Maserati GranCabrio Testbericht
Mit dem Gran Cabrio ist Maserati ein emotionaler Gran Tourer gelungen, der italienischen Luxus mit Langstreckenkomfort vereint. Einziges Manko: die extremen Unterhaltskosten.
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- 189.999 €
Was gut ist
Was nicht so gut ist
Maserati GranCabrio: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
- Unser Fazit zum Maserati GranCabrio
- Wie viel kostet das Maserati GranCabrio?
- Leistung und Fahrkomfort
- Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
- Innenraum, Infotainment und Ausstattung
- Wie hoch ist der Verbrauch des Maserati GranCabrio?
- Sicherheit und Assistenzsysteme
- Bekannte Probleme und Rückrufe
- Maserati GranCabrio FAQs
Unser Fazit zum Maserati GranCabrio
Für uns ist Maserati mit dem GranCabrio das gelungen, was die italienische Marke am besten kann: emotionale Luxusfahrzeuge mit Stil und exzellentem Langstreckenkomfort bauen. Mit Vernunft darf man an so eine Investition nicht herangehen. Wenn Geld keine Rolle spielt, bekommt man mit dem GranCabrio einen klassischen GT mit offenem Verdeck, der sich von der Masse abhebt.
Weniger erfreulich sind der Einstiegspreis von rund 167.000 Euro und die immensen Unterhaltskosten von über 1.500 Euro monatlich. In puncto Preis-Leistung bieten Wettbewerber wie der BMW 8er deutlich mehr fürs Geld. Außerdem kommt beim Maserati ein massiver Wertverlust von bis zu 80.000 Euro in den ersten drei Jahren hinzu. Zu Gute halten muss man der italienischen Marke, dass das aktuelle Modell im Vergleich zu früheren Versionen ein riesiger Fortschritt bezüglich Qualität und Technologie ist. Der Innenraum wirkt edel, und mit bis zu fünf Bildschirmen hat hier jemand das Thema Digitalisierung wirklich ernst genommen.
Weniger erfreulich ist der dürftige Kofferraum mit 131 bis 172 Litern, der zudem nur umständlich zugänglich ist. Das Maserati GranCabrio ist also eher als klassischer Zweisitzer zu verstehen, bei dem die Rückbank als zusätzliche Ablagefläche dient.
Lieferte früher Ferrari die Triebwerke für Maserati, kommen in der neuen Generation selbst entwickelte Motoren zum Einsatz. Beim GranCabrio sind das V6-Triebwerke, die sehr leistungsstark sind, aber auch durstig und bei sportlicher Fahrweise den Durchschnittsverbrauch nach oben treiben.
Für uns besticht das Maserati GranCabrio durch seine hochwertigen Materialien und die weitreichenden Personalisierungsmöglichkeiten bei Lackierungen und Interieur. Unser einziger Kritikpunkt sind einige Kunststoffelemente aus dem Konzernregal von Stellantis, die den exklusiven Eindruck des Cabrios schmälern.
Wie viel kostet das Maserati GranCabrio?
Der Preis für ein Maserati GranCabrio Lagerfahrzeug beginnt bei 189.999 € auf Carwow.
Einen Maserati muss man sich leisten können. Das beginnt beim hohen Kaufpreis und setzt sich im Unterhalt fort. Da der GranCabrio in einer sehr hohen Typklasse eingestuft wird, ist die Versicherung im Vergleich teuer. Bei SF3 mit 51 % Haftpflicht und 47 % Vollkasko sind rund 400 bis 600 Euro monatlich realistisch. Hinzu kommen Kfz-Steuer, Kraftstoff und Inspektionen, sodass insgesamt Unterhaltskosten von über 1.500 Euro monatlich zu erwarten sind. Außerdem ist der Wertverlust gewaltig. Bei einem Kaufpreis von über 200.000 Euro können es in den ersten drei Jahren bis zu 80.000 Euro sein.
Leistung und Fahrkomfort
Ein Sportcoupé ist ein Sportcoupé. Das mag sich Maserati bei der Entwicklung des GranCabrio gedacht haben. Drei Motorisierungen stehen zur Auswahl: zweimal klassische Benziner, einmal ein vollelektrisches Modell – auf das hier aber nicht eingegangen werden soll. Bereits das Einstiegsmodell ist üppig motorisiert: klassischer Sechszylinder, 490 PS, fast 170.000 Euro. Wer mehr möchte: der Trofeo mit 550 PS und einem Preis von weit über 200.000 Euro. Topmodell ist der vollelektrische Folgore mit 761 PS. Wir fuhren allerdings nur die Modelle mit V6.
Höchstgeschwindigkeit über 300 km/h
Maserati hat den GranCabrio als klassischen Gran Tourer konzipiert, der Langstreckenkomfort mit Sportlichkeit verbindet. Ein adaptives Luftfederungssystem erlaubt es, Dämpfung und Fahrhöhe je nach Fahrmodus (Comfort, GT, Sport, Car, Corsa) anzupassen. Das Gewicht liegt mit 1.895 bis 1.973 kg im Rahmen.
Über zu wenig Leistung konnten wir uns nicht beschweren. Die Trofeo-Variante sprintet in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 319 km/h. Zum Einsatz kommen ein 8-Gang-Automatikgetriebe und Allradantrieb. Eine manuelle Schaltung gibt es nicht mehr – wer dieses Gefühl zumindest andeuten möchte, nutzt die Schaltwippen am Lenkrad.
Performance und Langstreckenkomfort
Wir erlebten den GranCabrio als ausgewogene Mischung aus extremer Performance und luxuriösem Langstreckenkomfort. Der 3,0-Liter-V6-Biturbo ist äußerst charakterstark und reaktionsschnell. Begeistert haben uns die lineare Kraftentfaltung, die fast an einen Saugmotor erinnert, und die stets kraftvolle Beschleunigung. Den Sound des alten Maserati-V8 haben wir ein wenig vermisst, doch wer im Sport- oder Corsa-Modus fährt, wird durch aggressives Knallen beim Hochschalten und ein kerniges Knurren entschädigt – laut genug für Petrolheads, aber nicht, um die Nachbarschaft zu terrorisieren.
Das Handling ist für das Gewicht überraschend präzise, der Allradantrieb hecklastig ausgelegt, sodass das Fahrzeug bei starken Gasbefehlen leicht mit dem Heck tänzelt. Die Lenkung empfanden wir als etwas zu leichtgängig und rückmeldungsarm.
Das größte Manko sind die Gangwahltasten der Mittelkonsole, die unergonomisch und billig wirken. Auch der übermäßige Einsatz des Touchscreens – selbst für das Öffnen des Verdecks oder des Handschuhfachs – trübt den Gesamteindruck.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Der Fokus des Maserati GranCabrio liegt eher auf Stil und Langstreckenkomfort für zwei Personen als auf maximalem Nutzwert. Aufgrund des Verdeckmechanismus des Cabrios fällt der Kofferraum deutlich kleiner aus als bei Coupés mit feststehendem Dach. Im geschlossenen Zustand sind es gerade einmal 172 Liter, mit offenem Verdeck nur noch 131. Im Coupé von Maserati sind es immerhin 310 Liter.
Schmaler Kofferraum, wenig Stauraum
Den Zugang zum Kofferraum empfanden wir als eher schmal und unpraktisch, was das Beladen erschwerte. Zumindest hat Maserati einen optionalen Kofferraumtrenner im Angebot, der hilft, den Raum zu organisieren, wenn das Verdeck versenkt ist. Wer übrigens glaubt, im Elektromodell Folgore gäbe es mehr Stauraum, täuscht sich. Hier sind es nur 117 Liter.
Vorne viel Platz, hinten nur für Kinder
Auch der Platz im Innenraum ist beschränkt. Der GranCabrio ist als 2+2-Sitzer konzipiert, was die Nutzung im Alltag erschwert. Wer vorne sitzt, hat Glück: Die Sitze im Maserati bieten exzellenten Komfort, vielfältige Verstellmöglichkeiten und eine bequeme Sitzposition für lange Reisen. Hinten war es ziemlich beengt. Kinder können dort gut sitzen, Erwachsenen kann man das jedoch nur für sehr kurze Strecken zumuten.
Wie schlägt er sich im Vergleich zur Konkurrenz?
Im Vergleich zu einem Porsche 911 Cabriolet bietet der Maserati immer noch mehr Platz im Fond. Wer eine vollwertige Rückbank benötigt, greift zum Bentley Continental GTC, der mehr Raum für vier Passagiere besitzt und im Innenraum opulenter wirkt, aber auch deutlich teurer ist. Die technisch moderne Alternative ist das BMW 8er Cabrio, das ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis besitzt, aber nicht so exklusiv ist wie ein Maserati GranCabrio.
Für wen eignet sich der Maserati GranCabrio?
Für uns ist der Maserati GranCabrio ein typisches Luxusobjekt. Wer sich das Cabrio zulegt, tut dies nicht aus Vernunft, sondern als emotionales Investment. Wir sehen ihn vor allem als Fahrzeug für Paare, die zu zweit reisen und die Rückbank als zusätzlichen Stauraum für Gepäck nutzen. Er ist aber auch geeignet für Personen, die ein exklusives Fahrzeug suchen oder Wert auf Prestige und das Erlebnis des Offenfahrens legen, ohne die extreme Härte eines reinen Sportwagens in Kauf nehmen zu müssen.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Einsteigen und wohlfühlen: Für uns ist das Interieur des Maserati GranCabrio ein gelungener Spagat zwischen modernster Technologie und klassischem italienischem Luxus. Während frühere Generationen oft für ihre veraltete Technik kritisiert wurden, ist das neue Modell ein riesiger Fortschritt in Sachen Qualität und Technologie.
Bis zu fünf Bildschirme im Cockpit
Das Cockpit ist stark digitalisiert und umfasst bis zu fünf Bildschirme. Im Zentrum steht ein 12,3-Zoll-Touchscreen für Navigation und Medien, der das Android-basierte Maserati Intelligent Assistant System nutzt und in unserem Test schnell und intuitiv reagierte. Darunter befindet sich ein 8,8-Zoll-Bildschirm für Klimatisierung, Sitzeinstellungen und Verdecksteuerung. Das sieht schick aus – ein paar haptische Knöpfe hätten den Job für uns aber genauso gut, wenn nicht sogar besser, erledigt.
Teils umständliche Bedienung
Die Fahrenden blicken auf ein konfigurierbares 12,2-Zoll-Digitaldisplay. Auch die klassische Maserati-Uhr oben auf dem Armaturenbrett wurde digitalisiert und kann nun als Kompass, Höhenmesser oder Gas- und Bremsanzeige konfiguriert werden. Optional ist ein Head-up-Display erhältlich. Bei all diesen Bildschirmen liegt es auf der Hand: Das sind ganz schön viele Ablenkungsfaktoren. Auch wir empfanden diese Abhängigkeit von Displays teilweise als umständlich, zumal die Bildschirme bei direkter Sonneneinstrahlung spiegeln können.
Wie ist die Materialqualität?
Fast alle Oberflächen sind mit feinstem Leder bezogen, ergänzt durch Echtholz- oder Karboneinlagen. Die Verarbeitungsqualität ist für die Preisklasse von über 170.000 Euro angemessen. Einige Komponenten wie Lenkradtasten oder Blinkerhebel stammen allerdings aus dem Stellantis-Konzernregal – das wirkte auf uns deutlich weniger exklusiv. Besonders die Gangwahltasten aus Kunststoff in der Mittelkonsole sind eine Enttäuschung.
Viele Individualisierungsmöglichkeiten
Positiv hervorzuheben: Serienmäßig sind Nackenwärmer in den Kopfstützen, Sitzheizung und das adaptive Luftfahrwerk enthalten. Verbaut ist standardmäßig ein 13-Lautsprecher-System, optional aufwertbar auf 16 Lautsprecher mit 3D-Surround-Sound. Besonders schätzen wir die weitreichenden Personalisierungsmöglichkeiten – von extravaganten Lackierungen bis hin zu speziellen Stickereien im Innenraum. Insgesamt wirkt das Fahrzeug emotionaler und eleganter als viele Konkurrenten, die dieses Thema oft funktionaler angehen.
Wie hoch ist der Verbrauch des Maserati GranCabrio?
Wie alle leistungshungrigen Fahrzeuge giert der Maserati GranCabrio nach Benzin. Das Basismodell verbraucht laut WLTP-Zyklus 10,2 Liter auf 100 Kilometer. Die Trofeo-Variante liegt bei 10,4 bis 10,6 Litern. In unserem Test fiel es uns allerdings sehr schwer, auch nur annähernd daran heranzukommen. Bei langen, moderaten Fahrten auf der Landstraße gelang es uns zumindest, zwischen 11 und 12 Litern zu bleiben. Bei sportlicher Fahrweise, zu der der GranCabrio natürlich einlädt, stieg unser Verbrauch allerdings deutlich an. Das liegt auch am permanenten Allradantrieb und der fehlenden Hybridisierung.
Wie sparsam fährt die Konkurrenz?
Im Gegensatz dazu bieten Porsche für den 911 und Bentley für den Continental GTC bereits Hybridoptionen an, die deutlich sparsamer sind. Auch der normale 911er ist ein äußerst effizientes Fahrzeug. Abhängen kann das Maserati GranCabrio Modelle wie den Aston Martin Vantage, der bei 13 Litern auf 100 km liegt, oder den Mercedes-AMG SL, der gerne auch 15 Liter im Durchschnitt schluckt. Am durstigsten in diesem Segment dürfte die Chevrolet Corvette Z06 sein, die auf fast 16 Liter kommt – nur im WLTP-Zyklus, versteht sich.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Die Sicherheitsausstattung des Maserati GranCabrio hat sich seit der letzten Generation stark weiterentwickelt. Zur Serienausstattung gehören eine automatische Notbremsfunktion sowie Parksensoren vorne und hinten. Optionale Pakete enthalten adaptiven Tempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelüberwachung, Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitserkennung sowie ein 360-Grad-Kamerasystem. Eine Level-2-Fahrautomatisierung ist ebenfalls verfügbar.
Aufgrund der geringen Stückzahl gibt es keine offiziellen Euro-NCAP-Crashtest-Ergebnisse. Ein spezifisches Sicherheitsmerkmal des Cabrios ist ein System, das im Falle eines Überschlags automatisch Überrollbügel ausstößt. Im Vergleich zu Konkurrenten wie der BMW 8er Serie oder dem Mercedes-Benz SL sind deutsche Alternativen oft besser ausgestattet, während bei Maserati viele Funktionen aufpreispflichtig sind.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Maserati bietet für seine Neufahrzeuge eine 5-jährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung, die kostenpflichtig um zwei Jahre verlängert werden kann. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten wie zum Beispiel Porsche ist im Standardpaket keine kostenlose planmäßige Wartung enthalten.
Da der Maserati GranCabrio nur in geringen Stückzahlen verkauft wird, gibt es keine Einträge in der ADAC-Pannenstatistik oder in TÜV-Reports. Historisch gesehen ist der Ruf von Maserati bezüglich Zuverlässigkeit zwiespältig. Kinderkrankheiten sind unter anderem ein langsam schaltendes Automatikgetriebe nach dem Kaltstart, die Überhitzung der Touchscreens bei offenem Verdeck sowie spürbare Vibrationen in der Karosserie auf unebenen Straßen. Rückrufe gibt es für die aktuelle Generation bisher nicht.
Maserati GranCabrio FAQs
- Gebrauchtwagen
- 189.999 €