Vergleichstest: Hyundai Kona vs. VW T-Roc

SUVs erobern die Herzen der Autofahrer und vor allem Kompakt-SUVs werden immer beliebter. Das haben die Hersteller ebenfalls bemerkt und werfen ein neues Modell nach dem anderen auf den Markt. Wir haben uns zwei Bestseller ausgesucht und gegeneinander verglichen. Wird der südkoreanische Kona gegen den T-Roc aus Wolfsburg eine Chance haben?

Kompakt, praktisch und modern

Mit dem Erscheinen der ersten Kompakt-SUVs wurde vor ein paar Jahren eine neue Ära eingeleitet. Man fährt zwar SUV, es fühlt sich aber nicht so an. Denn kompakte SUVs sind recht klein und teilweise nicht viel länger als ein klassischer Kompaktwagen. Dafür aber höher – und das ist es, was die Kunden schätzen. Trotz recht kleiner Abmessungen bieten sie genügend Platz, obwohl die meisten Mini-SUVs eine Länge zwischen 4,14 und 4,25 Meter haben, hält der Kofferraum eine Menge Volumen für den ein oder anderen Ausflug bereit. Das Design ist frisch und modern, die Motoren sind spritzig und alles in allem verleiht dem Kompakt-SUV ein Gefühl jugendlicher Leichtigkeit.

Der VW T-Roc und der Hyundai Kona sind beliebte Modelle, doch was haben sie in Punkto Preis-Leistung zu bieten? Wir haben beide Kompakt-SUVs verglichen und sagen euch, wer das Rennen für sich entscheiden konnte. 

Hyundai Kona: Koreanische Überraschung

Aus Südkorea kommt mit dem Kona ein Kompakt-SUV, der mit einer Länge von 4,17 Meter und einer Höhe von 1,55 Meter genau in das Kompakt-Segment passt. Motorisierungen bietet Hyundai einige an, von Benzinern bis 177 PS bis hin zu Dieseln mit nur 136 PS aber satten 320 Nm Drehmoment ist man flott unterwegs. Allerdings ist der Kona nicht gerade ein Leichtgewicht mit seinen maximal 1.510 Kilogramm, was den Fahrspaß je nach Motorisierung ein wenig dämpfen kann. Entscheidet man sich für einen Benziner und gibt richtig Gas, kann der Verbrauch in der Praxis schon mal auf 9,5 Liter/100 km ansteigen – das ist einiges. Da ist der T-Roc ein wenig sparsamer, was auch an weniger Gewicht und ein bisschen mehr Leistung liegen kann.

Der Radstand ist beim Kona mit 2,60 Meter genauso lang wie beim T-Roc, was den Platz im Innenraum gut vergleichbar macht. Innen ist genug Platz vorhanden und man sitzt auch hinten im Kona recht komfortabel, solange man nicht zu groß ist. Bis zu einer Größe von 1,75 Meter haben Passagiere im Fond noch genug Beinfreiheit, darüber hinaus wird es eng. Ein Kompakt-SUV ist zwar nicht für einen langen Familienurlaub geeignet, für kurze Trips mit Gepäck aber völlig ausreichend. Der Kona bietet ein Kofferraumvolumen von 361 Liter und muss sich damit hinter dem T-Roc einreihen, der noch die ein oder ander Tasche extra unterbringt.

Gut aber unspektakulär

Wer den Kona fährt, wird nicht viel zu meckern haben. Die Lenkung ist gut, die erhöhte Sitzposition sorgt für Übersicht, die gute Federung hält Bodenunebenheiten ab und das Fahrverhalten ist sicher. Außerdem glänzt der Kona mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis, wenngleich im Innenraum mit viel Hartplastik gearbeitet wurde. Doch auch der T-Roc enttäuscht in Sachen Verarbeitungsqualität ein wenig.

Das moderne Design bekommt man standardmäßig, für ausgefallenere Lackierungen zahlt man ein wenig Aufpreis und im Gesamtpaket zeigt sich der Kona einfach ein wenig anders als die Konkurrenz. Die Instrumente sind übersichtlich und einfach zu bedienen, außerdem sind einige Extras wie der Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent serienmäßig verbaut. Das alles bekommt man zu einem Einstiegspreis von fairen 17.730 Euro und Hyundai typischen fünf Jahren Garantie. 

Insgesamt leistet sich der Kona keinen Patzer aber herausragenden Leistungen bringt er ebenfalls nicht.

VW T-Roc: Guter Allrounder

Kommen wir zum VW T-Roc: Mit einem Einstiegspreis von 21.120 Euro liegt er zwar ein gutes Stück höher als der Kona, doch immer noch im günstigen Bereich für das, was geboten wird. Und geboten wird einiges, obwohl bei allem Guten auch ein wenig Enttäuschung mitschwingt, denn von VW sind wir eigentlich eine hochwertigere Verarbeitung gewohnt. Details wurden im T-Roc ein wenig vernachlässigt und wer es komfortabel haben möchte, der sollte sich lieber nicht für die “Sport”-Ausstattung entscheiden, denn die Sitze bieten keinen guten Seitenhalt und tun dem Komfort nichts Gutes. Doch das war es eigentlich schon mit Meckern, denn was die Motoren und die Fahrleistung angeht, sprintet der T-Roc dem Kona dann doch davon.

Benziner mit bis zu 190 PS und Diesel mit maximal 150 PS stehen zur Auswahl. Ein paar Kilogramm weniger Gewicht helfen, den Fahrspaß zu verbessern und 18 Zentimeter mehr Länge macht sich im Innen- und Kofferraum bemerkbar. Der T-Roc fährt sich erstaunlich agil und vor allem auf kurvigen Landstraßen kommt echter Fahrspaß auf. Das liegt zum einen daran, dass er eine überraschend gute Straßenlage hat und zum anderen an den gut abgestimmten Motoren. Der Top-Benziner ist flott unterwegs und in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Will man den Verbrauch ein wenig niedriger halten, dann ist wohl der stärkste Diesel die richtige Wahl, denn diese haben mehr Drehmoment und verbrauchen kaum mehr als der Einstiegsmotor. Alle Motoren ziehen aber von Anfang an kräftig ab und liefern viel Schub. Die Automatik im T-Roc arbeitet präziser als die des Kona.

Viel Ladung möglich

Das Design überrascht – auf jeden Fall wenn es um Volkswagen geht. Das ist in diesem Fall aber keineswegs negativ gemeint, denn der T-Roc ist ausgesprochen mutig und jugendlich designt und soll vor allem junge Käufer ansprechen. Im Innenraum erkennt man dann aber wieder das VW-typische Design und fühlt sich fast in den Golf oder Polo hineinversetzt. Beim Infotainment liegt der Kona für uns eine Nasenspitze weiter vorne, denn bereits im Einstiegsmodell ist einiges vorhanden. Will man mehr, hat Hyundai das Navigations-Paket für 850 Euro im Angebot, in dem alles enthalten ist, was man braucht. Bei VW kostet alles extra und insgesamt wird das einen Ticken teurer.

Insgesamt bietet der T-Roc im Innenraum ein wenig mehr Platz, was vor allem Passagieren auf der Rückbank zugute kommt. Will man einiges mehr transportieren, kann sich der T-Roc mit einer Anhängelast von bis zu maximal 1.800 Kilogramm sehen lassen. Das ist für das Kompakt-SUV Segment ein Bestwert. In Sachen Sicherheit ist der Golf-SUV von VW voll auf der Höhe der Zeit. Wer aber das Maximum möchte, muss noch einige Euro zusätzlich auf den Ladentisch legen.

Fazit und Gewinner

  VW T-Roc Hyundai Kona
Pro ✔ Hoher Sicherheitsstandard. Gute Motoren. Viel Platz. Überraschend junges Design. ✔ Fahrverhalten. Geringe Kosten. Sehr modernes Design.
Contra ✖ Teilweise enttäuschende Qualität. Teure Extras. ✖ Vergleichsweise kleiner Kofferraum. Zu wenig Platz im Fond. Kein “Wow-Effekt”.

Beide lassen bei Leistung und Drehmoment wenig zu wünschen übrig, auch wenn man das bei Motoren mit 1,0 bis 1,6- Litern Hubraum erst nicht denken möchte. Der Kona kommt allerdings nur langsam auf Touren (12 Sekunden von 0 auf 100 km/h) und hat zwar in Sachen Komfort und Sicherheit stark aufgeholt, schafft den Überholvorgang aber nicht ganz. Wir haben uns für den T-Roc als Gewinner im Duell gegen den Kona entschieden – der Abstand zwischen Korea und Wolfsburg verringert sich aber immer mehr.

Hyundai Kona

Schriller SUV mit modernem Infotainment
7/10
17.730 € - 35.700 €
UVP
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