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BMW 1er im Test

Ihr nächstes Auto soll ein BMW 1er werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Neu und traditionell. BMW bleibt sich im Grunde treu, schreckt jedoch auch nicht vor der Modernisierung zurück. Der neue 1er behält, was gut war und ist, und bekommt, was sinnvoll und besser erscheint.

  • Mehr Kofferraum als zuvor
  • Etwas mehr Komfort im Innenraum
  • Neues Kühlergrill-Design
  • Keine Hybrid-Variante, nur Diesel oder Benzin

Optik und Speed sind die Steckenpferde von BMW und das bleiben sie auch. Der 1er BMW ist und bleibt ganz sicher nicht der funktionalste Kompaktwagen, dafür aber vielleicht einer der hübschesten und sicherlich auch einer der schnellsten. Ob Benzin oder Diesel, das Auto erreicht immer 200 km/h, in der schnellsten Ausführung sind sogar 250 km/h drin.

Nach wie vor stylisch

Von außen ist der neue 1er etwas weniger lang als früher, hat dafür aber an Breite und Höhe gewonnen. Probleme ergeben sich dadurch keine.

Und bei der Optik? Für die neuen Generationen hat BMW seinen Kühlergrill dezent umgestaltet. Die beiden Lungen werden nun nicht mehr von der Karosserie getrennt, sondern von einer dünnen chrom- oder schwarzfarbenen Leiste.

Im Vergleich zum Vorgängermodell wird der 1er rundherum spitzer und kantiger. Die rundlichen Scheinwerfer und Rücklichter weichen spitzgezogenen und die gesamte Karosserie gewinnt an Ecken und Kanten.

Das Einsteigen hat sich für die hinteren Passagier:innen nur marginal verbessert. Die Rücktür ist immer noch sehr schmal gestaltet und bietet dadurch gerade im Fußbereich nur wenig Platz. Genauso ist auch das nach hinten abfallende Dach ein Manko, das Fahrer:innen auf Grund der eleganten Optik akzeptieren müssen.

Innen kuschelig

Eng bleibt es, aber eben doch nicht ganz so kuschelig wie aus älteren Generationen gewohnt. Wer erwartet, sich in einem Kompaktwagen so richtig ausstrecken zu können, ist beim 1er nach wie vor an der falschen Adresse, jedoch mittlerweile an einer besseren. Auf Grund des Frontantriebs ist im Innenraum vor allem in puncto Länge mehr Platz. Das heißt, mehr Beinfreiheit auf den Rücksitzen! Genauso steht auch über dem Kopf jetzt ein kleines Plus an Raum zur Verfügung.

Die digitalen Instrumente haben sich daneben natürlich auch verändert, sind im Grunde moderner geworden. Das Navi-Display lässt sich mit Touch bedienen und wurde mit 8,8 Zoll größer. Teilweise sind auch Gestensteuerungen verfügbar. Genauso wurde auch die Sprachsteuerung noch einmal überarbeitet. Ähnlich wie Alexa von Amazon kann das System nun auch auf nicht eingeübte Fragen antworten und sogar Witze erzählen. Befehle, die für die Fahrt notwendig sind, wie etwa die Frage nach dem Ziel, beantwortet das System nach wie vor problemlos.

Neu an Bord: Das optionale 9,2 Zoll große Head-up-Display!

Tradition und BMW sind nun mal nicht trennbar und deshalb gibt es auch im neuen 1er noch immer haptische Knöpfe. Auf die ist immerhin Verlass, wenn der Touch mal spinnt.

Komfortabler Kofferraum

Hinten passt rein, was rein passen muss. Der 1er liegt an dieser Stelle mit der Konkurrenz gleichauf. Zum Vorgängermodell weist er mit seinen 380 Litern nun ganze 20 Liter mehr Raum auf, zumindest wenn Fahrer:innen dem Hersteller vertrauen.

In der Regel verfügen Wagen über ein bisschen weniger Platz, wenn man sie in der Praxis abmisst. Das trifft jedoch auf jede Automarke zu, wodurch der Vergleich mit Konkurrenten konsistent bleibt.

Umgeklappt wird der Kofferraum noch attraktiver: 1.200 Liter genügen für den Wocheneinkauf.

Basismodell mit guter Ausstattung

Man kann sich in der langen Liste der Extras in der Preisliste vertiefen und verlieren, aber man muss es nicht. Bereits das 1er Basismodell ist adäquat ausgestattet mit der Klimaautomatik, dem Multifunktionslenkrad mit Lederbezug, dem so genannten „Fahrerlebnis“-Schalter mit Eco Pro Modus, der Freisprechanlage mit USB-Schnittstelle und noch mit einigem anderen mehr.

Den Komfort erhöhen die Lichtautomatik, der Regensensor sowie das schlüssellose Startsystem und die Sicherheit der Spurhalteassistent, die Notbremsfunktion, das intelligente Notrufsystem und der Geschwindigkeitsbegrenzer.

Der nicht nur wörtliche, sondern tatsächliche Vorteil im Advantage (Englisch: „Vorteil“) machen der höhenverstellbare Beifahrersitz, das Ablagenpaket, der Tempomat mit Bremsfunktion und die Parksensoren vorne und hinten aus.

Neben einem 1er Advantage stehend erkennt man die Sport Line an den 17 statt 16 Zoll großen Felgen, den schwarz glänzenden Applikationen der Karosserie und der LED-Bestückung von Scheinwerfern, Nebel- und Heckleuchten. Im Cockpit sitzt man auf Sportsitzen und die Ambientebeleuchtung sorgt für eine wohnlichere Atmosphäre.

Auch die Luxury Line steht auf 17 Zoll und besitzt die ganzen LED-Leuchten. Die Karosserieapplikationen aber schimmern in satiniertem Alu und die Vorderleute sitzen auf beheizbaren und mit Leder bezogenen Sitzen.

Auch die M Line ist den zwei vorangehenden sehr ähnlich. Heißt: 17 Zoll auf den Pneus, LEDs in den Leuchten. Den Unterschied zum Advantage erkennt man hier aber sofort an dem sportlicheren M Aerodynamic-Paket und im Innenraum an den Sportsitzen und der Ambientebeleuchtung.

Und beim Infotainment und den Fahrassistenten geht noch viel mehr. Die Bedienung des Infotainmentsystems, dessen Bildschirm entweder 8,8 oder 10,25 Zoll misst, geschieht über den Touchscreen, den iDrive-Regler, die praktischen Direkttasten, die verbesserte Spracheingabe oder über die Gestensteuerung.

Genauso up to date wie die Multimediabestandteile präsentieren sich die Fahrassistenten mit dem automatischen Abstandsregeltempomaten mit Verkehrszeichenerkennung und Stop-and-Go-Funktion, dem Heckkollisions- und Querverkehrswarner, dem vollwertigen, 9,2 Zoll großen Head-up-Display (keine Ausfahr-Scheiben-, sondern eine Frontscheibenlösung) oder dem Parkassistenten, der sich sogar die Strecke in eine Sackgasse merkt, und dann automatisch rückwärts wieder herausfährt.

Die Sicherheit geht vor

Gerade in einer Speed-Maschine wie dem 1er muss für Sicherheit gesorgt sein. Das dachte sich auch BMW und rüstete den Wagen passend aus: die Spurverlassenswarnung, die Spurwechselwarnung, die Auffahr- und Personenwarnung mit City-Bremsfunktion, die Querverkehrswarnung hinten und die Speed Limit Info. Warnung wohin das Auge reicht, das Komplettpaket, „Driving Assistant“ mit all diesen Systemen, müssen Fahrer:innen jedoch für 750 Euro hinzukaufen.

Immer an Bord ist das „Active Guard Plus“-Paket mit Speed Limit Assist, Spurverlassenswarnung und Frontkollisionswarnung. Auf Grund des Speed Limit Assists zeigt der Wagen an, ob überholt werden darf und was momentan erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist. Die Spurverlassenswarnung zeigt Fahrer:innen ab ca. 70 km/h mittels Vibrieren des Lenkrads, dass das Auto die Spur verlässt und holt den Wagen auch zurück. Die Frontkollisionswarnung reagiert auf Autos, Radfahrer:innen und Fußgänger:innen und bremst bis ca. 85 km/h automatisch. Ab dieser Grenze erfolgt nur noch eine Warnung und kein Eingreifen durch das Auto.

Wer mehr will, bekommt mehr, aber nur gegen Aufpreis. Neben dem „Driving Assistant“ bietet BMW viele weitere Pakete mit unterschiedlichen Systemen, die die Fahrsicherheit verbessern sollen. Wichtig ist jedoch immer zu wissen, dass solche Systeme in keinster Weise aufmerksame Fahrer:innen ersetzen können und nur als Unterstützung gedacht sind.

Dreizylinder und Frontantrieb

Immer ist man im BMW 1er Generation 3 mindestens bis zu 200 km/h schnell. Die Wahl fällt zwischen Drei- oder Vierzylindern. Die Drei-Zylinder, die man an einem Auspuffrohr erkennt, gibt es ausschließlich mit Frontantrieb, die Vier-Zylinder, die hinten mit einem zweiflutigen Auspuff enden, erhalten im 120d xDrive und 135i xDrive serienmäßig einen Allradantrieb und eine Automatik.

Kein Hybrid im 1er

Ein Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder Elektroantrieb steht im BMW 1er, der in Fahrt einen gelungenen Kompromiss aus agilem Handling, sportiver Direktheit und Komfort liefert, nicht im Angebot. Den Einstieg bildet zum Marktstart ein Dreizylinder.

Der quirlige 1,5-Liter-Motor, der dank Turboaufladung 220 Newtonmeter Drehmoment produziert, sorgt für flotte Fahrleistungen. Im Topmodell M135i xDrive geht aber alles noch flotter vonstatten.

Das spürt man sofort und kann es auch gut an den Zahlen festmachen. 306 PS Leistung und 450 Nm Drehmoment sorgen für Kraft in fast allen Lebenslagen und der Allradantrieb dafür, dass diese auch auf die Straße gelangt.

Fordert man den M135i xDrive, beschleunigt er wie ein echter Sportwagen. An Verbrauchswerte, wie von BMW angegeben, ist dann aber nicht mehr zu denken. Und auch wenn man es weniger forsch angehen lässt, genehmigt sich der M135i xDrive erheblich mehr als die vom Hersteller prognostizierten 7,3 bis 7,8 Liter auf 100 Kilometern.

Nach wie vor mit Diesel erhältlich

Der Diesel ist tot? Sterben sieht anders aus. Zum Marktstart kommt der BMW 1er nur mit zwei Benzinern, aber mit drei Dieselmotoren auf den Markt.

Wählt man den günstigsten Selbstzünder, sitzt man im 116d mit Dreizylindermotor. Der ist zwar der schwächste im Bunde, aber nicht schwach. Bereits der 1,5-Liter-Turbodiesel transportiert 270 Nm Drehmoment an die Vorderräder und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Die stärkeren Vierzylinder bieten mit mehr Hubraum trotzdem von allem mehr, ohne viel mehr aus dem mit Frontantrieb 42 Liter und mit Allradantrieb 50 Liter fassenden Tank zu schlürfen. Der 118d, mit dem man sich schon sehr gut zufrieden geben kann, und der 120d xDrive produzieren 350 und 400 Nm, und man fährt damit trotzdem sehr sparsam.

Die stimmige Durchzugskraft der großen Diesel und die niedrigen Verbrauchswerte der Selbstzünder, die in der Werksangabe zwischen knapp unter vier und knapp über viereinhalb Liter verbrauchen, erklären, warum der Dieselmotor der ökonomischste Antrieb für Langstreckenfahrer:innen und nicht so schnell totzukriegen ist.

Das Fahrerlebnis

Bekannt gut. Am Fahrspaß ändert sich auch bei der dritten Generation nichts ins Negative. Der 1er kommt zwar erstmals mit Front- statt Hinterradantrieb, das tut ihm aber keinen Abbruch. Die neuen Traktionsregelsysteme hindern die Reifen daran durchzudrehen und erhöhen die Fahrdynamik, indem sie fast zehnmal so schnell wie ältere Varianten reagieren. Grund dafür ist, dass das System direkt in das Steuergerät des Motors eingreift und nicht in das Fahrstabilisierungssystem EPS (Elektromechanische Servolenkung). Genauso sind auch die Kurvenfahrten sicher und die Federung musste nicht an Komfort einbüßen. Die angenehme adaptive Dämpfung gibt es jedoch nur gegen Aufpreis.

Zusammenfassung

Tausche Charakter gegen Alltagsnutzen? Guter Tausch. Etwas Charakter schwand, aber kaum einen stört's. Die Notwendigkeit von mehr Platz raffte den Heckantrieb dahin und das Downsizing den Reihensechszylinder und trotzdem wird es die wenigsten stören, sondern eher begeistern.

So viel Platz gab es seit seiner Premiere 2004 im BMW 1er weder auf der Rückbank noch im Kofferraum. Mit seiner neuen Frontantriebsplattform setzt sich der 1er trotzdem mit agiler Handlichkeit von der Konkurrenz ab und genauso mit der durch die neue Technik erst möglichen Fahrassistenz- und Infotainment-Moderne, die ihren Preis, aber, wie der BMW 1er, auch ihren Wert hat.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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