Alpine A390 Testbericht

Die A390 ist das zweite Elektroauto der Marke Alpine nach dem kleinen Fahrspaßauto A290. Sie soll als sogenannter Sport-Fastback mehr Platz, viel Eleganz und eine konkurrenzfähige Reichweite bieten, ohne dabei den Alpine-typischen Fahrspaß auf der Strecke zu lassen.

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Wow-Wertung
7/10
Zuletzt aktualisiert am: 27/08/2026
Cvetko Mijatov
Content Director

Was gut ist

  • Fantastisches Kurvenverhalten
  • Hoher Fahrkomfort
  • One-Pedal-Drive

Was nicht so gut ist

  • Kein Frunk
  • Beengt im Fond
  • V2G aktuell nicht in Deutschland
Die wichtigsten Daten
Fahrzeugtyp
SUV
Kraftstoffart
Elektro
Anzahl der Sitze
5
Kofferraumvolumen, Rücksitzbank aufrecht
532 Liter - 4 Koffer
Kofferraumvolumen, Rücksitzbank umgeklappt
1.643 Liter
Außenabmessungen (Länge/Breite/Höhe)
4.615 mm x 1.885 mm x 1.532 mm
Gewicht
-
Anhängelast (gebremst)
1.350 kg
CO₂-Ausstoß (WLTP, kombiniert)
Gibt an, wie viel Kohlendioxid (CO2) das Fahrzeug pro gefahrenem Kilometer im WLTP-Zyklus (kombiniert) ausstößt. Je niedriger der Wert, desto umweltfreundlicher ist das Auto.
0 g/km (A)
Stromverbrauch (WLTP, kombiniert)
Gibt an, wie viel Energie ein Elektroauto im genormten WLTP-Zyklus (kombiniert) pro 100 Kilometer verbraucht. Je niedriger der Wert, desto sparsamer ist das Auto.
18,9 kWh / 100km
Reichweite (WLTP, kombiniert)
Gibt an, wie viele Kilometer ein Elektroauto oder Hybrid rein elektrisch mit einer voll aufgeladenen Batterie im genormten WLTP-Zyklus zurücklegen kann.
551 km
Drehmoment
Ein Maß für die Rotationskraft eines Motors. Höheres Drehmoment führt in der Regel zu schnellerer Beschleunigung und erleichtert das Ziehen schwerer Lasten. (Nm = Newtonmeter)
661 - 824 Nm
Antriebsart
Allrad

Alpine A390: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Unser Fazit zur Alpine A390

Die Alpine A390 GT startet bei 67.500 Euro. Dafür gibt es 400 PS, drei Elektromotoren, Allradantrieb, 551 Kilometer WLTP-Reichweite und einen Kofferraum mit bis zu 1.643 Litern Volumen. Klingt erstmal nach einer ziemlich starken Mischung.

Nur fällt es zunächst schwer, die Alpine richtig einzuordnen. Die A390 will kein SUV sein, ist aber auch keine klassische Sportlimousine. Alpine nennt sie einen Sport-Fastback. Die Sitzposition ist höher als bei einer Limousine, gleichzeitig sitzt man für einen SUV erstaunlich tief. Dazu kommen die eingangs erwähnten 400 PS, erstmalig Allradantrieb bei einer Alpine und die innovative Drehmomentverteilung namens Alpine Active Torque Vectoring.

Die Alpine A390 macht unfassbar Spaß, um die Kurve zu fahren - nur bleibt der Praxisnutzen etwas zu sehr auf der Strecke?

Die große Frage, die sich uns stellt, ist: Ist die Alpine A390 sportlich und praktisch genug, dass sie gekauft wird? Oder ist sie keines von beiden?

Die A390 fährt sich hervorragend in der Kurve

Die Alpine A390 ist vor allem eines: verdammt gut in Kurven. Die Lenkung ist sehr direkt, das Auto fährt sich fantastisch durch Biegungen und das Alpine Active Torque Vectoring macht sich offenkundig bemerkbar.

Bei der reinen Beschleunigung ist dagegen weniger Drama geboten: Die 400 PS klingen spektakulärer, als sie sich anfühlen. Erst die Launch Control bringt richtig Würze ins Spiel. Somit lässt sich festhalten, dass die Alpine A390 sich sportlich fährt, nur kann sie auch praktisch sein für den Alltag?

Der Alltagsnutzen leidet an der ein oder anderen Stelle

532 Liter Kofferraum sind ordentlich, jedoch ist die Ladekante recht hoch. Im Fond sitzt man etwas beengt und die Rundumsicht ist nicht ideal. Es fehlt ein Frunk und die Ablagesituation im Innenraum mit nur einem Cupholder ist ausbaufähig. Ausbaufähig sind auch die Zulassungszahlen in Deutschland: 147 Neuzulassungen gab es von Januar bis Juli 2026, das ist nicht viel.

Das unterstreicht unseren Eindruck von der Testfahrt: Die A390 ist ideal für Leute, die sehr gerne über kurvige Landstraßen fahren und es genießen, dass sie eine exklusive Alpine ihr eigen nennen dürfen. Der Rest wird vermutlich zu günstigeren Alternativen wie einem Cupra Tavascan VZ oder Tesla Model Y Performance tendieren oder in etwa dasselbe Geld für einen Polestar 4 Dual Motor oder Kia EV6 GT ausgeben, die mehr PS und bessere Ladeleistungen bieten. Hier könnte die angekündigte Einstiegsversion der A390 helfen, die im 4. Quartal 2026 auf den deutschen Markt kommen soll.

Wie viel kostet die Alpine A390?

Das Alpine A390 Modell hat einen Listenpreis von 67.500 € bis 78.000 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 6.547 € sparen. Die Preise beginnen bei 62.915 € für Barzahlung. Der Preis für ein Alpine A390 Lagerfahrzeug beginnt bei 66.690 € auf Carwow.

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Alpine A390: Reichweite und Ladedauer

Alpine gibt für die A390 GT eine WLTP-Reichweite von bis zu 551 Kilometern an. Der Normverbrauch liegt bei 18,9 kWh/100 km, die Batterie fasst 89 kWh netto und das Bordnetz basiert auf einem 400 V-System.

Während unserer Testfahrt bei sehr kalten Temperaturen und einem hohen Autobahnanteil lag der Verbrauch eher bei 28 kWh/100 km. Bei den Umständen und dem Fahrprofil müsste das eine Art Maximalverbrauch sein.

Ladeleistung ist ok, aber nicht herausragend

Die Ladeleistung der Alpine GT liegt bei maximal 150 kW. Das bedeutet, dass die Batterie von 15 auf 80 Prozent in 29 Minuten geladen werden soll. Diese Werte sind zwar ok, können aber nicht begeistern.

Wer schneller laden möchte, der kann zur GTS-Version greifen, diese schafft maximal 190 kW. Immerhin ist die Wärmepumpe stets serienmäßig an Bord, das ist vorbildlich.

Leistung und Fahrkomfort

Unser Testwagen war die Alpine A390 GT, sie kam mit 400 PS und 661 Nm Drehmoment. Diese Daten klingen sportlich, zumal ein Elektromotor vorne und zwei hinten für Vortrieb sorgen und der Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden vollzogen ist, aber es fühlt sich nicht spektakulär an.

Bei der Testfahrt konnte uns die Leistungsentfaltung weniger begeistern, als die Zahlen vermuten lassen. Die Launch Control verändert das Ganze deutlich und macht die Beschleunigung wesentlich spannender und den Overtake-Button kennen wir noch von der A290, der für zehn Sekunden die volle Leistung freigibt. Klingt dramatisch, aber der Knopf selbst wirkt etwas billig.

Jedoch liegt die Stärke der A390 nicht auf der Geraden, sondern in den Kurven.

In der Kurve macht die Alpine richtig Spaß

Hier spielt die A390 ihre Alpine-Gene aus. Die Lenkung ist sehr direkt und gleichzeitig angenehm leichtgängig. Noch wichtiger: Das Auto fährt sich fantastisch durch Kurven.

Dazu kommt das Alpine Active Torque Vectoring. Die A390 ist die erste Alpine mit Allradantrieb und dieser innovativen Drehmomentverteilung. Man bemerkt es beim Fahren, denn die A390 lässt sich sehr schön durch Kurven bewegen und fühlt sich dabei deutlich sportlicher an, als es die Karosserieform zunächst vermuten lässt.

Wenn du die A390 auf einer kurvigen Landstraße bewegst, wird plötzlich klar, warum Alpine dieses Auto gebaut hat.

Die A390 fährt sich überraschend komfortabel

Das schöne an der Alpine A390 ist: Sportlich muss nicht automatisch hart bedeuten. Das Fahrwerk ist überraschend komfortabel. Die elektrisch einstellbaren Sportsitze mit Mikrofaserbezügen bieten gleichzeitig sehr guten Seitenhalt.

Die Sitzposition ist eine interessante Mischung aus: tief für einen SUV, hoch für eine Limousine.

Die Geräuschdämmung ist ebenfalls gut. Bei höheren Geschwindigkeiten ab etwa 150 km/h hört man deutliche Windgeräusche an der A-Säule, aber das ist nicht weiter irritierend.

Einfaches Fahren dank One-Pedal-Drive

Die Rekuperation lässt sich über die Recharge-Taste (RCH-Taste) in vier Stufen einstellen. Das reicht von wenig Verzögerung bis hin zum One-Pedal-Drive. Im Alltag funktioniert das One-Pedal-Driving gut und ist eine praktische Möglichkeit, das Auto weitgehend mit dem Fahrpedal zu bewegen. Dazu kommt eine gute Bremse mit einem angenehmen Bremsgefühl.

Platz und Praxistauglichkeit

Wer ein Auto mit 4,615 Metern Länge kauft, erwartet normalerweise ein gewisses Maß an Familientauglichkeit und vorne liefert die A390 das auch. Der Einstieg ist komfortabel, die Sitzposition angenehm und die Sportsitze bieten viel Seitenhalt.

Hinten wird es allerdings deutlich enger. Die Knie- und Kopffreiheit sind begrenzt - besonders seitlich fehlt es an Kopffreiheit. Wer regelmäßig Erwachsene auf der Rückbank transportieren möchte, sollte deshalb am besten probesitzen.

Ein Cupholder ist einer zu wenig

In der Mittelkonsole der Alpine A390 nehmen die Fahrgänge einiges an Platz in Anspruch, sodass es lediglich einen Cupholder gibt. Immerhin sind die Türablagen innen sehr groß, sodass eine große Flasche Wasser gut reingepasst hat.

Die Rundumsicht ist mäßig

Weitere Punkte bei der Praxistauglichkeit verliert die Alpine A390 bei der Rundumsicht. Die ist relativ schlecht und nach hinten gibt es wenig Sicht, da die C-Säule sehr dick und die hinteren Fenster klein sind.

Die Rückfahrkamera hilft, aber ihr Bild ist etwas ungewöhnlich positioniert. Das Einparken wäre einfach angenehmer, wenn die Karosserie eine etwas bessere Sicht nach draußen bieten würde.

532 Liter Kofferraum sind gut – aber kein Frunk

Der Kofferraum der Alpine A390 fasst 532 Liter. Bei umgelegten Rücksitzen wächst das Volumen auf 1.643 Liter. Damit lässt sich grundsätzlich ordentlich Gepäck transportieren und bei der Konkurrenz von Cupra Tavascan (540 l) und Polestar 4 (526 l) sieht das nicht viel anders aus.

Allerdings gibt es einige praktische Stolpersteine. Die Ladekante ist hoch, und der Ausschnitt des Kofferraums fällt durch die Hutablage etwas kleiner aus. Außerdem gibt es eine Stufe beim Umlegen der Rücksitzlehnen.

Warum hat die Alpine A390 keinen Frunk?

Bei einem Elektroauto mit drei Motoren und dieser Karosserieform wäre zusätzlicher Stauraum vorne durchaus praktisch. Die A390 verzichtet allerdings komplett darauf, weil die Antriebseinheit den Platz in Anspruch nimmt. Schade, denn auch hier leidet die Praxistauglichkeit darunter.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Im Innenraum hinterlässt die A390 einen guten Eindruck, denn die Materialien und Verarbeitung sind gut. Das Cockpit arbeitet mit einem 12,3-Zoll- und einem 12-Zoll-Display und die Bedienung ist intuitiv. Das System basiert auf Google Android Automotive, man kann sich auch via Apple Carplay verbinden.

Allerdings kann das Cockpit etwas überfordernd sein, denn es gibt viele Knöpfe und Hebel, die man kennt, wenn man sich mit Fahrzeugen aus der Renault Group auseinandersetzt, aber ansonsten etwas überfrachtet wirken kann.

Außerdem fällt der bereits erwähnte Overtake-Knopf etwas aus dem Rahmen: Er wirkt haptisch und optisch nicht ganz so hochwertig wie der Rest des Innenraums.

Andere Geräte laden geht - ins Netz einspeisen (noch) nicht

Die A390 unterstützt bidirektionales Laden per Vehicle-to-Load in Deutschland, heißt, das Fahrzeug kann mit der Batterie andere Geräte mit Strom versorgen. Vehicle-to-Grid (V2G) ist dagegen nur in Frankreich verfügbar. Wann die Funktion nach Deutschland kommt, ist laut Alpine noch nicht bekannt.

Keine Ausstattungsvielfalt

Bei der Alpine A390 gibt es lediglich die Ausstattungen GT und GTS, heißt, hier gibt es keine großen Wahlmöglichkeiten. Jedoch ist die Alpine bereits in der GT-Variante gut ausgestattet, weshalb der Aufpreis von über 10.000 Euro vom GT auf den GTS sehr viel erscheint.

Sicherheit und Schutz

Die Alpine A390 kommt mit vielen Sicherheitssystemen, wie einer 360-Grad-Kamera, einem Aufmerksamkeitswarner, einem Toter-Winkel-System, Spurhalteassistenten und einem aktiven Driver Assist.

Nur 4 von 5 Sternen bei NCAP

Trotzdem reichte es beim NCAP-Crashtest nicht für die volle Punktzahl, so hat die A390 4 von 5 Sternen bekommen, weil der Schutz der Insass:innen mit 74 % bewertet wurde, dabei sei der Brustschutz der fahrenden Person als "marginal" eingestuft und es gab Abzüge, weil sich beim Aufpralltest von der Seite eine Tür öffnete.

Die Bewertung für den Schutz der Kinder mit 85 %, der Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen mit 80 % und der Assistenzsysteme mit 77 % war gut.

Zuverlässigkeit und Probleme

Bei der Alpine A390 gibt es zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch keine Rückrufe. Die Zuverlässigkeit dürfte auf dem Niveau der restlichen Renault Group Modelle liegen.   

Die Garantieleistung ist etwas über dem Durchschnitt

Die Alpine gewährt drei Jahre Garantie aufs Fahrzeug und den elektrischen Antriebsstrang bis maximal 100.000 km Laufleistung. Acht Jahre Garantie gibt es auf die Batterie bis zu einer Fahrleistung von 160.000 km. Zugesichert sind bis dahin mindestens 70% der Ursprungskapazität. Darüber hinaus gibt’s drei Jahre Lackgarantie, 12 Jahre Rostschutzgarantie und drei Jahre Mobilitätsgarantie.

Alpine A390 FAQs

Ein Alpine A390 hat eine maximale Anhängelast (gebremst) von 1.350 Kilogramm.
Ein Alpine A390 ist nur mit Allradantrieb erhältlich.
Ein Alpine A390 hat eine offizielle elektrische Reichweite (WLTP kombiniert) von 551 Kilometern bei voll geladenem Akku.
Ein Alpine A390 verfügt über ein Kofferraumvolumen von 532 Litern bei aufrechter Rücksitzbank.
Je nach gewähltem Antrieb bewegt sich die maximale Leistung des Alpine A390 zwischen 400 und 470 PS.
Ein Alpine A390 ist ausschließlich mit der Kraftstoffart Elektro erhältlich.
Ein Alpine A390 hat 5 Sitze.

Die Alpine A390 in der Basisversion GT mit 400 PS Leistung startet bei 67.500 Euro. Das Topmodell A390 GTS mit 470 PS erhält man ab 78.000 Euro.

Alpine ist eine Tochtermarke von Renault und seit Jahrzehnten für die sportlichen Modelle im Konzern bekannt.

Die Alpine A390 wird im Stammwerk in Dieppe hergestellt. Der Elektromotor und das Batteriepaket werden ebenso in Frankreich gefertigt.

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