VW Tiguan eHybrid im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Tiguan eHybrid werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der Tiguan ist der Bestseller in VWs Modellprogramm und der Plug-in Hybrid die zurzeit angesagte Antriebsform im Kompakt-SUV. Der Plug-in Hybrid-Antrieb des Tiguan eHybrid leistet 245 PS und zählt aktuell, auch wegen der hohen Ersparnis durch die Umweltprämie, zu den beliebtesten Motoren im Tiguan.

  • Kräftig und trotzdem sparsam 
  • Richtig sparsam nur mit Laden
  • Viel Platz zum Sitzen und Packen

Der Golf ist das meist verkaufte VW Modell. Wer so denkt, denkt an früher. Heute nimmt das SUV nach den Verkaufszahlen die Spitzenposition in VWs Modellprogramm ein. Über 900.000 Einheiten rollen jährlich vom Band. Wen wundert es? Kompakt-SUV ist Trend.

Am besten mit einem Dieselmotor? Auch dieser Trend hat sich überholt. Weil VW es beim Abgas ziemlich verbockt hat und es mit den Dieselfans nicht gut gemeint hat. Aber auch, weil die Abgasbilanz mit einem Plug-in Hybrid noch stubenreiner gelingt. Denn wer elektrisch fährt und weniger Kraftstoff im Motorraum verbrennt, verursacht auch weniger Emissionen am Auspuff.

Der Plug-in Hybrid zählt deshalb im Kompakt-SUV zu den Trends. Deshalb hat BMW einen im X2 im Angebot, Toyota einen im RAV4, Volvo einen im XC40 und VW jetzt einen im Tiguan. Der neue eHybrid profitiert obendrein vom Tiguan Facelift, das im Modelljahr 2021 für zahlreiche Veränderungen sorgt.

Mit Facelift ins Modelljahr 2021

Die Front des seit 2016 gebauten Tiguan II startet nun mit einer höher angesetzten Motorhaube und neuen LED-Scheinwerfern (Serie) und endet mit neuen Rückleuchten. Im Digitalcockpit setzt das Tiguan Facelift auf das Bedienkonzept des Golf 8. An die Einstellung von Klimaanlage und Heizung über Touchslider muss man sich erst gewöhnen. Und auch wenn man sich daran gewöhnt hat, fordert es Konzentration, die besser für den Verkehr genutzt werden könnte.

Das neue Infotainmentsystem ist dank integrierter SIM-Karte immer online. Die Navi berechnet die sparsamste Fahrt im Tiguan eHybrid abhängig von der Topographie der Strecke. Wie in fast jedem Plug-in Hybrid lässt sich im Menü auf dem 6,5 oder 9,2 Zoll großen Touchscreen die Ladung „einfrieren“, die dann später abgerufen werden kann.

Ebenfalls an Bord kamen mit dem 2020er Facelift neue Fahrassistenzsysteme, die schon vom VW Golf 8 bekannt sind, etwa das proaktive Insassenschutzsystem. Die Einstiegsausstattung des Tiguan eHybrid, die Linie Life, verfügt noch nicht über alle Sicherheitssysteme, lässt sich aber mit fast allen ausrüsten.

Der Tiguan macht etwas aus seinen 4,51 Metern Länge. Aus denen holt er – Stichwort: gute Raumnutzung –  auch als Plug-in Hybrid eine großzügige Portion Platz, die sich dank der praktischen verschiebbaren Rückbank zwischen Sitzkomfort (mehr oder weniger Beinfreiheit) und Kofferraumvolumen (kürzere oder längere Ladefläche) variieren lässt.

Mit seiner Vielseitigkeit und seinem Kofferraumvolumen von 615 bis 1.655 Liter zählt der Tiguan Plug-in Hybrid zu den ladefreundlichsten SUVs der Viereinhalb-Meter-Klasse. Und mit maximal 1,8 Tonnen Anhängelast nimmt es der Tiguan Plug-in Hybrid auch mit größeren Anhängern auf. Mit Dieselmotor und Allradantrieb darf er noch mehr ziehen – siehe: technische Daten.

Ein PHEV zum Fahren und Sparen?

Genug Leistung für das Ziehen von Hängern produzieren der 1,4-Liter-Turbo und der Elektromotor im PHEV („Plug-in Hybrid Vehicle“). Im gemischten Doppel 150 und 115 PS und 245 PS im Duo. Und das in sparsam.

Das Prinzip PHEV spart, aber richtig nur, wenn der Stecker auch eingesteckert wird. Dann lädt sich das System mit 2,3 kWh an der Haushaltssteckdose in fünf Stunden oder mit 3,6 kWh an der Wallbox in 3 Stunden und 40 Minuten 13 kWh in den Akku. Leider darf der eHybrid zum Laden nicht an die Schnellladesäule.

Verbrauch 1,7 Liter/100 km?

Mit vollem Akku geht es, abhängig von der Fahrweise, der Fahrsituation und der Temperatur, rund 57 Kilometer weit. Nutz man diese rein elektrische Reichweite täglich im Tiguan eHybrid, der auf die gleiche Technik wie die Plug-in Hybride Golf GTE und Passat GTE setzt, sind Verbrauchswerte auch unter fünf Liter Super realistisch.

Trotz dieses niedrigen Verbrauchs glänzt der Antrieb mit 245 PS Gesamtleistung, die von dem 1,4-Liter-TSI und dem im 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe implantierten Elektromotor produziert werden.

Das Motorenduo sorgt im Tiguan eHybrid für lebendige Fahrleistungen und einen flotten Antritt an der Ampel. VWs Teilzeitstromer wuchtet seine 1,8 Tonnen nach dem Druck auf den "GTE"-Schalter, der beide Motoren voll aktiviert, in nur 7,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Final läuft er 205 km/h.

Plug-in Hybrid oder Diesel?

Vergleicht man die Performance des Plug-in Hybrids mit der des stärksten Dieselmotors, dem 200 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder des Tiguan 2.0 TDI 4MOTION, wird klar: Der eHybrid, der bis Tempo 130 rein elektrisch fahren kann, ist im Tiguan die Ideallösung, wenn tagtäglich eine kurze bis mittlere Entfernung hauptsächlich mit der Kraft des Elektromotors zurückgelegt wird und abends wieder geladen wird.

Der Diesel hat dagegen andere Qualitäten, die der Plug-in Hybrid so nicht besitzt. Die Kraft des Selbstzünders kommt selbstverständlicher und harmonischer aus der Tiefe. Im eHybrid ist der Kontrast zwischen sehr ruhigem elektrischen Gleiten und dem bei Vollgas lauten Vierzylinderturbo stark – wie in fast jedem Hybrid und Plug-in Hybrid dieser Leistungsklasse.

Auf Langstrecke hat der Tiguan eHybrid gegen den Dieselmotor vom Verbrauch keine Chance, denn auf langen Fahrten, auf denen der Akkustand schnell sinkt und dann hauptsächlich der Benziner arbeitet, nähert sich der Verbrauch des Plug-in Hybrid dem eines Mono-Benziners an.

Bei flotter Fahrt können im Tiguan eHybrid auch 10 Liter Super alle 100 Kilometer aus dem 45 Liter großen Tank fließen. Der 200-PS-Diesel bleibt auch dann genügsamer mit selten mehr als sieben, acht Litern Kraftstoff, die aus seinem größeren Tank (Volumen: 58 Liter) abfließen.

Langsamer ist der stärkste TDI auch nicht. Der Tiguan 2.0 TDI 4MOTION, der ebenfalls 400 Newtonmeter Drehmoment produziert, beschleunigt wie der Tiguan eHybrid in 7,5 Sekunden von 0 auf 100. Das maximale Tempo liegt bei flotteren 216 km/h.

Durch diesen Motorenvergleich wird klar: Je nach eigenem Fahralltag macht die eine oder andere Antriebsart mehr Sinn. Der Fokus des Hybrids liegt eben darauf, den Verbrauch auf täglichen Pendelstrecken zu senken bzw. diese rein elektrisch zu bewältigen und gleichzeitig noch die Vorteile in Sachen Reichweite eines herkömmlichen Verbrenners zu gewährleisten.

Kein Renner, eher ein Gleiter

Hektische Kurvenfahrt ist nicht sein Ding. Es ist nicht so, dass der eHybrid nicht könnte mit seinen 245 PS, aber den hohen Aufbau eines 1,68 Meter hohen SUVs spürt man unweigerlich mit stärkerer Seitenlage in schnellen Kurven. In denen schiebt ein schweres SUV mit Frontantrieb relativ schnell über die Vorderräder in Richtung Kurvenrand („Untersteuern“). Zudem ist bei vollem Leistungseinsatz das Ringen um die Traktion in der Lenkung zu spüren.

Vom Komfort geht das Konzept auf mit dem Serienfahrwerk oder dem optionalen DCC-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern. Mit ordentlich Gummi auf den 17, 18 oder 19 Zoll großen Rädern rollt der Tiguan eHybrid kommod ab. Die Geräuschkulisse dazu fällt dezent aus. Besonders, wenn der E-Motor, unterlegt von einem Fußgänger warnenden Warnton, leise summt.

Der Tiguan, der als Mixtur aus „Tiger“ und „Leguan“ im Jahr 2007 auf die Welt kam, hat in der seit 2016 gebauten zweiten Generation und nach den Verbesserungen des 2020er Facelifts mit dem Plug-in Hybrid deutlich an Reiz gewonnen. Auch weil sein Grundkonzept so gut und ausgereift ist.

Mit einem Plus an Platz

In seiner Klasse gehört der VW Tiguan zu den geräumigen SUVs und denen mit der besten Raumnutzung. Das macht der Vergleich mit einem BMW X2 Plug-in Hybrid oder Volvo XC40 Recharge Plug-inHybrid deutlich, denen der Wolfsburger das Plus an Platz im Fond und im Kofferraum voraus hat – ein Vergleich: in den technischen Daten.

Bevor mit dem Plug-in Hybrid gespart werden kann, muss gespart werden, denn ein Kompakt-SUV mit modernem Plug-in Hybrid ist ein Fahrzeug, das teuer ist und bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis an die Grenze geht.

Der 130 PS starke 1,5-Liter-Vierzylinder im Tiguan Basismodell kann sparsam bewegt werden (Werksangabe: 5,5 Liter/100 km) und man bekommt ihn schon zu einem Preis von 29.310 Euro. Der Preis eines Tiguan eHybrid liegt im Ausstattungslevel Life, mit dem im Plug-in Hybrid alles beginnt, dagegen bei 43.510 Euro.

Für den strammen Aufpreis erhält man allerdings auch eine größere Portion an PS und Ausstattung. Im eHybrid sind bereits das Digitalcockpit, die Drei-Zonen-Klimaautomatik, das Radio mit digitalem Radioempfang (DAB+) und acht Lautsprechern, der adaptive ACC-Tempomat, der Regensensor, der Notbremsassistent, die Einparkhilfe vorne und hinten sowie der Spurhalteassistent inklusive, aber eben noch nicht alles.

Der auf 18-Zoll-Rädern stehende Tiguan eHybrid Elegance, der die Straße adaptiv mit Matrix-LED-Scheinwerfern ausleuchtet und eine elektrische Heckklappe besitzt, kostet 46.100 Euro und die sportive Topausstattung R-Line mit 19 Zoll großen Rädern und noch einigem mehr 48.090 Euro.

Die Umweltprämie richtet es 

Dank der vom Staat und Hersteller subventionierten Umweltprämie für Plug-in Hybride können vom hohen Preis eines Tiguan eHybrid 6.750 Euro in Abzug gebracht werden. Das passiert beim 200 PS starken Tiguan 2.0 TDI 4MOTION nicht, der als Life gerade mal 950 Euro günstiger ist, und am Ende dann eben teurer.

Das und all das, was den komfortablen, geräumigen und variablen Tiguan zu einer attraktiven und soliden Partie macht, wird auch den elektrifizierten Tiguan zu einem Erfolg machen, denn er bringt mit dem gelungenen Kompakt-SUV-Konzept und dem modernen Plug-in Hybrid-Antrieb das mit, was heute Erfolg verspricht.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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