CO2-Ausstoß: Ein Überblick der Antriebsarten

Die UN-Klimakonferenz in Katowice ist am 14. Dezember 2018 zu Ende gegangen. Die Umweltminister einigten sich auf neue CO2-Grenzwerte, die bei den Verantwortlichen der Autoindustrie lediglich ein Kopfschütteln auslösen. Mehr Elektromobilität wird gefordert, doch ist das Elektroauto wirklich die Lösung für unser CO2-Problem?

Mit einem schwer erkämpften Kompromiss haben sich die EU-Umweltminister aus Katowice verabschiedet. Beschlossen wurde die Senkung des CO2-Ausstoßes in der Automobilindustrie vom Jahr 2021 ausgehend bis 2030 um 37,5 Prozent. Die Verkündung des Beschlusses sorgte für Schockstarre und weitgehendes Unverständnis bei Verantwortlichen der Autobranche.

Mit so einem scharfen Ergebnis hatten weder die Industrie, noch die Regierung gerechnet. Erhofft hatte man sich 30 Prozent, mehr sei eine unrealistische Forderung. Wie dem auch sei, beschlossen ist beschlossen und die deutschen Hersteller müssen reagieren – besser schon gestern als heute, denn die asiatischen Hersteller sind ihnen einige Schritte voraus. Außerdem müssen bereits 2025 mindestens 15 Prozent Senkung erreicht worden sein, sonst drohen Milliardenstrafen. Das die Autoindustrie damit nicht glücklich ist, erscheint einleuchtend.

Die strengen Vorgaben können nur erreicht werden, wenn die Produktion von Elektroautos in hohem Maße vorangetrieben wird. Klingt gut – jedoch nur auf den ersten Blick. So umweltfreundlich, wie es uns weiß gemacht wird, sind die E-Autos nämlich nicht. Emissionsfrei? Das ist nur die halbe Wahrheit.

Elektroauto: Eine geschönte CO2-Bilanz

Eins vorab: Natürlich ist ein Elektroauto der richtige Schritt in Richtung Klimaschutz und E-Autos werden wohl auch in Sachen Mobilität der Zukunft die Nase vorn haben. Trotzdem darf man es sich nicht so einfach machen, denn ein Elektroauto fährt zwar emissionsfrei, doch die Herstellung und auch das Recycling können nicht außen vor gelassen werden.

Wer einen ehrlichen CO2-Vergleich aufstellen möchte, der kommt nicht drum herum auch die während der Herstellung und des Recyclings entstehenden Emissionen mit einzubeziehen. Wenn Sie sich für ein Elektroauto interessieren, dann sehen Sie sich die Liste der auf carwow verfügbaren Elektroautos an. Das größte Problem ist im Moment, dass für die Herstellung des Akkus und bei der Erzeugung der Energie, mit der dieser dann geladen wird, eine überraschend hohe Menge an CO2 ausgestoßen wird. Nach einer Studie des ADAC erhöht sich der tatsächliche CO2-Ausstoß pro E-Auto mit der Größe der Batterie und einer höheren Reichweite.

Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass ein Elektroauto im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor dann umso länger emissionsfrei fahren muss, um die CO2-Bilanz wieder auszugleichen. Für eine bessere Vorstellung hier ein paar Beispiele: Ein Elektroauto der oberen Mittelklasse würde sich gegenüber einem Benziner nach knapp 116.000 Kilometern rechnen, gegenüber einem Diesel, der weitaus weniger CO2 ausstößt aber erst nach 580.000 Kilometern.

Nimmt man die Kompaktklasse, sieht das ganze schon etwas anders aus. Hier würde ein Elektroauto schon nach 45.000 Kilometern emissionsfrei fahren. Auch im Kleinwagensegment ist das E-Auto im Vorteil, nach 58.000 Kilometern amortisiert sich laut ADAC der CO2-Ausstoß gegenüber einem Hybrid, 111.000 Kilometer müssen im Vergleich zu einem Diesel gefahren werden.

Die Lösung: regenerative Energien

Ist ein Elektroauto also ein genauso großer Umweltsünder wie ein Verbrennungsmotor? Die Antwort ist nicht ganz einfach, denn bei der Berechnungen des CO2-Ausstoßes für Herstellung und Recycling der Akkus wird momentan vom deutschen Strom-Mix ausgegangen. Das bedeutet, dass ein Teil der Energie für die Produktion aus Kohlekraftwerken stammt, die die CO2-Bilanz deutlich nach unten drücken.

Würde man die gebrauchte Strommenge nur aus regenerativen Energien beziehen, würde das die CO2-Bilanz des E-Autos erheblich verbessern. Außerdem sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wo und unter welchen Umständen die Rohstoffe für die Batterieherstellung geschürft werden und welche Rohstoffe man für eine Batterie benötigt.

Was ist mit Hybrid?

Die neuen Plug-in-Hybride stellen einen guten Kompromiss dar, bis das Reichweiten- und Infrastrukturproblem von Elektroautos gelöst ist. Ein Plug-in-Hybrid mit einer realen elektrischen Reichweite von 60 Kilometern fährt bis zu 15.000 Kilometer im Jahr elektrisch – genauso viel wie ein reines Elektroauto momentan auch.

Die CO2-Bilanz der Plug-in-Hybriden ist allerdings besser als die von E-Autos. Das liegt daran, dass für einen Plug-in-Hybrid wesentlich kleinere Batterien benötigt werden, was bei der Produktion weniger Ausstoß verursacht. Künftige Modelle werden eine rein elektrische Reichweite von 60 Kilometern schaffen.

Dieselskandal: Woher kommen die hohen CO2-Werte?

Seit Monaten ist der Dieselskandal in aller Munde, das Vertrauen in die Selbstzünder ist enorm gesunken und auch die Absatzzahlen von Diesel-Neuwagen sind abgestürzt. Die Belastung mit Stickoxiden in Großstädten ist teilweise so groß, dass mancherorts Fahrverbote verhängt wurden oder immer noch zur Diskussion stehen.

Doch unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes ist die Dieseldiskussion negativ zu sehen. Ein Dieselfahrzeug hat einen weitaus geringeren CO2-Ausstoß als ein Benziner, doch gerade diese werden durch das negative Image der Diesel enorm aufgewertet. Auch die momentan so beliebten SUVs mit viel Leistung tragen nicht gerade zur Senkung der CO2 Werte bei. Der Spritverbrauch von Benzinern und Dieseln ist zwar kontinuierlich gesunken, doch nur gering. Insgesamt ist in den letzten Jahren der Trend zu mehr PS zu beobachten.

Neuwagenkäufer geben sich nicht mehr mit der Standardmotorisierung zufrieden, sondern greifen immer häufiger zu hochmotorisierten Fahrzeugen. Doch nicht nur das kurbelt den CO2-Ausstoß an, sondern auch die immer größere Menge an Fahrzeugen auf unseren Straßen und die gestiegene Anzahl der gefahrenen Kilometer pro Person. Im Klartext: Immer mehr Menschen fahren immer mehr Kilometer mit immer mehr hochmotorisierten Autos und belasten so das Klima.

Sind Biokraftstoffe besser?

Das die Verbrennung konventioneller Kraftstoffe schädlich für die Umwelt ist, wissen wir mittlerweile alle. Neben dem Ansatz der Elektromobilität gibt es auch noch die Möglichkeit, alternative Kraftstoffe einzusetzen. Diese sogenannten Biokraftstoffe können aus Raps, Weizen oder auch Palmöl gewonnen werden und entweder rein oder vermischt mit herkömmlichen Kraftstoffen getankt werden. Positiv ist: Sie verursachen deutlich weniger CO2, jedoch schädigen sie die Umwelt in anderer Art und Weise. Abholzung, Monokulturen und steigender Einsatz von Düngemitteln sind nur einige negative Folgen.

Der Einsatz von Erdgas senkt die CO2 Emissionen im Vergleich zu Diesel und Benzin um rund ein Viertel. Auch der Ausstoß anderer Schadstoffe kann um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Doch es bleibt immer noch ein hoher Anteil an CO2 übrig und auch die Folgen des Erdgas-Abbaus sind für die Umwelt erheblich.

CO2-Bilanz: Wie Sie den CO2-Ausstoß Ihres Autos berechnen können

Wenn Sie wissen möchten, wieviel CO2 Ihr Fahrzeug ausstößt, können Sie das mit einer einfachen Berechnung herausfinden:

Benzinfahrzeuge: Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer mit 23,2 multiplizieren. Beispiel: 7,5 Liter/100 km => 7,5 mal 23,2 = 174 g CO2/km

Dieselfahrzeuge: Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer mit 26,5 multiplizieren. Beispiel: 5,5 Liter/100 km => 5,5 mal 26,5 = 145,8 g CO2/km

Autogas (LPG): Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer mit 17,9 multiplizieren. Beispiel: 9,5 Liter/100 km => 9,5 mal 17,9 = 170,1 g CO2/km

Erdgas (CNG): Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer mit 16,3 multiplizieren. Beispiel: 5,3 Kilogramm/100 km => 5,3 mal 16,3 = 86,4 g CO2/km

CO2 Reduzierung – aber wie?

Der CO2-Ausstoß muss reduziert werden, doch wenn wieder mehr auf Dieselautos gesetzt wird, dann wird zwar im Gegensatz zum Benziner der CO2-Ausstoß reduziert, dafür steigen die Stickoxide deutlich an. Es geht wie immer erstmal darum, das Pferd nicht von hinten aufzuzäumen sondern an den Ursachen zu arbeiten und dauerhafte und vernünftige Lösungen zu finden.

Das bedeutet, dass regenerative Energien in einem viel höheren Maße gefördert werden müssen und gleichzeitig mehr darauf geachtet werden sollte, unter welchen Umständen und mit welchem Schaden für Natur und Umwelt Materialien für die Akkuherstellung geschürft werden. Jeder Einzelne kann aber schon durch eine spritsparende Fahrweise den eigenen CO2-Ausstoß verringern.

Unser Tipp: Nicht schnell fahren, sondern früh schalten. Am umweltfreundlichsten laufen moderne Motoren im niedrigtourigen Bereich (1.500 bis 2.500 U/min). In der Stadt sollte deshalb schon früh geschalten werden. Ab 30 km/h in den 3. Gang, ab 40 km/h in den 4. Gang und ab 50 km/h in den 5. Gang. So schonen Sie die Umwelt und Ihren Geldbeutel – wenigstens ein bisschen.