Der Dacia Spring kann einpacken – Wir sind den Leapmotor T03 gefahren

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Es gibt eine einfache Wahrheit über kleine Elektroautos: Sie sollen keine Abenteuer-Maschinen sein. Sie sollen Menschen zuverlässig zur Arbeit bringen, durch enge Innenstädte passen, wenig kosten und dabei nicht das Gefühl vermitteln, im Verzichtsmobil zu sitzen.

Genau hier setzt der Leapmotor T03 an. Mit einem Preis von 18.900 Euro gehört er zu den günstigsten Elektroautos auf dem deutschen Markt. Dabei ist die Förderung noch gar nicht eingerechnet – und trotzdem kommt er mit Ausstattung, die man vor wenigen Jahren eher in deutlich teureren Fahrzeugen erwartet hätte.

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Die große Frage lautet also: Ist der Leapmotor T03 tatsächlich das einzige Auto, das die meisten Menschen im Alltag brauchen? Mein Test zeigt: Er kommt dem auf jeden Fall erstaunlich nahe. Aber er hat auch einige Eigenheiten, die zeigen, wo gespart wurde und ihm fehlen Funktionen, die mir wichtig sind.

Außen klein, aber nicht unbedingt schön

Der Leapmotor T03 ist ein klassischer Kleinstwagen. Mit 3,62 Metern Länge ist er perfekt für die Stadt gemacht und findet auch dort noch Platz, wo größere Elektroautos längst aufgeben müssen. Die hohe Karosserie sorgt für gute Übersicht und macht den Einstieg angenehm einfach.

Optisch gehört der T03 allerdings nicht zu den aufregendsten Vertretern seiner Klasse. Das Design wirkt funktional und eher zweckmäßig als emotional. Dafür spielt der kleine Chinese seine Stärken dort aus, wo es im Alltag wirklich zählt: bei der Übersichtlichkeit und der einfachen Handhabung.

Gerade in engen Straßen und Parkhäusern fühlt sich der T03 zu Hause. Der kleine Wendekreis und die kompakte Bauweise machen ihn zu einem unkomplizierten Begleiter für den Stadtverkehr.

Innenraum überrascht mit viel Ausstattung

Wer beim Preis von unter 20.000 Euro einen billigen Innenraum erwartet, wird vom Leapmotor T03 überrascht. Natürlich besteht das Cockpit größtenteils aus Hartplastik, aber die Verarbeitung wirkt solide. Im Test knarzte nichts, und die Materialien fühlen sich besser an, als der Preis vermuten lässt.

Der Innenraum wirkt sogar so geräumig und ordentlich verarbeitet, dass man fast vergisst, wie wenig aufregend das Außendesign ist. Besonders das serienmäßige Panoramaglasdach sorgt für eine luftige Atmosphäre und lässt den kleinen Innenraum größer wirken.

Auch bei der Ausstattung zeigt Leapmotor, wo der T03 punkten möchte. Es gibt nur eine Ausstattungslinie – und die ist praktisch vollgepackt. Elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrische Außenspiegel, Klimaanlage, zwei Displays, Navigation, Rückfahrkamera und zahlreiche Assistenzsysteme sind serienmäßig dabei.

Die Rückfahrkamera überzeugte im Test sogar mit einer überraschend guten Bildqualität. Weniger gelungen ist dagegen die Smartphone-Halterung: Das Handy wackelt darin während der Fahrt, und auch die Tatsache, dass weiterhin USB-A-Anschlüsse statt USB-C verbaut werden, wirkt nicht mehr ganz zeitgemäß.

Beim Infotainment hat Leapmotor nachgebessert. Android Auto und Apple CarPlay waren ursprünglich nicht verfügbar, wurden später aber per Update ergänzt. Allerdings funktioniert die Verbindung nicht kabellos.

Platzangebot: Mehr Alltag, als man denkt

Mit seinen kleinen Außenmaßen kann der Leapmotor T03 natürlich kein Raumwunder sein. Vorne sitzt man aber überraschend bequem. Die erhöhte Sitzposition sorgt für einen guten Überblick, und die Kopffreiheit ist dank des hohen Dachs großzügig.

Hinten zeigt sich dann die Realität eines Kleinstwagens. Erwachsene passen zwar auf die Rückbank, viel Platz bleibt aber nicht übrig. Hinter meiner eigenen Sitzposition könnte ich noch sitzen, allerdings nur mit etwa zwei Fingerbreit Kopffreiheit und drei Fingerbreit Beinfreiheit. Für Kinder oder kurze Strecken ist das völlig ausreichend, für lange Reisen mit vier Erwachsenen eher weniger.

Der Kofferraum bietet 210 bis 880 Liter Volumen. Das klingt zunächst wenig, aber der tiefe Laderaum holt noch einiges heraus. Für den Wocheneinkauf oder normale Alltagsaufgaben reicht der Platz problemlos. Wer allerdings regelmäßig Möbel transportieren oder Fahrräder mitnehmen möchte, sollte sich nach etwas Größerem umsehen.

Reichweite überzeugt, Laden weniger

Der Leapmotor T03 besitzt eine 37,3-kWh-Batterie und kommt laut WLTP auf bis zu 265 Kilometer Reichweite. Im Test zeigte sich der kleine Elektroflitzer sogar effizienter als vom Hersteller angegeben. Statt 16,3 kWh pro 100 Kilometer lag der Verbrauch bei rund 15,8 kWh.

Damit sind im Alltag knapp 250 Kilometer Reichweite realistisch. Für ein Fahrzeug, das hauptsächlich in der Stadt und im Pendelverkehr eingesetzt wird, ist das mehr als ausreichend.

Weniger überzeugend ist dagegen die Ladeleistung. Mit maximal 45 kW Gleichstrom und 6,6 kW Wechselstrom ist der T03 kein Schnelllade-Künstler. Für spontane Langstreckenfahrten ist er deshalb weniger geeignet. Seine Stärke liegt eindeutig darin, jeden Tag zuverlässig kurze und mittlere Strecken zurückzulegen. Auch Ladefehler hatten wir im Test, die aber mutmaßlich Schuld der fehlerhaften Ladesäule und nicht des Autos waren.

Fahren: Komfortabel, aber ohne große Emotionen

Der Leapmotor T03 wird von einem 95 PS starken Elektromotor an der Vorderachse angetrieben. Das klingt nicht nach viel, reicht im Alltag aber vollkommen aus. Besonders beim Anfahren in der Stadt fühlt sich der kleine Elektroflitzer angenehm spritzig an.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Auf der Autobahn merkt man dann aber, dass der T03 kein Langstreckenauto sein möchte. Dort fühlt er sich zwischen größeren Fahrzeugen etwas verloren.

Seine größte Stärke ist der Komfort. Das Fahrwerk filtert Unebenheiten in der Stadt erstaunlich gut weg und wirkt angenehmer abgestimmt, als man es von einem günstigen Kleinstwagen erwarten würde.

Die Lenkung passt zwar zum Stadteinsatz, vermittelt aber kaum Gefühl. Auch die Bremse könnte besser abgestimmt sein: Im ersten Drittel des Pedalwegs passiert zunächst wenig, bevor die Verzögerung stärker einsetzt.

Beim Rangieren zeigt der T03 eine weitere Schwäche. Gas und Bremse lassen sich beim Einparken nur schwer fein dosieren. Selbst mit aktiviertem Kriechmodus setzt sich das Auto entweder gar nicht oder erst mit einem deutlicheren Gasstoß in Bewegung.

Interessant sind die verschiedenen Fahrmodi. Eco, Standard und Sport beeinflussen nicht nur die Leistungsabgabe, sondern auch Rekuperation und Kriechfunktion. Im Eco-Modus ist sogar One-Pedal-Driving möglich.

Fazit: Mehr Auto braucht der Alltag oft nicht

Der Leapmotor T03 ist kein perfektes Elektroauto. Er hat Schwächen bei der Ladeleistung, einige Bedienungsdetails wirken unausgereift und das Fahrgefühl ist eher funktional als emotional.

Aber genau darum geht es beim T03 vielleicht gar nicht. Er will kein Statussymbol sein, sondern ein bezahlbares Werkzeug für den Alltag. Und genau das gelingt ihm erstaunlich gut.

Für 18.900 Euro bekommt man ein vollwertiges Elektroauto mit guter Reichweite, überraschend viel Ausstattung und einem komfortablen Fahrwerk. Wer hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist, selten lange Strecken fährt und einfach günstig elektrisch fahren möchte, bekommt mit dem Leapmotor T03 tatsächlich ziemlich viel Auto für sein Geld.

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