Das Wasserstoffauto: Vorteile, Nachteile und Zukunftsaussichten

Umweltschonendes Autofahren wird momentan vom Elektroauto in Anspruch genommen und das, obwohl eine andere Antriebsart ebenfalls ohne Schadstoffausstoß auskommt: Wasserstoff. Aufgrund fehlender Förderung wurde die Entwicklung von Wasserstoffautos in den Hintergrund gedrängt – doch was, wenn sie sogar die besseren Elektroautos wären?

Schon 2017 kam es zur Gründung einer Wasserstoffallianz zwischen Autoherstellern und Industriekonzernen, um für mehr Forschung und Geld für diese Antriebsart zu werben. Zwar will die Bundesregierung eine nicht geringe Summe für die Förderung von Wasserstoffautos zur Verfügung stellen, jedoch wird das Geld schnell verbraucht sein und genau das ist das Problem: Elektro wird gefördert, Wasserstoff bleibt deshalb erstmal auf der Strecke. 

Tatsache ist, dass umweltbewusste Autofahrer ein Elektroauto kaufen, denn sie haben so gut wie keine Alternativen. Hat das Wasserstoffauto dennoch das Zeug dazu einen stillen und heimlichen Siegeszug über das Elektroauto anzutreten? Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile der Wasserstoffautos kurz und kompakt:

Vorteile Nachteile
✔ lokal emissionsfrei ✖ Wasserstoff kommt nicht natürlich vor
✔ kurze Tankzeit  ✖ hoher Anteil fossiler Energien nötig
✔ hohe Reichweite  ✖ geringe Tankstellenabdeckung
✔ widerstandsfähig gegen Kälte ✖ Wasserstoffmodelle sind teuer und selten
✔ gleiche Rechte wie ein E-Auto ✖ Technik noch nicht ausgereift

Genauer betrachtet bedeutet das, dass ein Wasserstoffauto bereits nach knapp fünf Minuten voll betankt ist, locker die Reichweite eines heutigen Dieselfahrzeugs erreicht und erst bei ca. -30 Grad Celsius Schwierigkeiten bekommt. Da dürfte aber auch ein Auto mit herkömmlichen Antrieben nicht so einfach anspringen.

Auch was Fahrverbote angeht, muss man sich mit einem Wasserstoffauto keine Sorgen machen. Denn es ist ebenso emissionsfrei wie ein Elektroauto und darf deshalb in die Umweltzonen fahren.

Ein längerer Blick auf die Nachteile zeigt aber auch, dass ein Wasserstoffantrieb so seine Tücken hat und nicht über alle Maßen gelobt werden kann. Vor allem die Herstellung widerspricht dem Anspruch auf Umweltverträglichkeit. Da Wasserstoff nicht natürlich vorkommt, ist eine chemische Reaktion aus Wasser und Erdgas nötig. Man verbraucht also fossilen Brennstoff und das in recht hohen Mengen. Es scheint aber zukünftig möglich zu sein, Wasserstoff komplett aus erneuerbaren Energien herzustellen, momentan scheitert es wie so oft am Geld. 

Entscheidet man sich für ein Wasserstoffauto muss dieses auch alltagstauglich sein. Doch gerade das ist noch ein Problem. Es gibt bisher nur 70 Wasserstofftankstellen in Deutschland (Stand: Mai 2019), bis Jahresende soll die Zahl auf 100 gestiegen sein. Hat man eine Zapfsäule gefunden, macht es preislich gesehen keinen Unterschied ob man Diesel oder Wasserstoff tankt, denn der Preis pro Kilo liegt derzeit einheitlich bei 9,50 Euro. 

Und selbst wenn man das alles akzeptieren kann, hat man kaum eine Modellauswahl und ist auf eine Handvoll Modelle beschränkt, die zudem nicht gerade günstig sind.

Wie funktioniert ein Wasserstoffauto?

Nimmt man es genau, dann sind Wasserstoffautos ebenfalls Elektroautos, denn sie sind auch mit einem Elektromotor ausgestattet. Dieser wird aber anders angetrieben als beim E-Auto. Eine Brennstoffzelle ersetzt die Batterie und lässt mit einer chemischen Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff Strom entstehen, mit dem dann der Motor und somit das Fahrzeug angetrieben wird.

Aus dem Auspuff entweicht am Ende lediglich Wasserdampf, somit ist ein Wasserstoffauto emissionsfrei. In der Brennstoffzelle kann der Wasserstoff aber nur entstehen, indem man kontinuierlich einen Brennstoff zuführt, der mit einem Oxidationsmittel (Sauerstoff) reagiert. Dieser Brennstoff ist Erdgas, was die Ökobilanz des Wasserstoffautos wieder ins Negative rutschen lässt. 

Wasserstoffauto Modelle

Wer ein Wasserstoffauto kaufen will, der hat nicht die Qual der Wahl, denn es gibt aktuell in Deutschland lediglich drei regulär erhältliche Fahrzeuge: den Toyota Mirai, den Hyundai Nexo und den ix35 Fuel Cell, ebenfalls von Hyundai. Honda bietet mit dem Clarity zwar auch ein Wasserstoffauto an, dieses wird aber nicht in Deutschland verkauft.

Von Mercedes gibt es den GLC F-Cell, der aber auch nicht regulär bestellbar ist, aber angefragt werden kann. Insgesamt ist die Auswahl also sehr klein, die Preise zwischen 60.000 Euro und 80.000 Euro allerdings nicht.

Momentan konzentriert sich vor allem Toyota auf die Förderung und Entwicklung von Wasserstoffautos. Ob und wann auch in Deutschland dieser Antrieb einen Schub erhält, können wir nicht sagen. Die Chancen auf einen Erfolg wären aber gegeben, denn auch das gerade favorisierte Elektroauto hat nicht nur Vorteile.