Audi Q9 Testbericht
Der gigantische Audi Q9 überzeugt als luxuriöse Lounge mit enormem Platz, kämpft in Europa jedoch mit der eingeschränkten Motorenauswahl und teuren Extras.
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Unser Fazit zum Audi Q9
Der Audi Q9 ist mit stolzen 5,31 m Länge das neue, gewaltige Flaggschiff der Marke. Konzipiert wurde der Koloss primär für die Märkte USA und China, kommt aber auch nach Deutschland. Er ist weniger sportliches SUV als hochkomfortable, flüsterleise Luxuslounge auf Rädern, die mit wegweisender Lichttechnologie und enormen Raumangebot beeindruckt. Für enge europäische Innenstädte ist der Q9 kein Vernunftauto, wohl aber ein luxuriöser Langstreckenbegleiter. Damit setzt er für anspruchsvolle Familien oder Chauffeurdienste neue Maßstäbe.
Mit über 100.000 € ist der Q9 mehr als 20.000 € teurer als der kleinere Audi Q7. Dafür erhält man deutlich mehr Platz, extreme optische Präsenz und modernste Displaytechnik. Getrübt wird das Preis-Leistungsverhältnis durch die rigorose Aufpreispolitik: Elektrische Türen, Allradlenkung, das segmentweise dimmbare Glasdach oder das große Bang & Olufsen-Soundsystem kosten saftige Aufpreise.
Als Siebensitzer bietet der Q9 bei umgeklappter dritter Reihe 700 bis 850 l Stauraum, je nach Position der verschiebbaren zweiten Reihe. Vollbesetzt mit sieben Personen bleiben 280 l. Beim Sechssitzer lassen sich die Captain Chairs konstruktionsbedingt nicht ganz flach umlegen, weshalb der Siebensitzer die bessere Wahl für eine maximale ebene Ladefläche ist.
Zum Start ist der Q9 ausschließlich mit einem 3,0-Liter-V6-Diesel mit 299 PS erhältlich, in einigen EU-Märkten folgt eine Version mit 245 PS. Ein Plug-in-Hybrid auf V6-Benziner-Basis ist für später angekündigt. Das sportliche Topmodell SQ9 mit V8-Biturbo und 590 PS kommt wegen strenger Emissionsvorgaben nicht nach Europa und bleibt den USA vorbehalten. Alle Modelle nutzen serienmäßig Achtstufen-Tiptronic und permanenten Allradantrieb.
Besondere Merkmale des großen SUVs sind der lange Radstand von 3,14 m, das optionale digitale Matrix-Licht mit Blinkerprojektion auf den Asphalt, kommunikative OLED-Rückleuchten sowie das 1,5 m² große Panoramaglasdach, segmentweise dimmbar per Knopfdruck. Erstmals bei Audi lassen sich auch die Türen komplett elektrisch öffnen und schließen – allerdings gegen Aufpreis. Insgesamt ist der Q9 ein überzeugendes Oberklasse-Fahrzeug, das sich seinen Luxus aber teuer bezahlen lässt.
Wie viel kostet der Audi Q9?
Das Audi Q9 Modell hat einen Listenpreis von 108.400 € bis 108.400 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 16.802 € sparen. Die Preise beginnen bei 93.588 € für Barzahlung.
Vergleiche verschiedene Ausstattungslinien des Audi Q9
| Ausstattungslinien & Preise des Audi Q9 | |
|---|---|
| TDI quattro 220 kW tiptronic 5dr - Preis ab 108.400 € |
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Mit dem Q9 legt Audi ein Luxus-SUV der Oberklasse nach. Valide Finanzdaten für das über 100.000 € teure Modell gibt es noch nicht, sie lassen sich aber von Konkurrenten wie BMW X7 und Mercedes GLS ableiten. Für die Versicherung dürften 2.500 bis 3.500 € pro Jahr fällig werden. Auch der Unterhalt für Steuer, Wartung und Reifen kostet 2.500 bis 3.500 € jährlich. Größter finanzieller Faktor ist der Wertverlust: Im ersten Jahr verliert der Q9 zwischen 22.000 und 27.000 €.
Leistung und Fahrkomfort
Audi setzt zum Marktstart des Q9 auf eine hochentwickelte Mild-Hybrid-Technologie. Ein reiner Elektroantrieb ist für das neue Topmodell des Herstellers nicht vorgesehen. In Deutschland gibt es zunächst einen 3,0-Liter-V6-Dieselmotor mit 299 PS. Ein 48-Volt-Generator dient als Anlasser und Lichtmaschine und gewinnt beim Bremsen Energie zurück. Ein weiterer kleiner Elektromotor liefert kurzzeitig einen Boost von 24 PS beim Gasgeben. Rein elektrisch kann der Q9 aber nur über kurze Distanzen fahren, etwa beim Einparken, Rangieren oder im langsamen Stop-and-Go-Verkehr. Ein Plug-in-Hybrid auf Basis eines V6-Benziners soll etwa ein Jahr nach dem Marktstart im November 2026 folgen. Dieser dürfte für den europäischen Markt aus steuerlichen Gründen eine wichtige Rolle spielen.
Motoren: Zum Start nur als Mildybrid-Diesel
Der Audi Q9 ist mit einer Achtstufen-Tiptronic ausgestattet, die die Schaltvorgänge automatisch regelt. Um Platz in der Mittelkonsole zu schaffen, wurde der klassische Wählhebel an die Lenksäule verlegt. Für manuelle Eingriffe gibt es Schaltwippen am Lenkrad. Der 299 PS starke Mild-Hybrid-Diesel soll zwischen 7,4 und 8 Liter auf 100 km verbrauchen – ein ordentlicher Wert, wenn man bedenkt, dass das Fahrzeug bis zu 2,6 Tonnen wiegt.
Größe: Optimal für die USA - in Deutschland wird es eng
Mit einer Länge von 5,31 m und einer Breite von 2,21 m inklusive Außenspiegeln ist der Q9 der größte Audi aller Zeiten. Für die weiten Straßen Nordamerikas ist das perfekt dimensioniert, auf deutschen Straßen dürfte es eng werden. Deshalb gibt es optional eine Hinterachslenkung, bei der die Hinterräder bei niedrigem Tempo bis zu 5° gegensinnig zur Vorderachse einschlagen – ein echter Vorteil, der den Wendekreis bei dieser Fahrzeuggröße drastisch reduziert. Bei höheren Geschwindigkeiten lenken die Räder gleichsinnig mit, was die Stabilität im Grenzbereich erhöht.
Flüsterleise im Innenraum
Serienmäßig kommt der Q9 mit adaptiver Luftfederung, die eine Spreizung des Fahrwerks von insgesamt 9 cm zulässt. So lässt sich das SUV für unwegsames Gelände anheben oder für sportliche Fahrten absenken. Zum Einsteigen senkt sich die Luftfederung automatisch um bis zu 6,2 cm ab. Da alle Motorisierungen den permanenten Quattro-Allradantrieb mit heckbetonter Kraftverteilung nutzen, lässt sich der Q9 trotz seines hohen Gewichts dynamisch aus Kurven beschleunigen. Für einen leisen Innenraum sorgt serienmäßig eine Doppelverglasung an den vorderen und hinteren Seitenscheiben. Zudem verfügen die 22- und 23-Zoll-Räder über Schaumstoff-Einlagen, die das Abrollgeräusch reduzieren.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Der Kofferraum des Audi Q9 ist extrem wandlungsfähig. Im Siebensitzer-Modus mit allen belegten Plätzen bleibt ein kompakter Kofferraum von 280 l, das reicht für etwa zwei Koffer. Unter dem doppelten Ladeboden lässt sich das Kofferraumrollo verstauen. Wird die dritte Sitzreihe elektrisch im Boden versenkt, wächst das Volumen auf 700 bis 850 l, je nach Position der verschiebbaren zweiten Sitzreihe. In der sechssitzigen Variante mit Einzelsitzen gibt Audi ein festes Volumen von 832 l an. Sind alle Sitzreihen flachgelegt, entsteht ein Stauraum von 2.308 l bei einer Ladelänge von weit über 2 m.
Zu beachten ist, dass sich die luxuriösen Einzelsitze der zweiten Reihe beim Sechssitzer konstruktionsbedingt nicht ganz flach umlegen lassen. Wer die maximale ebene Ladefläche benötigt, sollte deshalb den Siebensitzer mit klassischer Rückbank wählen.
Praktische Details
Auch viele praktische Details überzeugen. So gibt es ein Schienensystem mit verschiebbaren Haken, mit denen sich Taschen platzsparend fixieren lassen. Über Tasten im Kofferraum lässt sich das Heck des Fahrzeugs absenken, was das Beladen schwerer Gegenstände über die Ladekante erleichtert. Außerdem projiziert das Auto nachts ein Lichtsymbol auf den Boden, das dem Fahrer den richtigen Punkt für die gestengesteuerte Heckklappe anzeigt.
Wie schneidet der Q9 im Vergleich zur Konkurrenz ab?
Mit 5,31 m Länge und 3,14 m Radstand setzt der Q9 neue Größen-Maßstäbe und bietet mit umgeklappter dritter Sitzreihe mehr Stauvolumen als der BMW X7. Beim Fußraum mit voller Sieben-Personen-Besetzung wirkte der X7 in unserem Eindruck jedoch minimal überlegen. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau.
Wie ist das Platzangebot im Innenraum?
In der ersten Sitzreihe herrscht ein luftiges Raumgefühl mit viel Platz für Ablagen, Getränkehalter und kabellose Ladeschalen. Die zweite Sitzreihe bietet enorme Bein- und Kopffreiheit. Im Sechssitzer sitzt man auf elektrisch verstellbaren Einzelsitzen, die sich beheizen und belüften lassen und über eine Massagefunktion verfügen. Im Siebensitzer lassen sich dank der breiten zweiten Reihe drei Kindersitze nebeneinander montieren.
Durch den langen Radstand ist auch die dritte Sitzreihe kein reiner Notsitz mehr. Erwachsene bis zu einer Größe von 1,85 m finden dort überraschend viel Platz, die Kopffreiheit ist hervorragend. Die Beinfreiheit hängt allerdings davon ab, wie weit die Passagiere in der zweiten Reihe ihre Sitze nach vorne schieben.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Wie mittlerweile im modernen Automobilbau üblich, dominiert ein Curved Display den Innenraum des Audi Q9. Es besteht aus einem 11,9-Zoll-Bildschirm und einem 14,5-Zoll-OLED-Touchscreen in der Mitte. Serienmäßig ist zudem ein weiteres 12,3-Zoll-Display verbaut, auf dem Mitfahrende eigene Apps nutzen, YouTube-Videos schauen oder das Navi programmieren können. Ein spezieller Sichtschutz sorgt dafür, dass es während der Fahrt für den Fahrenden unsichtbar bleibt. Das Zentraldisplay wirkte auf uns auf den ersten Blick etwas blass, da es standardmäßig in Graustufen ausgelegt ist. Für farbige Hintergrundbilder verlangt Audi im App Store zusätzlich 10 bis 40 €, was bei einem sechsstelligen Fahrzeugpreis verwundert.
Bedienung: Wieder mehr echte Tasten im Innenraum
Ein Gewinn für die Ergonomie ist die Rückkehr zu physischen Drehrädchen und Walzen am Lenkrad statt fehleranfälliger Touchslider. Auch ein physischer Lautstärkeregler in der Mittelkonsole ist zurück. Kritisch sehen wir jedoch, dass Luftdüsen und fast alle Klimafunktionen ausschließlich digital gesteuert werden.
Im Innenraum befinden sich diverse USB-C-Anschlüsse und vorne zwei magnetische Ladeflächen, die Smartphones dank erhöhter Ränder und Kühlung vor Verrutschen und Überhitzen schützen. Optional gibt es ein Bang & Olufsen Soundsystem mit 22 Lautsprechern. An den Kopfstützen der Vordersitze ist zudem ein System mit Noise-Cancelling für private Telefonate verbaut.
Edle Materialien, kaum noch Fingerabdrücke
Im Innenraum hat Audi hat den Anteil an Klavierlack drastisch reduziert, um Fingerabdrücke und Staub zu vermeiden. Stattdessen dominieren matte Oberflächen und hochwertige Materialien wie Eschen- und Lindenholzfurniere, Leder, Mikrofaser und Alpakawolle. Die Haptik empfanden wir als sehr solide, teils besser als im Mercedes GLS. Nur an tiefer sitzenden Stellen findet sich einfacherer Kunststoff. Ungewöhnlich ist, dass es keine komplett tierfreie Ausstattungsoption gibt – selbst die Mikrofaser-Sitze sind mit Echtleder kombiniert.
Welche Ausstattungslinien gibt es?
Der Q9 kommt in drei Ausstattungslinien. Bereits die Basis bietet das dreiteilige Display-Layout, das große Panoramaglasdach und ein Bang & Olufsen Soundsystem mit 16 Lautsprechern. Ab der S-Linie kommen Sportlenkrad, Carbon-Dekor und dunkle Sitzbezüge hinzu. Die großen Türen öffnen und schließen vollelektrisch per Schlüssel, App oder Display. Das Panoramadach lässt sich optional in neun Segmenten von transparent auf milchig umschalten.
Wie hoch ist der Verbrauch des Audi Q9?
Der Audi Q9 ist das größte Modell, das der deutsche Automobilhersteller jemals gebaut hat. Der zum Start verfügbare 3.0-V6-TDI mit 299 PS verbraucht kombiniert aber nur zwischen 7,4 und 8 l auf 100 km. Im Realverbrauch dürfte ein SUV dieser Dimensionen je nach Fahrweise deutlich darüber liegen. Doch selbst der WLTP-Wert von unter 8 l ist für den Q9 mit bis zu 2.600 kg ein bemerkenswerter Wert für einen Selbstzünder mit Allradantrieb und zeigt, wie effektiv hier die Mild-Hybrid-Technologie genutzt wird.
Damit bewegt sich der Audi Q9 auf einem sehr hohen Niveau. Sowohl die Diesel des BMW X7 als auch des Mercedes-Benz GLS liegen zwischen 7 und 9 l/100 km. Der Range Rover kommt auf einen kombinierten Verbrauch von 7,6 bis 8,3 l und reiht sich damit in die hocheffiziente Riege der Premium-Giganten ein. Nachfolgen sollen für den Audi Q9 noch Benziner mit Mild-Hybrid sowie ein Plug-in-Hybrid.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Da der offizielle Marktstart des Audi Q9 erst für Ende 2026 geplant ist, wurden noch keine Crashtest-Ergebnisse veröffentlicht. In der Vergangenheit erhielten Audi-SUVs allerdings fast immer die Höchstwertung. Als Top-Modell ist der Q9 serienmäßig mit zahlreichen modernen Assistenzsystemen ausgestattet, darunter Notbrems- und Spurhalte-Assistent sowie Abstandsregeltempomat. Optional verfügbar sind Systeme zum Spurhalten, Parken, Rangieren sowie ein selbstständig einparkendes System. Auf der Autobahn bietet der Q9 die Funktion des freihändigen Fahrens, wobei das Fahrzeug das Umfeld eigenständig überwacht und die Lenkarbeit übernimmt.
Besonders individuell: Eine Blinkerprojektion wirft nachts das Signal direkt auf den Asphalt, um Fußgänger und Radfahrer im toten Winkel zusätzlich zu warnen. Die elektrischen Türen erkennen über Sensoren Hindernisse wie parkende Autos oder herannahende Radfahrer und stoppen sofort. Die Heckleuchten aktivieren bei zu dicht auffahrenden Fahrzeugen ein auffälliges Warnsymbol. Optionale digitale Matrix-LED-Scheinwerfer projizieren einen Lichtteppich in Fahrzeugbreite auf die Straße.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Audi gewährt werkseitig eine kostenlose Neuwagengarantie ohne Kilometerbegrenzung über zwei Jahre, die alle Mängel abdeckt. Voraussetzung ist die lückenlose Einhaltung der vorgeschriebenen Serviceintervalle. Hinzu kommen drei Jahre Garantie gegen Lackmängel und zwölf Jahre gegen Durchrostung. Optional lässt sich die Garantie um ein, zwei oder drei Jahre verlängern, wobei eine maximale Laufleistung von bis zu 150.000 km festgelegt werden muss. Da der Audi Q9 erst im vierten Quartal 2026 ausgeliefert wird, sind bisher keine Probleme oder Rückrufe bekannt.
Audi Q9 FAQs
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