Dein Weg zum neuen Auto
Viel Serienausstattung und lange Garantie, aber wenig Reichweite – mit dem E5 greift Geely in der Kompakt-SUV-Klasse an.
Der Markt für kompakte Elektro-SUVs ist hart umkämpft. Bislang dominierten vor allem europäische und koreanische Modelle dieses Segment. Nun rollt mit dem Geely E5 ein neuer Herausforderer aus China an den Start. Geely ist dabei kein unbeschriebenes Blatt in der Autobranche: Der Konzern hat renommierte Marken wie Volvo, Polestar und Lotus im Portfolio.
Geely E5 Testbericht entdecken
Mit 4.62 Metern Länge, 1.90 Metern Breite und einer Höhe von 1.67 Metern platziert sich der E5 im klassischen C-SUV-Segment. Er zielt bewusst auf preisbewusste Familien und Pendler, die ein geräumiges Alltagsauto suchen, ohne auf moderne Technik oder eine lange Garantie verzichten zu wollen.

Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis mit langer Garantie
Preislich setzt Geely ein deutliches Zeichen. Die Basisvariante Pro startet bereits ab 37.990 Euro. Für die mittlere Ausführung Pro+ werden mindestens 39.990 Euro fällig. Unser Testwagen fuhr in der Topversion Max+ vor, die ab 42.990 Euro in der Preisliste steht. Für diese Summe liefert Geely ein Ausstattungsniveau, für das man bei vielen Mitbewerbern saftige Aufpreise einkalkulieren muss.
An Bord unseres Max+ befanden sich beheizbare Vordersitze mit Massagefunktion, eine Lenkradheizung, eine Klimaautomatik, eine induktive Ladeschale fürs Smartphone und ein großes Panoramadach. Hinzu kommen u. a. ein Head-up-Display und eine elektrische Heckklappe. Zudem integriert das System Android Auto bzw. Apple CarPlay nahtlos. Für zusätzliche Sicherheit und Vertrauen sorgt eine Fahrzeuggarantie von stolzen acht Jahren. Unterm Strich überzeugt das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gute Leistungsdaten, verbesserungswürdiges Fahrverhalten
Angetrieben wird der Geely E5 von einem 160 kW (218 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse. In der Topversion Max+ beschleunigt das SUV in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, während die um 100 Kilo leichtere Einstiegsvariante Pro diesen Sprint sogar in 6,9 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit endet so oder so bei alltagstauglichen 175 km/h. Das Ansprechverhalten des Motors ist direkt und kraftvoll. Allerdings stößt das Frontantriebskonzept bei Nässe an seine Grenzen.
Das Fahrwerk hinterlässt einen insgesamt soliden Eindruck. Für ein komfortorientiertes Reise-SUV könnte die Federung Querfugen und Fahrbahnunebenheiten jedoch noch besser schlucken. Wenig Begeisterung weckt auch das Lenkgefühl. Die Lenkung agiert spürbar indirekt und vermittelt wenig Rückmeldung von der Straße. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Verzögerungsverhalten: Selbst in der höchsten Rekuperationsstufe bremst das Fahrzeug beim Lupfen des Pedals für unseren Geschmack viel zu sanft ab. An echtes One-Pedal-Driving, bei dem das Fahrzeug bis zum Stillstand rekuperiert, ist gar nicht zu denken.

Zahlreiche Assistenzsysteme schon in der Basis
Bei den Fahrerassistenzsystemen zeigt sich der E5 umfassend gerüstet, egal ob in der Ausstattung Pro, Pro+ oder Max+. Alle verfügen über dieselben Assistenzsysteme wie einen adaptiven Tempomaten, einen Totwinkel-Assistenten oder einen intelligenten Geschwindigkeitsassistenten. Einzig die Einparksensoren vorne sind dem Top-Modell Max+ vorbehalten. Für ein gutes Gefühl in puncto Sicherheit sorgt auch das Euro-NCAP-Crashtest-Ergebnis von 5 Sternen (Bestwertung).
Die Systeme arbeiteten während unserer Testfahrten verlässlich und hielten das Fahrzeug sauber in der Spur, ohne durch übermäßige Hektik oder übertriebene Warntöne zu nerven. Ein Head-up-Display gibt’s nur in der Ausstattung Max+: Es projiziert wichtige Fahrdaten wie Tempo und Navigationshinweise direkt in das Blickfeld auf die Windschutzscheibe.

Moderner, wertiger Innenraum mit kleinen Schwächen
Im Cockpit erwartet dich ein modernes und aufgeräumtes Ambiente. Die Materialanmutung wirkt relativ hochwertig und die Passungen stimmen. Kleiner Wermutstropfen: Die Oberfläche der Mittelkonsole zeigte sich in unserem Testwagen etwas kratzempflindlich. Dafür punktet das Infotainmentsystem mit zügigen Reaktionszeiten und logischer Menüführung. Als sehr gelungen erweist sich die Geräuschdämmung: Wind- und Abrollgeräusche dringen selbst bei Autobahntempo nur gedämpft in die Kabine.
Was etwas enttäuscht hat: Der große Drehknopf in der Mittelkonsole weckt zunächst Erinnerungen an den bewährten Dreh-Drück-Steller von BMW, mit dem man sich intuitiv durchs Infotainment-Menü bewegt. Im Geely E5 ist leider deutlich weniger möglich und so konnten wir damit nur die Lautstärke und den Bildschirm-Hintergrund einstellen.

Viel Platz für Passagiere, wenig fürs Gepäck
Das Raumangebot zählt zu den großen Stärken des Geely E5. Sowohl auf den vorderen Plätzen als auch im Fond genießen die Insassen eine großzügige Knie- und Kopffreiheit. Hinten sitzt man sehr bequem auf gut gepolsterten Rücksitzen. Der reguläre Kofferraum ist mit einem Ladevolumen von 461 Litern leider nur durchschnittlich. Ein zusätzlicher Stauraum unter der Fronthaube könnte das ausgleichen, doch der fehlt.
Allerdings punktet das Gepäckabteil im Detail: Unter dem Ladeboden verbirgt sich zudem ein großes Extrafach, in dem selbst die Gepäckraumabdeckung mühelos verstaut werden kann. Klappt man die Rücksitzlehnen um, wächst das Stauvolumen auf beachtliche 1.877 Liter an.

Reichweite und DC-Ladeleistung nur bedingt langstreckentauglich
Geely setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Das Basismodell Pro verfügt über einen 60,2 kWh (brutto) großen Akku für eine kombinierte WLTP-Reichweite von bis zu 430 Kilometern. Die maximale DC-Ladeleistung liegt hier bei 120 kW.
Ab der Variante Pro+ kommt eine 68,4-kWh-Batterie zum Einsatz, die eine Ladeleistung von bis zu 135 kW ermöglicht und eine WLTP-Reichweite von bis zu 450 Kilometern. Schade, dass der Sprung nicht größer ausfällt. Erfreulich aber: Eine effiziente Wärmepumpe gehört stets zur Serienausstattung. Nichtsdestotrotz: Egal, welche Variante du wählst – die Langstreckentauglichkeit ist aufgrund der überschaubaren Reichweite und mäßigen Ladeleistung eingeschränkt.
Im Praxistest erwies sich der Antrieb als sparsam. Auf einer typischen Pendelstrecke mit ordentlichem Autobahnanteil lag der Realverbrauch bei rund 20 kWh pro 100 Kilometer. Bei defensiverer Fahrweise mit überwiegendem Stadt- und Landstraßenanteil sank der Konsum sogar auf 16,4 kWh/100 km. Praktisch: Der E5 beherrscht immerhin Vehicle-to-Load (V2L) sowie Vehicle-to-Vehicle (V2V), sodass sich externe Elektrogeräte oder andere Elektroautos direkt über die Hochvoltbatterie mit Strom versorgen lassen.

Fazit: Konkurrenzfähig, nur nicht auf der Langstrecke
Der Geely E5 hinterlässt im Praxistest einen überzeugenden Gesamteindruck. Zu seinen klaren Vorzügen gehören das üppige Raumangebot vorne wie hinten, die umfangreiche Grundausstattung und die zahleichen Assistenten. Auch die Verbrauchswerte und die achtjährige Garantie sprechen für das China-SUV.
Abstriche müssen Fahrer bei der gefühllosen Lenkung und der schwachen Rekuperation machen. Noch mehr ins Gewicht fallen das mäßige Staurauvolumen sowie die eingeschränkte Reichweite und Ladeleistung: Wer öfters länger auf der Autobahn unterwegs ist, der sollte sich bei der Konkurrenz wie Skoda oder Tesla umschauen. Wer mit den Schwächen leben kann, der bekommt ein bestens ausgestattetes und alltagstaugliches Elektro-SUV zum attraktiven Preis.