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EU-Reifenlabel: Was Sie zur Reifenkennzeichnung wissen müssen

Dass Reifen mit einem speziellen Label gekennzeichnet sind, ist nicht neu. Bereits seit 2012 ist das beim Kauf von neuen Reifen Pflicht. Dieses Label soll eine sofortige Einschätzung der Reifeneigenschaften auf einen Blick ermöglichen. Insgesamt fünf Kriterien sind es neuerdings, die bei einem Reifen gekennzeichnet sein müssen.

⏰  Kurz zusammengefasst

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Warum brauchen Reifen eine Kennzeichnung?

Die Ziele der Reifenkennzeichnung ist mehr Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, durch Reifen die Kraftstoff sparen und über sichere Fahreigenschaften verfügen. Außerdem sollen Käufer:innen so einfach wie möglich schon beim Kauf die Eigenschaften der verschiedenen Reifen erkennen, und so die richtige Kaufentscheidung treffen können.

Quelle: Bundesverband Reifenhandel

Was sind die EU-Reifenlabel Kriterien?

Bisher mussten Symbole auf dem Reifenlabel zu sehen sein, die sich auf die Nasshaftung, das Rollgeräusch und die Kraftstoffeffizienz beziehen. Das ist auch mit der neuen EU-Verordnung weiterhin so, es kommen allerdings noch zwei Symbole dazu: nämlich für Schnee- und Eishaftung. Außerdem wird, wie im oben abgebildeten Label zu erkennen ist, rechts oben neuerdings ein QR-Code angezeigt.

Scannt man diesen Code mit dem Smartphone, gelangt man direkt zu allen Detailinformationen des Reifens, die vom Hersteller in der Europäischen Produktdatenbank für Energiekennzeichnung hinterlegt worden sind. Hier finden sich weitergehende Angaben, als die, die auf dem Label abgebildet sind.

1. Nasshaftung

Das Reifensymbol mit der Regenwolke soll die Nasshaftung verdeutlichen. Kurz gesagt: Wie ist die Bremsleistung des Reifens auf nasser Fahrbahn einzuordnen? Die Klassifizierung geht von E (längster Bremsweg) bis A (kürzester Bremsweg). Hierbei wird auf nasser Fahrbahn eine Vollbremsung aus 80 km/h bis zum Fahrzeugstillstand durchgeführt. Die Bremsleistung eines Reifens ist nicht so einfach zu beschreiben, hierfür verwendet man den Nasshaftungskoeffizient G.

Dieser wird in die Klassen A bis E eingeteilt, wobei Reifen mit der Klasse A im Vergleich zu Reifen mit der Klasse E um bis zu 18 Meter weniger Bremsweg haben. Je nach Bremsweg werden die Reifen folgendermaßen eingruppiert:

  • Klasse A: kürzester Bremsweg
  • Klasse B: +3 Meter
  • Klasse C: +7 Meter
  • Klasse D: +12 Meter
  • Klasse E: +18 Meter

Entscheidend ist also, ob Sie in einer Gegend wohnen, in der häufig viel Niederschlag fällt und ob Sie oft mit dem Auto bei Regen unterwegs sind. Wenn das so ist, sollten Sie besonderen Wert auf eine gute Nasshaftung legen.

2. Rollgeräusch

Das externe Rollgeräusch wird auf dem Label mit dem Reifensymbol mit Lautsprecher XY dB dargestellt. Es befindet sich links unten. Die Angabe der Lautstärke erfolgt in Dezibel, weiter wird außerdem eine Klassifizierung in die Klassen A bis C vorgenommen. A steht für den leisesten Reifen, C für den lautesten. In welche Klasse der Reifen eingeordnet wurde, erkennt man am fettgedruckten Buchstaben.

Gemessen wird die Lautstärke des Reifens bei einem Fahrzeug mit 80 km/h Geschwindigkeit, auf einer speziellen Messstrecke. Je nachdem wie breit ein Reifen ist, darf er zwischen 70 und 74 Dezibel laut sein.

3. Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand)

Das Symbol links oben, ein Reifen mit einem Tankstellensymbol, steht für die Kraftstoffeffizienz. Wie viel Kraftstoff ein Auto verbraucht, hängt neben anderen Faktoren auch vom Rollwiderstand der Reifen ab. Damit ein Fahrzeug effizient ist, soll auch die Bereifung möglichst wenig Rollwiderstand haben. Auch hier wird wieder in Klassen eingeteilt, wobei E für die geringste Effizienz und A für die größte Effizienz steht.

Der berechnete Rollwiderstandskoeffiient zeigt an, wie stark die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs von Reifen der Klasse A im Vergleich zu Reifen der Klasse E ausfällt. Die Angaben beziehen sich auf Liter Mehrverbrauch auf 100 Kilometer bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 6,6 Liter, bezogen auf Reifen der Klasse A.

  • Klasse A: größte Effizienz
  • Klasse B: +0,10 Liter
  • Klasse C: +0,22 Liter
  • Klasse D: +0,36 Liter
  • Klasse E: +0,51 Liter

4. Schnee- und Eishaftung

Neu hinzugekommen sind seit 1. Mai 2021 die Symbole für Schnee- und Eishaftung. Das Symbol unten in der Mitte, eine Schneeflocke, steht für die Schneehaftung, das Symbol rechts daneben soll die Eishaftung darstellen. Diese Symbole sind für Sommerreifen natürlich überflüssig, und werden dort nicht angezeigt. Auch kann es sein, dass die Eishaftung nicht dargestellt wird, weil sie speziell für Winterreifen der Klasse C1 ausgewiesen werden muss. Diese werden auf vereisten Straßen in Nordeuropa verwendet.

Mit dem Symbol wird eine gewisse Mindestgriffigkeit auf Eis bestätigt, die außerhalb Nordeuropas normalerweise nicht angezeigt wird, weil sie nicht nötig ist.

Das Schneeflockensymbol auf Winterreifen zeigt an, dass ein bestimmtes Brems- oder Traktionsvermögen auf einer verfestigten Schneedecke ausgewiesen wird. Dies geschieht im Vergleich zu einem standardisierten Referenz-Vergleichsreifen.

Wer prüft die Reifen vor der Klasseneinteilung?

In welche Klasse die Reifen eingeteilt werden, ist Aufgabe der Hersteller. Es gibt genau festgelegte Verfahren, nach welchen die Reifen geprüft werden müssen. Dementsprechend teilen dann die Reifenhersteller ihre Produkte selbstständig in die Klassen ein.

Wie Sie bestimmt schon merken, ist dieses Verfahren nicht unbedingt vertrauenserweckend. Deshalb wird bereits diskutiert, dass unabhängige Institute zukünftig die Klassifizierungen vornehmen sollen.

Neues EU-Reifenlabel nur für Neureifen

Seit dem 1. Mai 2021 gilt die neue Verordnung. Das bedeutet, dass Pkws, Lkws und Busreifen, die nach diesem Datum auf den Markt kommen, die neuen Labels tragen müssen. Handelt es sich um ältere Reifen, sind die alten Labels weiterhin erlaubt. Eine Neukennzeichnung ist nicht notwendig. Deshalb passiert es noch eine längere Zeit, dass man beide Label in Reifengeschäften findet.