Audi RS5 Avant Testbericht
Der Audi RS5 Avant ist ein dynamischer Lifestyle-Kombi mit brachialer Beschleunigung, enttäuscht jedoch mit seinem kleinen Kofferraum.
- Barkauf
- 93.168 €
Was gut ist
Was nicht so gut ist
Audi RS5 Avant: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
- Unser Fazit zum Audi RS5 Avant
- Wie viel kostet der Audi RS 5 Avant?
- Leistung und Fahrkomfort
- Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
- Innenraum, Infotainment und Ausstattung
- Wie hoch ist der Verbrauch des Audi RS 5 Avant?
- Sicherheit und Assistenzsysteme
- Bekannte Probleme und Rückrufe
- Audi RS5 Avant FAQs
Unser Fazit zum Audi RS5 Avant
Der neue Audi RS5 Avant ist genau das Auto für Leute, die eigentlich gern etwas deutlich Sportlicheres fahren würden, im Alltag aber Platz für Familie, Gepäck und Einkäufe brauchen. Audi versucht beides zu vereinen: sehr viel Leistung und trotzdem eine gewisse Alltagstauglichkeit. Ganz ohne Kompromisse klappt das allerdings nicht.
Er ist teuer und es ist irgendwie blöd, dass er hybridisiert wurde, aber er handelt und fährt einfach grandios.
Billig ist der RS5 definitiv nicht. Schon der Grundpreis liegt bei über 100.000 Euro, und auch im Unterhalt bewegt man sich schnell in Regionen, die man eher von echten Sportwagen kennt. Gerade deshalb fällt auf, dass Audi im Innenraum an manchen Stellen überraschend einfache Materialien verbaut. Das neue Cockpit mit den großen Displays sieht modern aus, verlangt aber Aufmerksamkeit während der Fahrt. Viele Funktionen laufen inzwischen über Touchbedienung, was nicht immer praktisch ist.
Im Vergleich zum früheren RS4 Avant ist das Auto spürbar gewachsen. Vor allem hinten sitzt man deutlich bequemer als bisher. Weniger überzeugend ist der Kofferraum. Weil der Akku unter dem Ladeboden sitzt, bleibt nicht besonders viel Stauraum übrig. Für einen Kombi dieser Größe hätte man hier mehr erwarten können – besonders im Vergleich zum BMW M3 Touring.
Der eigentliche Grund, warum man sich für den RS5 interessiert, steckt ohnehin unter der Haube. Der V6-Biturbo arbeitet zusammen mit einem Elektromotor und liefert zusammen 639 PS. Trotz seines hohen Gewichts beschleunigt der Kombi brutal schnell und fühlt sich auf der Autobahn deutlich leichter an, als die nackten Zahlen vermuten lassen. Dazu kommt ein Motorsound, der präsent ist, was die Fans erwarten.
Überraschend gut gelungen ist das Fahrverhalten. Das neue Torque Vectoring hilft dem RS5 dabei, agiler durch Kurven zu gehen, als man es von einem so schweren Auto erwarten würde. Beeindruckend sind außerdem die optionalen Keramikbremsen, die selbst bei hohem Tempo extrem souverän zupacken.
Wie viel kostet der Audi RS 5 Avant?
Das Audi RS5 Avant Modell hat einen Listenpreis von 107.850 € bis 107.850 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 16.177 € sparen. Die Preise beginnen bei 93.168 € für Barzahlung.
Vergleiche verschiedene Ausstattungslinien des Audi RS5 Avant
| Ausstattungslinien & Preise des Audi RS5 Avant | |
|---|---|
| 2.9l V6 TFSI quattro PHEV Avant 5dr - Preis ab 107.850 € |
Aktuelle Angebote finden
|
Wegen hoher Typklassen ist die Versicherung beim Audi RS5 Avant teuer und liegt je nach SF-Klasse bei 120 bis 200 Euro monatlich. Bei 15.000 km im Jahr fallen durch 11 bis 12 Liter Verbrauch rund 300 Euro Spritkosten an. Teure RS-Komponenten wie Reifen (900 bis 1.200 Euro) und Bremsen (1.500 Euro) sowie der enorme Wertverlust von 35 bis 50 % treiben die Gesamtkosten auf monatlich 900 bis 1.000 Euro.
Leistung und Fahrkomfort
Der Audi RS5 ist das erste RS-Modell mit Plug-in-Hybrid-System – entsprechend hoch sind die Erwartungen der PS-hungrigen Fans. Unter der Haube arbeitet ein 2,9-Liter-V6-Biturbo mit 510 PS zusammen mit einer im Getriebe integrierten E-Maschine mit 177 PS; zusammen ergibt das 639 PS Systemleistung. Rein elektrisch schafft der RS5 Avant laut Hersteller 84 km (WLTP), in unserem Test waren es 65 km. Zum Rasen ist der E-Modus allerdings nicht gedacht: Ab 140 km/h wird der Elektromotor abgeregelt. Mit 11 kW AC lädt der Avant seine 22-kWh-Batterie in etwa 2,5 Stunden. Ansonsten übernimmt der Biturbo.
Hohes Gewicht, gewaltige Beschleunigung
Geschaltet wird über eine 8-Gang-Tiptronic, in die der Elektromotor direkt integriert ist. In unserem Test waren die Gänge sehr eng abgestimmt, was häufiges Schalten erforderte, um das Drehzahlband optimal zu nutzen. Wer eingreifen möchte, kann die Schaltwippen aus Metall am Lenkrad nutzen – die wir allerdings als relativ klein empfanden. Eine Launch Control ist ebenfalls an Bord, und die Beschleunigung ist trotz 2,4 Tonnen Gewicht gewaltig. Die Ingenieure haben versucht, dieses Gewicht durch hochentwickelte Fahrwerkstechnik und Software zu kaschieren.
Trinkfreudiger Hyper-Kombi
Diese Voraussetzungen sind nicht die besten für ein sparsames Fahrzeug. Der Hersteller gibt 3,8 bis 4,5 Liter auf 100 km an – bei Plug-in-Hybriden sind aber eher 1 bis 2 Liter üblich. Zumal es teuer wird, wenn der RS5 nur mit Benzin fährt: In unserem Test lagen die Werte stets über 10 Litern. Dazu fordert der Kombi das teure Super Plus.
Per Knopfdruck driften
Das liegt an der Fahrweise. In 3,6 Sekunden spurtet der Avant von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h, optional 285 km/h. Neu ist das elektromechanische Torque Vectoring an der Hinterachse, das einen Drift-Modus ermöglicht. Trotz seines Gewichts wirkte der RS5 überraschend agil – und dank seines harmonischen Fahrwerks ist er nicht nur Rennwagen, sondern auch alltagstaugliches Familienauto.
Wer sich dieses Auto zulegt, wartet wohl auf die Momente ohne Familie an Bord. Dann heult der V6 dunkel, grollend und aggressiv auf – genauso, wie es die Fans dieser Modellreihe erwarten.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Wenn es um den Platz im Audi RS5 geht, zeigen sich hier wohl die größten Nachteile der Hybridtechnik. Da der 22 kWh Akku unter dem Ladeboden des Kofferraums verbaut ist, schrumpft das nutzbare Volumen spürbar. Bei aufrechter Rückbank stehen lediglich 361 Liter zur Verfügung. Zum Vergleich: Das sind 20 Liter weniger als in einem herkömmlichen VW Golf. Mit umgeklappten Rücksitzen vergrößerte sich der Stauraum im Audi auf 1.302 Liter. Das ist insofern schmerzhaft, weil der aktuelle BMW M3 Touring zwischen 500 und 1.510 Liter Kofferraumvolumen bietet.
Was passt alles in den Kofferraum?
Außerdem fiel uns auf, dass die Ladehöhe durch die Batterie im Unterboden eingeschränkt ist, was das Beladen mit sperrigen Gegenständen erschwerte. Ein großer Kinderwagen und zwei Reisekoffer passten trotzdem hinein. Der Vorgänger RS4 Avant brachte allerdings sehr viel mehr Gepäck unter.
Wie ist das Platzangebot?
Positiv hat sich das Platzangebot im Innenraum entwickelt. Der Audi RS5 Avant ist 12 cm länger als der Vorgänger und besitzt 8 cm mehr Radstand. Die Beinfreiheit im Fond empfanden wir als tadellos, selbst wenn Erwachsene hinter einem großen Fahrenden sitzen. Die Isofix-Halterungen sind gut erreichbar und die Kindersitze lassen sich mühelos montieren. Vorne boten uns die Sportsitze einen guten Kompromiss aus Seitenhalt und Langstreckenkontrolle.
Zu breit für die Autobahnbaustelle
Dieses gute Raumangebot sorgt für eine hohe Praxistauglichkeit im Alltag. Negativ fiel uns allerdings auf, dass der RS5 mit einer Breite von 2,1 m inklusive Spiegel gerade noch auf die linke Spur in Autobahnbaustellen passt. Das erforderte unsere volle Konzentration, um das edle Gefährt nicht zu verschrammen. Auch die Übersicht nach hinten ist bauartbedingt schlecht. Wir waren stets auf die 360 Grad Kameras zum Rangieren angewiesen.
Für wen eignet sich der Audi RS A5 Avant?
Für uns ist der Audi RS5 Avant ein Lifestyle-Kombi. Er eignet sich für Menschen, die maximale Leistung und Prestige suchen, aber ein großer Kofferraum weniger wichtiger ist als steuerliche Vorteile und modernste Fahrdynamik-Technologie. Wer also oft mit viel Gepäck unterwegs ist, sollte ein anderes Fahrzeug wählen. Wem es auf Sportlichkeit, Leistung und Dynamik ankommt, ist mit dem RS5 bestens bedient.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Dass sich auch bei Audi die Zeiten ändern, war uns direkt nach dem Einsteigen in den RS5 Avant klar. Das Cockpit wird von der neuen Elektronik-Architektur geprägt, die den Fokus auf Bildschirme und digitale Interaktionen legt. Ein gebogenes Panorama-Display dominiert den Innenraum: Es besteht aus einem 11,9-Zoll-Bildschirm für den Fahrer und einem 14,5-Zoll-Touchdisplay für das Infotainment. Hinzu kommt ein eigenes Display für den Beifahrer.
Spaß-Dashcam: Die eigene Fahrt filmen
Typisch für RS-Modelle sind die Motorsport-inspirierten Performance-Ansichten. Eine Telemetrie-App zeichnet Driftwinkel, G-Kräfte und Rundenzeiten auf – im Alltag eine Spielerei, aber eine, die Spaß macht. Auch eine Dashcam ist integriert, die Highlights der eigenen Fahrt filmt.
Wie ist die Bedienung?
Audi geht mit der Zeit, alles wird nun digital gesteuert. Wir geben es zu: Wir sind keine Fans von Klimaanlagen, die sich nur per Touchscreen einstellen lassen. Das lenkt ab und ist bei hohen Geschwindigkeiten gefährlich. Besonders nervig empfanden wir den Geschwindigkeitswarner, der sich nur mühsam über Untermenüs deaktivieren lässt.
Wie sitzt es sich?
Die RS-Sportsitze bieten einen guten Kompromiss aus Seitenhalt und Langstreckenkomfort, verfügen über Massagefunktionen und sind mit Kontrastnähten sowie gesteppten Mustern versehen. Das RS-Logo ist dezent eingestickt. Das abgeflachte Sportlenkrad ist mit Microfaser bezogen und besitzt eine 12-Uhr-Markierung. Neu sind ein RS-Knopf für den Direktzugriff auf Performance-Modi und ein Boost-Button.
Materialien: Oben hui, im Detail pfui
Die Materialqualität ist zweigeteilt. Oben überzeugten uns Nappaleder und hochwertige Soft-Touch-Oberflächen, unten an den Türen und der hinteren Mittelkonsole entdeckten wir Hartplastik – in der Preisklasse über 100.000 Euro durchaus kritikwürdig. Auch der staubanfällige Klavierlack ist keine gute Wahl.
Das optionale Sportpaket für rund 10.000 Euro beinhaltet aggressivere Schürzen, exklusive Felgen, die Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 285 km/h sowie die RS-Sportabgasanlage mit schwarzen Endrohren.
Modern, aber polarisierend
Das Cockpit des RS5 Avant wirkte auf uns modern, doch die Touch-only-Strategie polarisiert. Positiv hervorzuheben ist der Boost-Button, der für zehn Sekunden die volle Systemleistung freischaltet und den Wagen beim Überholen beflügelt.
Wie hoch ist der Verbrauch des Audi RS 5 Avant?
Wer ein Auto mit über 600 PS kauft, muss beim Verbrauch Abstriche machen – auch beim Plug-in-Hybrid. Der RS5 Avant verteilt seine Kraft variabel: im Normalfall 50:50, situationsbedingt bis zu 70:30 frontbetont oder 15:85 heckbetont. Offiziell gibt Audi 3,9 bis 4,5 Liter auf 100 km an, der Stromverbrauch liegt bei 17,8 bis 18,7 kWh. In der Praxis sieht das anders aus: Sobald die Batterie leer war, stieg der Verbrauch bei uns auf über 10 Liter Super Plus. Die elektrische Reichweite lag bei knapp 65 statt der angegebenen 76 bis 86 km.
Steuer- und Soundvorteile für den Audi RS 5 Avant
Im Wettbewerb positioniert sich der RS5 Avant zwischen dem BMW M3 Touring (530 PS) und dem Mercedes-AMG C63S (680 PS). Sein entscheidender Vorteil: Beide Konkurrenten gibt es nicht als Plug-in-Hybrid, der RS5 Avant punktet daher mit dem Steuervorteil für Dienstwagenfahrer. Puristen bevorzugen den leichteren M3 Touring, doch der RS5 bietet den vollen V6-Sound und die bessere Alltagseffizienz.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Für den RS5 Avant gibt es noch keinen eigenständigen Euro-NCAP-Crashtest. Er teilt jedoch die Sicherheitsarchitektur des Audi A5, der 2024 mit 5 Sternen ausgezeichnet wurde – mit 87 % beim Erwachsenenschutz und 88 % beim Kinderschutz.
An Bord des Kombis sind 360-Grad-Kameras, Matrix-LED-Scheinwerfer und eine physische Taste für die Fahrassistenzsysteme. Der Geschwindigkeitswarner meldet sich bereits bei geringfügigen Überschreitungen mit schrillen Piepton und lässt sich nur umständlich deaktivieren.
Ein großes Plus in unserem Test war die Bremsleistung: Mit der Keramikbremsanlage kommt der Kombi aus 100 km/h auf nur 30 Metern zum Stehen – schneller als ein Porsche 911 GT3. Die Dynamic Torque Control an der Hinterachse stabilisiert das Fahrzeug zusätzlich beim Bremsen. Dabei wird ein Zielflaggenmuster auf die Heckscheibe projiziert, um nachfolgende Fahrer zu warnen.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Da der RS5 Avant erst im Sommer 2026 auf den Markt kommt, fehlen Langzeitdaten zu Zuverlässigkeit und Rückrufen. Weder die ADAC Pannenstatistik noch der TÜV Report oder die KBA-Datenbank enthalten bisher Einträge.
Serienmäßig wird der Kombi mit zwei Jahren Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung ausgeliefert, die Reparatur- und Materialmängel abdeckt. Eine Mobilitätsgarantie ist ebenfalls enthalten und verlängert sich bei jedem planmäßigen Service. Die Werksgarantie lässt sich auf bis zu fünf Jahre erweitern. Hinzu kommen drei Jahre Lackgarantie und zwölf Jahre Schutz gegen Durchrostung.
Audi RS5 Avant FAQs
- Barkauf
- 93.168 €