Autokauf: Mit welchen laufenden Kosten muss ich rechnen?

Für viele ist ein Leben ohne Auto undenkbar, denn gerade außerhalb der Städte ist man auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen. Neben diesem wohnabhängigen Aspekt ist ein Auto heutzutage aber auch ein Lifestyle-Faktor, ein Hobby. Je nach Modell sind die Anschaffungskosten für ein Auto meist überschaubar, doch damit ist es nicht getan. Ein Auto kostet jeden Tag Geld, ob es gefahren wird oder nicht.

Unsere Welt dreht sich gefühlt immer schneller, wir Menschen müssen flexibler werden und auch die Lebens- und Arbeitsräume liegen nicht mehr zwangsmäßig nah beieinander. Der Pendelverkehr nimmt immer weiter zu und auch die Anzahl an Fahrzeugen auf deutschen Straßen ist in den letzten Jahren gestiegen. Das Auto nimmt also einen immer größeren Stellenwert in unserem Leben ein – für den einen als pures Fortbewegungsmittel, für den anderen gleichzeitig als Ausdruck von Lebensqualität und Freizeitspaß.

In Zeiten von Finanzierung und Leasing ist ein Neuwagen schnell angeschafft, vielleicht hat man ja auch gespart und kann seinen Neu- oder Gebrauchtwagen sofort bezahlen – egal wie der Autokauf vonstatten geht, eines sollte nie vergessen werden: die laufenden Kosten. Denn es ist egal, ob der Wagen jeden Tag gefahren oder nur am Wochenende aus der Garage geholt wird, er kostet immer etwas.

Wir haben im Folgenden zusammengefasst, welche Autokosten nach dem Autokauf monatlich auf Sie zukommen.

Auto anmelden

Noch bevor es mit dem neuen Auto auf die Straße gehen kann, fallen bereits die ersten Kosten an. Denn ohne Anmeldung kein Autofahren. Zuständig für die Anmeldung ist die Zulassungsstelle Ihres Wohnortes. Zum Termin sind Personalausweis, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (bei Neuwagen reicht der Fahrzeugbrief), Kennzeichen und eVB-Nummer zum Nachweis einer KFZ-Versicherung vorzulegen.

Was die Anmeldung im Einzelfall kostet, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Grob sollten Sie aber mit 50 Euro rechnen. Je nachdem welche Bearbeitungsgebühren oder sonstige Kosten noch dazu kommen, erhöht sich der Betrag entsprechend. Anmeldekosten fallen nur einmal an, im Gegensatz zu den monatlich laufenden Kosten. Ist das Auto angemeldet, kann es also losgehen und meist führt der erste Weg zur Tankstelle.

Spritkosten

Wenn man von Kosten fürs Autofahren spricht, kommen einem sicher als erstes die Spritkosten in den Sinn. Die Ausgaben für Benzin oder Diesel sind Betriebskosten, die kontinuierlich anfallen und nur grob abzuschätzen sind. Das liegt daran, dass der Diesel- und Benzinpreis nicht jeden Tag gleich ist und auch nicht jeden Monat exakt die gleiche Kilometeranzahl gefahren wird. Einen ungefähren, monatlichen Kostenpunkt kann man aber dennoch berechnen.

Die letzten Jahre waren von einem Auf und Ab der Spritpreise gekennzeichnet, was die monatlichen Verbrauchskosten teilweise enorm in die Höhe getrieben hat. Im November 2018 lag der durchschnittliche Benzinpreis in Deutschland bei 1,50 Euro pro Liter, der Diesel schlug mit durchschnittlich 1,32 Euro pro Liter zu Buche. Momentan scheinen die Preise wieder etwas zu sinken. Wie Sie Ihre monatlichen Benzin- oder Dieselkosten berechnen können, sehen Sie anhand des folgenden Beispiels:

Sie fahren in einem Jahr 15.000 Kilometer und ihr ihr Auto verbraucht auf 100 Kilometer 7 Liter Benzin. Mit einer Tankfüllung schaffen Sie 500 Kilometer und im Durchschnitt kostet der Liter Benzin 1,40 Euro. Wie viel Geld lassen Sie also jährlich an der Tankstelle?

Kosten Rechnung
jährliche Kilometerleistung 15.000 Kilometer
Kosten je Tankfüllung 49 Euro
Tankfüllungen je Jahr 30 Tankfüllungen
jährliche Gesamtkosten 1.470 Euro

Sie sehen, dass die Kosten für Sprit nicht zu unterschätzen sind. Erhöht sich die jährliche Kilometerleistung oder fahren Sie beispielsweise einen SUV mit höherem Spritverbrauch, kann sich der jährliche Gesamtbetrag gut und gerne verdoppeln. Sparsame Autos sind damit auf jeden Fall empfehlenswert.

Autoversicherung und Steuern

Steuer und Versicherung für Ihr Auto sind Fixkosten, die in regelmäßigen Abständen, meist einmal im Jahr, anfallen. In Deutschland ist jeder Fahrzeughalter verpflichtet, mindestens eine KFZ-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Je nachdem, was Sie für ein Fahrzeug versichern möchten, variiert die Höhe der Versicherungskosten teilweise enorm. Auch die Region, in der Sie wohnen, hat einen Einfluss auf den Preis.

Weiter kommt es auch auf die Schadensfreiheitsklasse des Versicherten an. Damit werden Fahrer von ihrem Versicherer belohnt, wenn Sie über mehrere Jahre unfallfrei fahren, die Beiträge reduzieren sich dann in bestimmten Abständen. Das bedeutet aber gerade für Fahranfänger, dass sie beim Neuabschluss einer Versicherung mit anfangs erheblichen Kosten rechnen müssen. Informieren Sie sich deshalb, ob Sie nicht eine bestehende Versicherung übernehmen oder beispielsweise über Ihre Eltern den Wagen versichern lassen können.

Auch das Alter zusätzlicher Fahrer und die Unterbringung des Autos (Garage oder Straße) beeinflussen die Höhe der Versicherungsprämie.

Neben der Versicherung werden auch noch Steuern fällig. Die Kraftfahrzeugsteuer wird von der Bundesfinanzverwaltung erhoben. Wieviel Sie zu zahlen haben, hängt vom Hubraum und CO2-Ausstoß des Autos ab. Seit dem 1. August 2018 gilt ein steuerfreier CO2-Wert von 95 g/km, jedes darüberliegende Gramm schlägt mit 2 Euro zu Buche.

Dieselfahrzeuge gelten allgemein als günstiger im Unterhalt, weil der Spritpreis um einiges geringer ist. Andererseits sind die Steuern für Diesel deutlich höher als für Benziner.

Inspektion und Reparatur

Fährt man einen Neuwagen, ist es vom Hersteller vorgeschrieben, während der Garantiezeit eine regelmäßige Inspektion vornehmen zu lassen. Je nach Hersteller, Modell und Werkstatt kann das richtig teuer werden. Halten Sie sich nicht an die vorgeschriebenen technischen Wartungen, kann es sein, dass bei einem Schaden die Garantie nicht mehr greift.

Auch wenn nicht jährlich eine Inspektion fällig ist, können Sie dennoch etwas zur Seite legen. 150 bis 250 Euro im Jahr sind realistisch – solange nichts kaputt geht. Eine Reparatur nach einem Unfall, Marderbisse oder Defekte an der Elektronik können gut und gerne mehrere hundert oder sogar tausend Euro kosten. Rechnet man die benötigte Arbeitszeit mit ein, liegt man dann im schlechtesten Fall bei 1.500 Euro oder mehr, wenn es ein Defekt ist, der sich nicht so schnell beheben lässt.

Steht bei Ihrem Gebrauchtwagen eine größere Reparatur an, sollten Sie sich überlegen, ob die Reparaturkosten im Verhältnis zum Fahrzeugwert stehen. Machmal ist der Gebrauchte nicht mal mehr so viel wert wie die Werkstattkosten. Bestehen Sie auf jeden Fall vor jeder Reparatur und auch vor jeder Inspektion auf einen Kostenvoranschlag. Damit können Sie im Voraus schon abschätzen, was auf Sie zukommt.

Wertverlust Auto

Der Kaufvertrag ist erst wenige Minuten unterschrieben und schon beginnt für den Neuwagen der Wertverlust. Dabei ist es erstmal egal, ob der Wagen nur in der Garage steht oder ständig gefahren wird. Im ersten Jahr nach dem Kauf verliert das Auto am meisten. Bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern muss man mit etwas über 20 Prozent Verlust rechnen. Das betrifft alle Fahrzeugklassen gleichermaßen. Doch auch in den Jahren darauf verliert das Auto an Wert, fünf bis sechs Prozent pro Jahr sind da keine Seltenheit. Das ist unter anderem ein Grund, warum viele Neuwagenkäufer sich für einen Jahreswagen entscheiden.

Zum Wertverlust trägt natürlich auch der Kilometerstand bei. Je mehr Laufleistung, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Abnutzung der Bauteile hoch ist. Das würde wiederum den Wert mindern. Das Auto sollte allgemein in einem gepflegten Zustand sein. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihren Neuwagen richtig pflegen, lesen Sie sich unsere Tipps durch.

Möchten Sie Ihr Auto verkaufen, dann tun Sie das am besten, bevor die Grenzen von 10.000, 50.000 oder 100.000 Kilometern Laufleistung überschritten sind. Käufer sind beim Überschreiten dieser Marken deutlich weniger bereit, einen höheren Kaufpreis zu zahlen.

Auch Unfallwagen, Fahrzeuge ohne Scheckheft und Lack- oder Hagelschäden mindern den Wert und machen Schwierigkeiten beim Verkauf.