Diesel nachrüsten: Welche Möglichkeiten gibt es?

Der Diesel-Gipfel ist vorbei, Regierung und Autohersteller haben sich auf Umtauschprämien und Nachrüstungen geeinigt. Wir sagen Ihnen, welche Nachrüstmöglichkeiten momentan im Gespräch sind.

Wenn Sie sich für die Umtauschprämien interessieren, dann haben wir für Sie einen Überblick der Diesel-Umtauschprämien 2018 je Hersteller zusammengestellt.

Ansonsten sollen Diesel-Fahrzeuge mit der Euro-Norm 5 nachgerüstet werden, damit sie die Euro-Norm 6 erfüllen. Hier ein kurzer Überblick über die Möglichkeiten:

Euro 6 nachrüsten

Für Euro 5-Diesel soll es die Möglichkeit geben, eine zusätzliche Abgasreinigungstechnik, den sogenannten SCR-Kat, nachrüsten zu lassen. Hierbei handelt es sich um eine Hardware-Nachrüstung. Die Regierung erwartet von den Autoherstellern, dass sie für die Kosten der Nachrüstung aufkommen. Momentan sieht es danach aus, als ob Diesel-Fahrer auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben würden.

Twintec Euro 6 Nachrüstung

Der wichtigste Bestandteil des Umbausatzes BNOx des Herstellers Twintec-Baumot ist die weiterentwickelte AdBlue-Anlage. Schon seit der Einführung der Euro 6-Norm müssen Diesel-Fahrzeuge zusätzlich AdBlue tanken, um die Grenzwerte einhalten zu können. Hierbei handelt es sich um ein flüssiges Harnstoffgemisch, das in Verbindung mit einem SCR-Katalysator den Ausstoß von Stickoxiden reduziert.

Das Neue am Umbausatz von Twintec ist nun, dass schon ab Abgastemperaturen von 150 Grad Ammoniak erzeugt wird und somit kann die erwünschte Reaktion schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen erfolgen. Der Hersteller gibt an, dass mit dem Nachrüstsatz Euro 5-Fahrzeuge unter realen Bedingungen bessere Werte erreichen als ein Euro 6-Diesel. Der Umbau soll ca. 2.000 Euro kosten.

BlueFit von Faurecia/Amminex

Die zweite Möglichkeit zur Hardware-Nachrüstung kommt vom dänischen Unternehmen Faurecia/Amminex. Die sogenannte BlueFit-Lösung hat zwei Hauptkomponenten: Das sind zum einen zwei Patronen mit festem Ammoniak, die in der Mulde für das Reserverad untergebracht werden und zum anderen ein SCR-Katalysator. Dieser Katalysator wird an der Abgasleitung unter dem Auto angebracht.

Die beiden Ammoniak-Patronen entsprechen etwa 16 Litern AdBlue und sind ausreichend für 15.000 Kilometer. Danach ist allerdings ein Austausch der Patronen in einer Werkstatt nötig, was laufende Kosten nach sich zieht.

Beide Nachrüstungsmöglichkeiten haben allerdings auch Nachteile. Der Diesel-Verbrauch erhöht sich um ca. fünf Prozent, da die Lichtmaschine zusätzliche Energie bereitstellen muss, die für das Nachrüstsystem benötigt wird. Außerdem steigt auch der AdBlue-Verbrauch auf etwa 20 Cent je 100 Kilometer.

Software-Nachrüstung

Die von den Herstellern präferierte Lösung ist eine Software-Nachrüstung für Euro 5-Diesel. Hierbei geht es vor allem darum, Temperaturbereiche, in denen die Abgasrückführung aufgrund von zu niedrigen Temperaturen abgeschalten wird, abzuschaffen. Der Stickoxid-Ausstoß kann mit einer Nachrüstung um bis zu 60 Prozent verringert werden.

Nachteile gibt es hierbei allerdings auch: Der Motorverschleiß könnte sich erhöhen, da die Abgase bei zu niedrigen Temperaturen zurückgeleitet werden. Außerdem kann es zu einem höheren Verbrauch kommen.