Volkswagen Golf GTD im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Golf GTD werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der GTD ist wie der GTI ein Sportgolf mit Tradition. Diese Tradition spürt man und die Stärken und Schwächen des Dieseltopmodells in der Praxis. Die Digitalrevolution des Golf 8 hat nicht nur Vorteile, der Alltagsnutzen des Golf in Kombination mit dem 200 PS starken Diesel aber seinen unbestreitbaren Reiz.

  • Sportliche Fahrleistungen und niedriger Verbrauch
  • Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit in einem
  • Moderne Bedienung, aber nicht immer intuitiv
  • Hohe Solidität, aber nur zwei Jahre Garantie
  • Hohe Qualität und genauso hoher Preis

Der Diesel ist tot? Dafür steckt im Golf 8 GTD aber verdammt viel Leben. Selbstzünder-Lethargie? Die 70 PS, die den Golf GTD 1982 in 14 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen ließen, macht der Golf GTD der Neuzeit nach einem Tritt aufs Gaspedal voll und ganz vergessen.

Seine 200 PS sorgen dafür, dass es heute doppelt so flott geht. In 7,1 Sekunden steht Tempo 100 an. Und dann immer weiter. Nutzt man das Potential von 245 km/h Spitze, steht der Golf 8 GTD bereits in München, wenn der Golf 1 GTD aus Richtung Frankfurt gerade Nürnberg passiert.

Seinem Sport- und Traditionsauftrag wird der Golf 8 GTD auch sonst gerecht. Wie seine Golfsportkumpels mit Benzin im Tank und Strom im Akku – der GTI und Plug-in-Hybrid GTE – tritt er sportiv auf. Die Frontpartie mit dem Wabengrill und den X-förmigen Nebelscheinwerfern (optional) zitiert die Historie, die vom durchgehenden LED-Band an der Front noch betont wird.

Unterschied aus Tradition

Der GTD setzt sich mit der silbernen Linie zwischen den serienmäßigen LED-Scheinwerfern vom GTI (rote Linie) und GTE (blaue Linie) ab. Die Tieferlegung, die verbreiterten Seitenschweller und die Bremssättel in Rot sind Standardprogramm. Am Fahrzeugende fällt noch ein Unterschied ins Auge: Die beiden Auspuffrohre enden im Gegensatz zum GTI, wo die Abgasanlage links und recht außen endet, linksbündig.

Im Innenraum setzt sich die Traditionalität und die Farbsprache des GTD mit silbernen Nähten im schwarzgrauen Karomuster der Sportsitze, der bis zum Startzeitpunkt des Motors rot pulsierenden „Engine“-Start-Stopp-Taste und den in GTD-Farben schimmernden Speichen des Lederlenkrads fort.

GTD-Noviz:innen haben manchmal trotzdem keinen Schimmer, wenn sie sich mal wieder auf dem 10-Zoll-Touchscreen in den Untermenüs verlieren. Die vier Direkttasten, die wie ein Rettungsversuch im fast schalterlosen Cockpit des Golf 8 wirken, können es nicht wirklich retten, die Spracherkennung manchmal. Das Konzentration erfordernde Geziele an den Slidern und das Gewische am Bildschirm lenkt ab. Wer rückwärts einparkt, löst durch versehentliches Berühren der Touchflächen am Lenkrad ab und an unbeabsichtigt Funktionen aus. Ist das modern? Vielleicht, aber nicht überzeugend.

Dieselpower in digital

Viel besser gefällt die gute Verarbeitung, die nur von manchem günstigen Hartplastikteil an der Unterseite der Armaturentafel etwas getrübt wird. Und für das vollwertige, auf die Frontscheibe projizierende Head-up-Display und das Digitalcockpit des Golf 8, das die Navikarte oder einen großen Drehzahlmesser in den Mittelpunkt rückt und im GTD Infos über die gerade wirkende Leistung und die g-Kräfte anzeigt, gibt es nur Lob. 

Im Bedienzentrum sitzt man klasse und hat Spaß – so soll das in einem GTD auch sein. Mit der sportlicher als im normalen Golf 8 ausgelegten Lenkung geht das Einlenken am unten abgeflachten Sportlenkrad direkter vonstatten. Mit dem Sportfahrwerk und der 15-Millimeter-Tieferlegung liegt der GTD erdiger und mit den optionalen 19 Zoll noch strammer als mit den serienmäßigen 17-Zöllern auf der Straße.

Mit der adaptiven Dämpferregelung regelt man es in den Modi „Sport“, „Comfort“ und „Individual“ so, dass es passt. Dann federt der Golf GTD weich bis sehr stramm. Testurteil: Der Kompromiss aus aufrüttelnder Sportlichkeit und bekömmlichem Langstreckenkomfort ist mit dem optionalen Adaptivfahrwerk gut gelungen.

Die serienmäßige Progressivlenkung arbeitet präzise und verbindlich. Der GTD geht gut in die Kurve und bringt seine Leistung stabil und sicher auf die Straße. Traktion ist nicht das Problem, sondern bei so viel Drehmoment an den Vorderrädern der Auftrag. Die Auftragserfüllung liefert die elektronische Differenzialsperre XDS, die die Haftung an der Vorderachse mit gezielten Bremseingriffen austariert und sichert.

Die 400 Newtonmeter verzahnen sich schon bei 1.750 Umdrehungen mit dem Asphalt. Im Vergleich zum 184 PS leistenden Golf 7 GTD ist das ein Aufschlag von 20 Nm. Entscheidender als dieses kaum spürbare Plus an Drehmoment ist, dass der bewährte 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel in der Evolutionsstufe „EA288 Evo“ im Golf 8 GTD sauberer arbeitet. Zwei Katalysatoren sorgen im so genannten „Twin Dosing“-Verfahren mit einem Kat nahe am Motor und einem weiter entfernten dafür, dass sich der Stickoxidausstoß um bis zu 80 Prozent reduziert – verspricht VW.

Bevor der Turbodiesel sich mit richtig vollen Backen reinhängt, schnauft sein Turbolader noch mal kurz durch, um bis 3.000 Umdrehungen voll ins Segel zu blasen. Bei 4.500 Umdrehungen verebbt dann der Kraftfluss.

Das unterscheidet den 2.0 TDI im Golf GTD vom 2.0 TSI im Golf GTI. Aber wenn der GTI mit dem Turbobenziner seine 245 Pferde voll galoppieren lässt, säuft er auch wie ein Gaul. Im Vergleich zum GTD, denn der kommt im gleichen Moment mit deutlich weniger Kraftstoff aus.

Viel Kraft für wenig Diesel

Vom Sound und Anpacken im oberen Drehzahlbereich machen die sonoren Turbobenziner mehr auf Emotion und an. An der Tankstelle nicht. Über 10 Liter Treibstoff sind hier möglich. Der GTD verbraucht, wenn es heiß zugeht, rund sieben und nur fünf, sechs Liter aus dem 50-Liter-Tank, wenn man ganz normal fährt.

Und das Knurren für das VWs TDIs so bekannt sind? Vom Dieselmotor hört man einiges, wenn man ihn ausdreht, aber wer dreht einen Diesel, der schon zuvor alle Kraft aufbietet, schon aus? Ansonsten hält sich der Selbstzünder dank guter Geräuschdämmung im Hintergrund. Oder der serienmäßige (und abschaltbare) Soundgenerator, der im Sportmodus kerniger und im Komfortmodus sanfter tönt, überspielt das Dieselgeräusch.

Nur Puristen werden über die künstliche Akustik klagen, wie über den Wegfall des Handschaltgetriebes. Im Golf 8 GTD schaltet nur noch der Automat. Manuell Gang einlegen gelingt nur noch über die Schaltwippen am Lenkrad, aber bei hohen Drehzahlen schaltet das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) dann, Fahrende überstimmend, automatisch hoch. Das klappt "shift by wire" schnell und gut.

Automatisch teuer

Nicht so vorteilhaft ist das 7-Gang-DSG für den Preis des Golf GTD. Der stieg auch dadurch nach dem Generationswechsel vom Golf 7 GTD hin zum Golf 8 GTD auf zuvor nicht geahnte Höhen, was den Blick in Richtung Konkurrenz richtet. Der direkte Konkurrent, der Ford Focus ST EcoBlue, der 190 PS und ebenfalls 400 Nm an der Vorderachse produziert, ist mit Handschaltung um 3.500 Euro günstiger und bietet mit 4,39 statt 4,29 Meter Länge mehr Platz auf den Rücksitzen.

Ganz schön viel Geld für Golf

Aber das ist nur relativ. Das gute Platzangebot für vier und die Koffer (Kofferraumvolumen: 374 Liter) vereint der Golf GTD mit einer guten Sicherheitsvorsorge auf 5-Sterne-Niveau im Euro NCAP-Crashtest und einer guten Ausstattung.

An der Ausstattung des GTD, die mit Posten wie den Sportsitzen, dem Digitalcockpit, der 3-Zonen-Klimaautomatik, der Telefonschnittstelle mit induktiver Ladefunktion und dem Navigationssystem umfangreich ist, ist nur eines zu kritisieren: Der Preis rauscht mit Extras wie dem DCC-Adaptivfahrwerk (1.045 Euro), Head-up-Display (700 Euro), Fahrerassistenzpaket (1.075 Euro) und ACC-Radar-Tempomat (320 Euro) ab in Richtung 45.000 Euro – ganz schön viel Geld für Golf.

Aus Spaß am Golfen

GTD fahren hat seinen Preis. Dem Temperament des günstigeren GTI stellt der Golf GTD den Punch seines Dieselmotors und Verbrauchswerte entgegen, an die man im GTI im Traum nicht denken kann. Wer sportlichen Fahrspaß mit einem Benzinmotor verbindet, entscheidet sich trotzdem für den GTI. Wer die Druckentladungen des Turbodiesels liebt und niedrigen Verbrauch schätzt, mit Überzeugung für den Dieselklassiker GTD – beides eine sehr gute Entscheidung.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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