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Cupra Born im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Cupra Born werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 13.359 Bewertungen

Ursprünglich mal als SEAT vorgestellt und ehemals noch als el-Born mit Artikel vor dem Namen bekannt, steht nun der Cupra Born dem ähnlichen VW ID.3 zur Seite. Gleiche Plattform, gleiche Technik, ähnliches Design: Wie eigenständig kann der Born da überhaupt sein? Und wichtiger - kann er mehr als der ID.3?

  • Sportliche E-Maschine
  • Futuristisches Design mit optionalen 20-Zöllern
  • Langer Radstand, gutes Platzangebot
  • Schöne Materialien

Schick ist er sowieso. Aber der Born kommt schon optisch überraschend eigenständig daher. Sicher, Interessierte sehen dem Born die Ähnlichkeiten zum ID.3 schon an der Nase an. Doch wer sich weniger gut auskennt, würde die Verwandtschaft nicht unbedingt erraten.

Hebt sich optisch ab

Denn der Born versprüht eine ganze Menge Cupra-Charme. Die durchgängige Lichtleiste zum Beispiel mit den toll geschwungenen, triangulären und dreidimensionalen Rückleuchten. Oder der markante Diffusor, dessen Finnen scharfkantig wie bei einem Surfbrett dem Asphalt drohen. Das alles kennt man bereits vom Formentor oder vom Cupra Leon und es steht auch dem Born außerordentlich gut.

Diese Details lassen den Born erwachsen wirken. Wo der ID.3 in seinen Linien teils etwas zu glatt, rund und böse gesagt wie eine Knutschkugel daher kommt, stellt der Cupra Born Betrachtenden harte Sicken und Kanten entgegen, die sein sportliches Äußeres prägen.

Starkes Platzangebot

Beim Einstieg in den Born begrüßen direkt optisch und haptisch wertige Sitzbezüge. Das Raumgefühl stimmt schon auf der Rückbank, wo der Innenraum vom Panoramadach mit Licht durchflutet wird. Auch die obere Kante der Heckfenster verläuft angenehm hoch, die C-Säule liegt hinter der Schulter und so steht dem Blick ins Freie nichts im Wege.

Die Beinfreiheit ist exzellent, denn hier kann der Cupra Born von Volkswagens modularem E-Antriebs-Baukasten profitieren. Auf den hinteren Sitzen wird der lange Radstand von 2,77 Meter spürbar und das trotz feststehender Schalensitze. Selbst der Kniewinkel, der in so manchem E-Auto aufgrund der im Fahrzeugboden verbauten Batterie unangenehm spitz ausfällt, passt beim Born.

Für weitere Annehmlichkeiten sorgen in der zweiten Reihe je zwei USB-C-Anschlüsse und Cupholder in der Mittelarmlehne - so muss es sein!

Selten war Hartplastik so schick

Hinten stimmt bereits die Haptik und Optik. Entsprechend gibt es auch vorne wenig zu meckern. Der Materialmix gefällt ohne ausgefallen zu sein. Am Armaturenbrett kommt teils Hartplastik zum Einsatz, das optisch aber hochwertiger aussieht, als es ist. Kupferfarbene Design-Elemente zieren den Innenraum des Borns ebenso wie andere Cupra-Modelle.

Zum Umweltbewusstsein eines E-Autos gehören heutzutage auch nachhaltige Materialien. Die kommen etwa bei den serienmäßigen Schalensitzen des Cupra Born mit dem Bezug namens Dinamica zum Einsatz. Dabei werden Mikrofasern aus Recycling-Materialien wie Kunststoffflaschen hergestellt. Der gleiche Stoff ziert auch die verschiebbare und aufklappbare Mittelarmlehne.

Cockpit-Mix aus Cupra und ID.

Ein Hingucker ist das Cupra-Lenkrad, das uns aus Formentor oder Leon bereits bestens bekannt ist. Unten abgeflacht und mit schöner Perforation vermittelt es den dynamischen Design-Anspruch der Marke. Die touchsensitiven Flächen am Lenkrad zur Bedienung des Infotainments sind mit ihren Vor- und Nachteilen aus dem ID.3 bekannt. Doch im Unterschied zum VW bietet der Cupra Born zwei zusätzliche analoge Knöpfe für Fahrprofile und den Cupra-Modus.

Das 12-Zoll-Display, das mittig stehend als Tablet auf dem Armaturenbrett thront und leicht dem Fahrsitz zugeneigt ist, entstammt ebenfalls dem VW ID.3. Das funktioniert in der Regel gut und lässt sich weitestgehend intuitiv bedienen. Doch bekannt sind uns auch die Schwächen des Systems, die vor allem in den Menütiefen und dem Fehlen analoger Tasten für die Bedienung essenzieller Funktionen wie der Klimaanlage liegen.

Gefällig sind dafür die Grafiken des digitalen Kombiinstruments. Je nach Körpergröße kann es aber schwer fallen, die richtige Lenkradposition zu finden, weil das Digitalinstrument direkt auf der Lenksäule angebracht ist und sich beim Verstellen mit bewegt. Da bietet sich das aufpreispflichtige Augmented Reality Head-up Display für 990 Euro an, das auch der ID.3 im Katalog hat.

Lohnenswertes Soundsystem

Die Ohren können sich im Cupra Born verwöhnen lassen. Das gelingt vor allem mit dem Beats-Audio-Soundsystem für 500 Euro Aufpreis. Dann leisten insgesamt 9 Lautsprecher mit Subwoofer 395 Watt.

Die Anlage klingt basslastig, was vielen gefallen dürfte. Höhen und Mitten bleiben stets klar und souverän ohne Kratzen oder Übersteuern. Dazu bieten sich über das zentrale Display üppige Einstellungsmöglichkeiten, die über vorgefertigte Profile hinausgehen bis zum Einstellen der einzelnen Frequenzbereiche.

Etwas Rennsport im Born

An den Start geht der Cupra mit einer Batterie, die eine Brutto-Kapazität von 62 Kilowattstunden bietet. Die tatsächlich nutzbare Netto-Kapazität liegt bei 58 kWh. Dass das nicht das Ende der Fahnenstange ist, lässt der ID.3 erahnen, den es mittlerweile auch mit 82 kWh (brutto) Akku zu kaufen gibt. Entsprechende Batteriegrößen sollen 2022 auch für den Born angeboten werden.

Cupra kombiniert das ganze mit einem 204 PS Elektromotor. Der hat allerdings einen Kniff und kann wie im Rennsport über einen E-Boost die Leistung kurzfristig auf bis zu 231 PS erhöhen.

Davon abhängig ist die Zeit, die der Cupra Born für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt. Ohne den E-Boost gelingt das bereits in 7,3 Sekunden. Wird die Extra-Power aktiviert, dauert es bloß noch 6,6 Sekunden.

Ganz typisch Elektroauto drückt der Cupra beim Tritt aufs Pedal Mitfahrende direkt in die Sitze. Die Beschleunigung fühlt sich stärker an, als das Datenblatt vermuten lässt. Bei maximal 160 km/h Höchstgeschwindigkeit ist dann Schluss.

Mehr Fahrspaß als im ID.3

Die Spreizung der Fahrmodi ist stimmig und so lässt sich der Born mit seiner direkten Progressivlenkung und dem adaptiven Fahrwerk sportlich um Kurven zirkeln. Das gibt es im VW ID.3 so nicht!

Beim Cupra Born steht der Fahrspaß spürbar mehr im Vordergrund als beim Pendant aus Wolfsburg. Dem Fahrverhalten zuträglich ist auch das tiefere Fahrwerk des Born, das im Vergleich zum ID.3 vorn um 14 Millimeter und hinten um 10 Millimeter näher am Boden hängt. So kann sich der Cupra Born beim Fahrverhalten deutlich vom Volkswagen loslösen und das Gefühl vermitteln, in einem wirklich anderen Fahrzeug zu sitzen.

Alltagstaugliche Batterie

Wer auf Reichweite fährt, verzichtet lieber auf den E-Boost und sportliche Fahrmanöver. Dann bleibt der Cupra Born mit seinem Stromverbrauch von 15,5 - 16,8 kWh durchaus genügsam. Bis zu 424 Kilometer weit kann eine Akkuladung des Born reichen.

Geht dem Born der Saft aus, ist Laden angesagt. Das ist beim Cupra mit maximal 120 kW möglich, was meist reicht, doch nominell bieten viele Elektroautos mittlerweile eine bessere Ladeleistung.

In der Praxis sind häufig noch die Ladesäulen der limitierende Faktor. Ausgehend von einer öffentlichen 100 kW Ladesäule, steht der Cupra Born rund 35 Minuten um von 5 wieder auf 80 Prozent zu laden.

Kommt eine 11 kW Wallbox in der heimischen Garage zum Einsatz, hängt man den komplett leeren Cupra für 6:15 Stunden ans Kabel, um einen Akkustand von 100 Prozent zu erreichen.

Emanzipation gelungen

Der Cupra Born gefällt viel mehr als man bei einem ID.3-Zwilling zunächst gedacht hätte, weil er überraschen kann. Zum Beispiel damit wie eigenständig er doch ist.

Im Design hebt er sich ab, glänzt mit attraktiven Details und Design-Elementen, die ihn als Cupra deutlich erkennbar machen. Die Sportlichkeit wird nicht nur optisch umgesetzt, auch beim Fahren weiß er mit Dynamik und Unterschieden zum ID.3 zu überzeugen.

Eigenständig ist der Cupra Born. Und besser ist er auch: Nämlich dann, wenn genau diese Faktoren, emotionales Design und Fahrspaß, eine Rolle für die Kaufentscheidung spielen.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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