Kurzzeit- und Wechselkennzeichen: Alles Wichtige auf einen Blick

Neben dem klassischen Standard-Eurokennzeichen gibt es eine ganze Reihe von speziellen Sonderkennzeichen, die je nach Situation beantragt werden können oder deren Nutzung sogar gesetzlich vorgeschrieben wird. Unter diese Kategorie fallen auch Kurzzeit- und Wechselkennzeichen. Wir haben die wichtigsten Infos zu diesen beiden Kennzeichen für Sie zusammengefasst.

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Vielleicht möchten Sie aber auch sehen, welche Autos in Ihrer Region am beliebtesten sind? Kein Problem, informieren Sie sich über die beliebtesten Autos Deutschlands. Dass Sie nach dem Kauf ein Kurzzeit- oder Wechselkennzeichen benötigen, ist nicht ganz unwahrscheinlich. 

  Kurzzeitkennzeichen Wechselkennzeichen
Zweck Probe- und Überführungsfahrten ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge
Bedingungen nur für Fahrten innerhalb Deutschlands; maximal 5 Tage gültig Fahrzeuge müssen in der gleichen Fahrzeugklasse sein; nur ein Fahrzeug darf bewegt werden
Beantragung bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes bei der Zulassungsstelle Ihres Wohnortes
Benötigte Unterlagen eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigung); HU-Nachweis; Personalausweis; Zulassungsbescheinigung eVB-Nummern (elektronische Versicherungsbestätigung) beider Fahrzeuge; Personalausweis; Fahrzeugschein und -brief beider Fahrzeuge; HU-/AU-Nachweise beider Fahrzeuge
Versicherungskosten üblich lediglich Kfz-Haftpflichtversicherung, je nach Fahrzeug zwischen 30 und 130 Euro durchschnittlich 10 % Rabatt gegenüber einem Normaltarif
Schilderkosten ca. 15 bis 20 Euro ca. 40 Euro
Verwaltungsgebühren ca. 10 bis 15 Euro ca. 65 Euro
Sonstiges auch als “gelbes Kennzeichen” bekannt kein Steuervorteil in Deutschland

Was ist ein Kurzzeitkennzeichen?

Das Kurzzeitkennzeichen wird im Volksmund auch “gelbes Kennzeichen” genannt. Verwendet wird es zu Probe- und Überführungsfahrten innerhalb Deutschlands. Haben Sie ein Fahrzeug gekauft und können oder möchten dieses nicht zu sich nach Hause liefern lassen? Dann benötigen Sie ein Kurzzeitkennzeichen, damit das Fahrzeug über deutsche Straßen bewegt werden darf, bevor Sie es an Ihrem Wohnort mit einem Standard-Kennzeichen zulassen können.

Man erkennt das Kurzzeitkennzeichen am gelben Feld am rechten Rand. Dort steht das Datum, bis zu welchem das Kennzeichen gültig ist, auf Tag, Monat und Jahr genau. Am linken Rand sieht man wie beim Standardkennzeichen die Stadt- oder Landkreisabkürzung, daneben eine Nummer, welche immer mit 03 oder 04 beginnt. Das Eurofeld fehlt, denn das Kurzzeitkennzeichen ist nur für Fahrten innerhalb Deutschlands zugelassen, weshalb das Eurozeichen hier nicht nötig ist.

Das Kurzzeitkennzeichen hat eine maximale Gültigkeit von fünf Tagen, Samstage und Sonntage sind eingeschlossen. Damit Sie ein Fahrzeug vor dem Kauf Probe fahren können, ist ein Kurzzeitkennzeichen eine gute Sache. Doch die Fahrt mit dem gelben Kennzeichen ist nur dafür da, um die Gebrauchsfähigkeit bei stillgelegten oder abgemeldeten Fahrzeugen festzustellen. Möchte man das Fahrzeug an den eigenen Wohnort überführen, kann man das innerhalb von fünf Tagen machen, das Auto ist in dieser Zeit allerdings lediglich durch eine Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt.

Außerdem ist das Kennzeichen an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden und kann nicht auf ein anderes übertragen werden. Ist der Zweck des Kennzeichens erfüllt, kann nach Ablauf die gelbe Nummer entweder behalten oder entsorgt werden. Eine Rückgabe ist nicht erforderlich.

Kurzzeitkennzeichen beantragen

Hier sehen Sie auf einen Blick, welche Schritte Sie gehen müssen, um Ihr Kurzzeitkennzeichen zu erhalten:

Kosten Kurzzeitkennzeichen

Die angegebenen Kosten dienen der Orientierung und können je nach Zulassungsstelle und Versicherer variieren:

  1. Schilderkosten: Die Prägung kostet ungefähr 15 bis 20 Euro. Vergleichen Sie die Angebote, es gibt viele Schilderdienste bei den Zulassungsstellen.
  2. Verwaltungskosten: Kosten, die die Zulassungsstelle für die Genehmigung des Kennzeichens verlangt. Es gibt keine einheitliche Regelung, meist aber 10 bis 15 Euro.
  3. Versicherung: Üblich ist lediglich eine Kfz-Haftpflichtversicherung, individuell schwankend zwischen 30 und 130 Euro. Die Kosten können eventuell zurückerstattet werden, wenn das Fahrzeug später beim selben Versicherer versichert wird.

Was ist ein Wechselkennzeichen?

Seit 2012 kann man sich für zwei Fahrzeuge lediglich ein Kennzeichen machen lassen. Die beiden Fahrzeuge müssen allerdings in die selbe Fahrzeugklasse fallen. Das Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen: Der vordere Teil ist mit den gängigen Ortsabkürzungen, den Buchstaben und Zahlen versehen, über dem Siegel ist allerdings ein kleines “w” angebracht. Dieser Kennzeichenteil wird mit der Zulassungsplakette am benutzen Fahrzeug angebracht.

Der zweite Teil ist ein kurzer, fahrzeugbezogener Kennzeichenteil und bleib zusammen mit der HU-Plakette am jeweiligen Fahrzeug montiert.

Wie man sieht, ist auf dem kleinen Kennzeichenteil das komplette Kennzeichen abgedruckt, sodass man das Fahrzeug eindeutig als eines mit Wechselkennzeichen identifizieren kann. Anders als in beispielsweise Österreich haben Nutzer von Wechselkennzeichen in Deutschland keinen steuerlichen Vorteil. Unter anderem deshalb ist die Nachfrage nach diesen Kennzeichen bei uns relativ gering.

Als Alternative können Sie auch ein Saisonkennzeichen beantragen, vielleicht ist dieses Kennzeichen besser für Sie geeignet.

Vor- und Nachteile Wechselkennzeichen

Vorteile Nachteile
kein Saisonkennzeichen mehr nötig; evtl. Vergünstigungen bei der Kfz-Versicherung nicht bewegtes Fahrzeug darf nicht öffentlich parken (Privatparkplatz nötig); fehlender Steuervorteil in Deutschland; meist nur geringe Vergünstigungen bei der Versicherung

Wie man sieht, halten sich die Vorteile in Grenzen. Das dürfte auch der Grund für die mäßige Nutzung in Deutschland sein.

Wechselkennzeichen beantragen

So einfach kommen Sie an Ihr Wechselkennzeichen:

Kosten Wechselkennzeichen

Wer ein Wechselkennzeichen möchte, muss ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen, denn die Kosten sind höher als beim Standard-Kennzeichen:

  1. Schilderkosten: ca. 40 Euro
  2. Verwaltungskosten: Je Zulassungsantrag entstehen einmalig Kosten in Höhe von ca. 65 Euro.
  3. Versicherung: Durchschnittlich 10 % Rabatt bei einigen Versicherern gegenüber dem Normaltarif.

Insgesamt kann man sagen, dass das Wechselkennzeichen aufgrund des fehlenden Steuervorteils nicht so gut angenommen wird, wie anfangs erhofft. Informieren Sie sich also vorab genau, ob ein Wechselkennzeichen für Sie auch die beste Lösung ist.