einer hohen Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen und dem großen Laderaum ist er auch für sportliche Aktivitäten oder das Ziehen von Anhängern geeignet.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Für uns hebt sich der Innenraum des Maserati Grecale durch seine konsequente Digitalisierung, hochwertige italienische Materialien und einige markentypische Besonderheiten von der Konkurrenz ab. Das grundsätzliche Design wirkt für uns sehr clean und aufgeräumt, da die Anzahl der physischen Knöpfe auf ein Minimum reduziert wurde.

Viel Luxus und ein wenig Plastik

Maserati setzt auf klassische Luxusmaterialien wie Leder, Aluminium und Echtholz. Besonders hervorheben möchten wir die Verarbeitungsqualität, die sich mit dem Porsche Macan messen kann. Ein besonderes Extra sind in der Trofeo-Variante die großflächigen 3D-Carbon-Elemente. Auch wenn das Interieur fast flächendeckend hochwertig ist, störte uns doch der harte Kunststoff in tiefer liegenden Bereichen sowie an den Lenkradtasten. Das passt einfach nicht zu einem Maserati.

Wie ist das Infotainment?

Das Infotainment des Grecale basiert auf Android Automotive OS und ist sehr schnell und intuitiv. Das Cockpit dominiert eine zentrale Einheit aus zwei übereinander angeordneten Displays: ein oberer 12,3-Zoll-Touchscreen für Navigation und Medien sowie ein unterer 8,8-Zoll-Bildschirm für Klimasteuerung und Sitzeinstellungen. Ein markantes Detail ist die Maserati-Uhr auf dem Armaturenbrett, die nun volldigital ist. Sie kann verschiedene Designs anzeigen, aber auch Kompass, G-Meter oder die Pedalstellung. Serienmäßig gibt es Apple CarPlay, Android Auto und Amazon Alexa.

Die Lautstärkeregelung über eine Touchleiste zwischen den Displays empfanden wir als sehr mühsam. Auch die Sprachsteuerung ist im Vergleich zu anderen Herstellern ausbaufähig.

Welche Ausstattungslinien gibt es? 

Maserati koppelt seine Ausstattung an die Motorisierungen. In der Grundausstattung sind Ledersitze mit 10-Wege-Sitzverstellung Serie. In der Variante Modena gibt es Features wie Sitzkissenverlängerungen für besseren Langstreckenkomfort. Im Topmodell Trofeo ist der Maserati voll ausgestattet mit Luftfederfahrwerk, Panoramaglasdach, Head-Up-Display und Carbon-Zierteilen. Je nach Ausstattung ist ein Soundsystem mit bis zu 21 Lautsprechern verfügbar.

Eine Alternative zu Porsche und BMW

Für uns unterscheidet sich der Maserati Grecale deutlich von BMW oder Porsche, da er Akzente setzt, die es dort so nicht gibt. Dazu gehören die feststehenden Aluminiumschaltwippen an der Lenksäule, die ein haptisches Klickgeräusch liefern. Anstelle eines Schalthebels setzt Maserati auf physische Tasten zwischen den Bildschirmen. Die Türen werden von innen über Druckknöpfe elektrisch entriegelt. Zudem bietet der Hersteller Individualisierungsmöglichkeiten, die über das Standardangebot der Konkurrenz hinausgehen.

Wie hoch ist der Verbrauch des Maserati Grecale?

Maserati baut den Grecale in drei Motorvarianten: als Mildhybrid mit 4 Zylindern, als Benziner mit V6 und als Elektroauto. Das Basismodell und die Variante Modena nutzen einen 48-Volt-Mildhybridantrieb in Kombination mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder. Der Elektromotor dient primär dazu, das Turboloch zu füllen und die Effizienz beim Anfahren zu steigern. Spritsparen durch das kleine E-Aggregat ist nicht vorgesehen. Das zeigt sich leider im Verbrauch. Offiziell gibt Maserati 8,8 bis 9,2 Liter auf 100 Kilometer an. Im Realbetrieb sind es deutlich über 10 Liter. Erst recht, wenn das Topmodell mit V6-Motor zum Einsatz kommt. Da hilft auch die Zylinderabschaltung nicht, weil das Gewicht von über 2 Tonnen den Realverbrauch nach oben treibt.

Die Konkurrenz sieht hier allerdings auch nicht besser aus. Der Basis-Porsche Macan mit 265 PS verbraucht bereits im WLTP-Durchschnitt mehr als 10 Liter. Neu im Handel gibt es die Verbrennervariante allerdings nicht mehr, sie wurde von einem vollelektrischen Modell abgelöst. Allradantrieb besitzen beide, aber der Maserati hat für uns den Vorteil, dass er deutlich emotionaler wirkt als der E-Macan. Punkt für den Grecale also.

Sicherheit und Assistenzsysteme

Für den Maserati Grecale gibt es kein offizielles Crash-Testergebnis der Euro NCAP. Er besitzt eine stabile Karosseriestruktur und moderne Sicherheitsfeatures. Dazu gehört ein Fahrassistent für teilautonomes Fahren auf Level 2, der einen adaptiven Tempomat mit einem Spurhalteassistenten kombiniert. Zudem sind eine Rückfahrkamera, ein aktiver Park-Bremsassistent, Notbremsassistent, Bergabfahrhilfe sowie Radarsensoren an Bord.

Assistenzsysteme sind nur Mittelmaß

Im Vergleich mit BMW oder Mercedes ist der Maserati allerdings nur gutes Mittelmaß. Der Spurhalteassistent verliert in engen Kurven schneller den Kontakt als die Konkurrenz. Abheben kann sich der Grecale durch den Corsa-Modus ab. Dieser schaltet elektronische Assistenzsysteme und das ESP komplett ab, um maximale Performance auf der Rennstrecke zu ermöglichen. Zusammenfassend verbindet der Maserati hohe aktive Sicherheit mit einem präzisen Fahrwerk.

Bekannte Probleme und Rückrufe

Maserati gewährt in Deutschland und Österreich eine Garantie von 5 Jahren. Das Besondere daran: Es besteht keine Kilometerbegrenzung. Das heißt, es können in den ersten 5 Jahren so viele Kilometer gefahren werden, wie man möchte, ohne den Garantieanspruch zu verlieren. Enthalten ist auch eine 24-Stunden-Pannenhilfe. Nach Ablauf der Garantie gibt es verschiedene Programme, um den Schutz zu verlängern. Eine Option verlängert die Neuwagengarantie auf 7 Jahre, eine andere deckt die Hauptantriebskomponenten für 10 Jahre ab. TÜV-Reports und DAT-Statistiken gibt es aufgrund der geringen Anzahl der Fahrzeuge in Deutschland nicht. Rückrufe betrafen unter anderem die Rückfahrkamera sowie weitere Elektronik- und Softwareprobleme.

Maserati Grecale FAQs

Das Einstiegsmodell des Maserati Grecale startet ab 83.512 Euro. Die Topversion Grecale Trofeo kostet 125.352 Euro, die elektrische Variante Folgore 109.230 Euro.

Maserati ist eine Luxusmarke aus Italien. Sie setzt traditionell auf sportliche Fahrzeuge mit exklusiven Fahrerlebnis und leistungsstarken Motoren.

Das Basismodell des Maserati Grecale startet mit 300 PS, gefolgt vom Modena mit 330 PS. Das Topmodell ist der V6 Trofeo mit 530 PS. Am stärksten ist das vollelektrische Modell Folgore motorisiert. Der Stromer schafft 557 PS.

In Tests wird der Maserati Grecale für seine Sportlichkeit, die Eleganz und seine hohe Individualität gelobt. Er überzeugt mit edlen Materialien und einem perfekten Fahrgefühl.

Die Hauptgründe für den hohen Wertverlust ist die geringe Stückzahl und damit die begrenzte Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt für Maseratis. Außerdem liegt der Neupreis überdurchschnittlich hoch. Hinzu kommen hohe Wartungskosten und teure Versicherungen.

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