Saison- und Oldtimerkennzeichen: Die wichtigsten Infos

Wer ein Cabrio oder einen teuren Oldtimer besitzt, möchte mit diesen Autos nicht im Winter bei schlechten Wetterverhältnissen fahren. Deshalb werden die Fahrzeuge in der kalten Jahreszeit meist eingemottet. Damit das Auto nicht nur fürs Herumstehen angemeldet ist, gibt es Saisonkennzeichen. Für alte Fahrzeuge kommen auch Oldtimerkennzeichen in Frage. Wir haben die wichtigsten Infos zu diesen beiden Kennzeichen für Sie zusammengefasst.

Sollten Sie sich gerade nach einem Sommer- oder Winterauto umsehen und wissen noch nicht, was es für ein Modell werden soll, dann hilft Ihnen unser Auto-Konfigurator, indem Sie ganz einfach nach Fahrzeugtyp oder beispielsweise Preis filtern können.

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Wer ein Auto für den Winter oder den Sommer sucht, hat meist die Präferenz, ein günstiges und älteres Fahrzeug während der Wintermonate zu fahren und im Sommer ein Cabrio oder vielleicht sogar einen Sportwagen. Dafür wurden die Saisonkennzeichen eingeführt, denn sie haben einige Vorteile. Hier haben wir die wichtigsten Infos zu Saison- und Oldtimerkennzeichen für Sie kurz zusammengefasst:

  Saisonkennzeichen Oldtimerkennzeichen rotes 07-Kennzeichen
Zweck saisonale Fahrzeugnutzung Nutzung historischer Fahrzeuge zu günstigen Konditionen Nutzung historischer Fahrzeuge zu günstigen Konditionen für Probefahrten oder Oldtimertreffen
Bedingungen nur während der zugelassenen Monate darf gefahren werden; restliche Zeit muss auf Privatparkplatz abgestellt werden Mindestalter des Fahrzeugs ist 30 Jahre (Erstzulassung zählt); Begutachtung durch einen Sachverständigen; originalgetreuer Zustand des Fahrzeugs Mindestalter des Fahrzeugs ist 30 Jahre (Erstzulassung zählt); Begutachtung durch einen Sachverständigen; originalgetreuer Zustand des Fahrzeugs
Beantragung bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes
Geltungszeitraum von acht Wochen bis elf Monate (immer ab dem ersten eines Monats) ganzjährig ganzjährig, aber eingeschränkt auf Probefahrten oder Fahrten zu Oldtimertreffen
Versicherungskosten nur die angemeldeten Monate müssen versichert werden (Kosten variieren je nach Versicherer) einige Versicherungen bieten für Oldtimer spezielle Tarife an einige Versicherungen bieten für Oldtimer spezielle Tarife an
Schilderkosten ca. 20 bis 40 Euro ca. 20 bis 40 Euro ca. 20 bis 40 Euro
Verwaltungsgebühren / Gutachterkosten ca. 30 Euro ca. 30 Euro Zulassungsgebühren / ca. 120 Euro für das Gutachten und die HU (kann je nach Fahrzeugart variieren) 13 Euro für polizeiliches Führungszeugnis; zwischen 26 und 205 Euro Zulassungsgebühren; 10 bis 15 Euro für Fahrzeugscheinheft / ca. 120 bis 140 Euro für Gutachten und HU
Sonstiges Wechsel zu Saisonkennzeichen jederzeit möglich; Zulassungszeitraum wird auf Fahrzeugschein vermerkt auch als H-Kennzeichen bekannt; pauschaler Steuersatz von 192 Euro (Pkw und Lkw) pauschaler Steuersatz von 192 Euro (Pkw und Lkw); Abwechselnde Nutzung für mehrere Oldtimer möglich

Was ist ein Saisonkennzeichen?

Optisch unterscheidet sich das Saisonkennzeichen so gut wie gar nicht vom normalen Eurokennzeichen, doch rechts außen ist zusätzlich der Geltungsbereich des Kennzeichens vom ersten bis zum letzten Monat angegeben. Ein Saisonkennzeichen kann ab einem Zeitraum von acht Wochen bis zu höchstens elf Monaten angemeldet werden und gilt immer vom ersten eines Monats an. Nehmen wir das Beispiel auf dem Kennzeichen unten: Der Geltungszeitraum ist hier 1. April bis 31. Dezember. 

Die Saison muss aber nicht nur auf dem Kennzeichen sondern auch im Fahrzeugschein vermerkt werden. Überlegen Sie sich vor der Anmeldung ganz genau, welchen Zeitraum Sie wählen möchten, denn Ihr Fahrzeug ist dann auch in den folgenden Jahren automatisch für diesen Zeitraum zugelassen. Möchten Sie den Zulassungszeitraum ändern, müssen Sie wieder zur Zulassungsstelle, Ihre Kennzeichen abgeben, neue anfertigen lassen und natürlich wieder Gebühren und Schilderkosten in Kauf nehmen. Außerdem ist eine neue Versicherungsbestätigung nötig, auf der der neue Zeitraum eingetragen ist. Sie sehen, der Aufwand ist groß.

Vorteile von Saisonkennzeichen

Vor allem für Besitzer von Cabrios, Wohnmobilen oder auch wenn Sie sich für den Winter ein altes Auto kaufen möchten, sind Saisonkennzeichen eine gute Wahl, denn sie haben einige Vorteile:

  • Geringere Kosten für Kfz-Steuer
  • Nur anteilige Versicherungskosten
  • Automatische Verlängerung für angegebenen Nutzungszeitraum
  • Kein ständiges An- und Abmelden mehr nötig
  • Spart Verwaltungskosten und Zeit

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Saisonkennzeichen das richtige für ihn ist oder wenn das Fahrzeug auch außerhalb des Saisonzeitraums kurzzeitig bewegt werden muss, könnte ein Kurzzeit- oder Wechselkennzeichen ebenfalls interessant sein.

Saisonkennzeichen beantragen

Um ein Saisonkennzeichen zu beantragen, gehen Sie zur zuständigen Zulassungsstelle Ihres Wohnortes und legen Sie die folgenden Dokumente vor:

Unterlagen-Checkliste
Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief
Personalausweis
SEPA-Lastschriftmandat
eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) mit Angabe des Zeitraums 
HU-/AU-Bescheinigung
bisherige Kennzeichen wenn vorhanden
COC-Papiere (EWG-Übereinstimmungsbescheinigung) bei importierten Fahrzeugen 

Wer ein besonders Kennzeichen, ein sogenanntes Wunschkennzeichen möchte, kann dieses schon vorab reservieren lassen. Die Prozedur unterscheidet sich nicht von der Reservierung beim klassischen Eurokennzeichen.

Kosten Saisonkennzeichen

Die Angaben der Kosten sind Orientierungswerte, denn es gibt keine einheitlich vorgeschriebenen Kosten für die einzelnen Posten. Je nach Zulassungsstelle können also ein paar Euro mehr oder weniger fällig werden:

  1. Schilderkosten: Die Kosten für die Schilder liegen je nach Anbieter zwischen 20 und 40 Euro. Vergleichen Sie die Angebote, es gibt viele Schilderdienste bei den Zulassungsstellen aber auch eine online Bestellung ist möglich.
  2. Verwaltungskosten: Für die Anmeldung werden ebenfalls Gebühren fällig. Diese liegen bei ca. 30 Euro.
  3. Versicherung: An diesem Punkt können wir keine Beträge nennen, da die Versicherungskosten stark vom Versicherer abhängen. Was wir aber sagen können, ist, dass eine saisonale Anmeldung um einiges günstiger ist als eine normale Kfz-Versicherung.

Oldtimer- und rotes 07-Kennzeichen

Will man einen Oldtimer anmelden, hat man verschiedene Möglichkeiten. Man kann den Oldie entweder als ganz normales Fahrzeug zulassen, ein Saisonkennzeichen beantragen oder versuchen, eines der begehrten Sonderkennzeichen für alte Fahrzeuge zu erhalten. Gemeint sind das Oldtimerkennzeichen und das rote 07-Kennzeichen. 

Das klassische Oldtimerkennzeichen sieht aus wie das normale Eurokennzeichen, nur das am rechten Rand ein großes H zu sehen ist.

Wer seinen Oldtimer lediglich zu Probefahrten oder Fahrten zu Ausstellungen und Oldtimertreffen bewegen möchte, kann versuchen sich eines der begehrten roten 07-Kennzeichen zu sichern.

Mit beiden Kennzeichen hat man einige Vorteile:

  • Pauschaler Steuersatz von 192 Euro im Jahr
  • Keine regelmäßigen Hauptuntersuchungen nötig
  • Freie Fahrt innerhalb der Umweltzonen
  • Keine Fahrteinschränkung (beim Oldtimerkennzeichen)

Allerdings ist der Weg zum Oldtimer- oder 07-Kennzeichen nicht leicht, denn ein Gutachten ist Pflicht und auch für die Beantragung sind eine ganze Menge Unterlagen notwendig:

Unterlagen-Checkliste
Personalausweis
Oldtimer-Gutachten
Versicherungsnachweis
Kennzeichenschilder (falls vorhanden)
HU-Bescheinigung
Fahrzeugschein und -brief
SEPA-Mandat des Fahrzeughalters
eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung) 

Für die Beantragung eines roten 07-Kennzeichens sind außerdem noch ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Auszug aus dem Verkehrszentralregister notwendig. Dieses Kennzeichen können Sie allerdings nur bekommen, wenn folgende Auflagen eingehalten werden:

  • geeigneter Privatstellplatz muss nachgewiesen werden
  • keine Verwendung im Alltag
  • Nachweise über Einzelfahrten sind (teilweise) nachzuweisen
  • persönliche Zuverlässigkeit muss glaubhaft gemacht werden

Kosten Oldtimer- und 07-Kennzeichen

Wer sich für sein altes Fahrzeug ein Oldtimerkennzeichen besorgen möchte, muss mit einigen anfänglichen Kosten rechnen, denn schon alleine das benötigte Gutachten kann, je nach Fahrzeug, ganz schön ins Geld gehen:

  1. Schilderkosten: Je nach Anbieter zwischen 20 und 40 Euro.
  2. Verwaltungs- und Gutachterkosten: Zwischen 150 und 300 Euro, je nach Nummernschild und Höhe der Gutachterkosten.
  3. Versicherung: An diesem Punkt können wir keine Beträge nennen, da die Versicherungskosten stark vom Versicherer abhängen. Was wir aber sagen können, ist, dass einige Versicherungen spezielle Oldtimer-Tarife anbieten, die günstiger sind.