Dein Weg zum neuen Auto
Nur 12 % spüren den Tankrabatt deutlich im Geldbeutel. Eine neue carwow-Umfrage zeigt, wie die Maßnahme bei Autofahrern ankommt.
Seit dem 1. Oktober gilt der neue Tankrabatt. Er soll Autofahrerinnen und Autofahrer an der Zapfsäule entlasten – doch kommt davon im Alltag überhaupt schon etwas an? Eine aktuelle Carwow-Umfrage zeigt: Bei vielen hält sich die Begeisterung bislang in Grenzen und: trotz Tankrabatt scheint ein Teil der Befragten vom klassischen Verbrenner abzurücken und in Richtung E-Auto zu schauen.
Tankrabatt nach einer Woche: Viele spüren wenig – E-Autos werden attraktiver
Für die Umfrage wurden insgesamt 1.117 Carwow-Nutzer befragt. Die Ergebnisse zeigen ein frühes Stimmungsbild unmittelbar nach Einführung des Tankrabatts.
57 Prozent halten den Tankrabatt für wenig sinnvoll
Bei der grundsätzlichen Bewertung überwiegt die Skepsis deutlich. 57 Prozent der Befragten halten den Tankrabatt für „eher nicht sinnvoll“ oder „gar nicht sinnvoll“. Allein 34 Prozent entscheiden sich für die stärkste Ablehnung. Positiv bewerten ihn dagegen nur 22 Prozent.
Damit zeigt sich bereits wenige Tage nach dem Start: Eine deutliche Mehrheit der befragten Carwow-Nutzer ist vom Konzept bislang nicht überzeugt. Das könnte auch damit zusammenhängen, wie wenig die Entlastung bei vielen tatsächlich wahrgenommen wird.

Nur 12 Prozent spüren eine deutliche Entlastung
Besonders deutlich wird das beim Blick auf den Geldbeutel. Nur 12 Prozent sagen, dass sie den Rabatt beim Tanken deutlich merken. Betrachtet man nur Fahrer von Verbrennern und Plug-in-Hybriden und nimmt reine E-Auto-Fahrer aus dieser Frage heraus, spüren 50 Prozent den Tankrabatt kaum oder gar nicht. 40 Prozent antworten mit „kaum“, weitere 11 Prozent mit „gar nicht“.
Dass reine E-Auto-Fahrer bei dieser Frage naturgemäß wenig von einem Tankrabatt merken, erklärt das Ergebnis also nur teilweise. Selbst unter denjenigen, die tatsächlich Benzin oder Diesel tanken, fällt die wahrgenommene Entlastung bislang überschaubar aus.

Trotz Tankrabatt schauen viele eher Richtung E-Auto
Der vorausschauendste Punkt der Umfrage betrifft die Wahl des nächsten Antriebs. 47 Prozent der Befragten geben an, dass sie trotz Tankrabatt eher in Richtung Elektroauto oder Plug-in-Hybrid überlegen. Nur 9 Prozent tendieren – ermutigt durch den Rabatt – zu einem Verbrenner. Für 32 Prozent hat der Rabatt dagegen keinen Einfluss auf die Antriebswahl.
Eine Maßnahme, die also zunächst die Kosten beim Tanken senkt, scheint den Verbrenner für viele Nutzer trotzdem nicht automatisch attraktiver zu machen. Im Gegenteil – zumindest unter den befragten Carwow-Nutzern überwiegt deutlich die Gruppe, die dadurch eher über einen elektrifizierten Antrieb nachdenkt – natürlich auch deshalb, weil der Rabatt nicht auf Dauer bestehen bleiben wird.

Gerade Kaufinteressierte tendieren zum E-Auto
Besonders interessant ist dieses Ergebnis, weil viele Befragte aktuell tatsächlich vor einer Kaufentscheidung stehen. 60 Prozent planen sicher, innerhalb der kommenden zwölf Monate ein Auto zu kaufen oder zu leasen, weitere 28 Prozent ziehen es zumindest in Betracht.
Bei den Befragten mit konkretem Kauf- oder Leasingplan sagen sogar 50 Prozent, dass sie der Tankrabatt eher in Richtung E-Auto oder Plug-in-Hybrid lenkt. Selbst wenn nur aktuelle Benzin- und Dieselfahrer mit Kaufplan betrachtet werden, sind es noch 44 Prozent. Lediglich 11 Prozent dieser Gruppe tendieren durch den Tankrabatt eher zum Verbrenner.

Gerade Tankrabatt-Kritiker schauen aufs E-Auto
Noch deutlicher wird der ungewöhnliche Effekt, wenn man sich die Gegner des Tankrabatts ansieht. Von den Befragten, die ihn als „gar nicht sinnvoll“ einstufen, sagen 51 Prozent, dass er sie eher in Richtung E-Auto oder Plug-in-Hybrid lenkt. Unter denjenigen, die den Tankrabatt für „sehr sinnvoll“ halten, sind es dagegen nur 28 Prozent.
Dieses Ergebnis sollte allerdings mit etwas Vorsicht interpretiert werden: Die Gruppe der starken Befürworter ist in unserer Umfrage relativ klein. Trotzdem passt das Bild zu den übrigen Ergebnissen: Der Tankrabatt wird von vielen Carwow-Nutzern weder als besonders starke finanzielle Entlastung noch als Argument für den Verbrenner wahrgenommen.
Was lässt sich nach den ersten Tagen sagen?
Nach wenigen Tagen ist es für ein endgültiges Urteil über den Tankrabatt natürlich noch zu früh. Die Carwow-Umfrage liefert aber ein interessantes erstes Stimmungsbild: Viele Befragte spüren bislang nur wenig Entlastung, eine Mehrheit bewertet die Maßnahme skeptisch – und gleichzeitig denkt ein überraschend großer Anteil eher über ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid nach.
Wichtig für die Einordnung: Die Befragung ist nicht repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung. Unter den Teilnehmenden waren vergleichsweise viele E-Auto-Fahrer, und Carwow-Nutzer befinden sich überdurchschnittlich häufig konkret auf Autosuche. Genau deshalb ist die Untersuchung aber besonders interessant, wenn es darum geht, wie der Tankrabatt die nächsten Kaufentscheidungen beeinflussen könnte.