Lenker und Gelenkte: Die Anführer der Welt als Autos

Hitzige Debatten über politische Themen sind auch in unseren heiligen Hallen nicht unüblich. Da treffen am Arbeitsplatz verschiedenste Meinungen und unterschiedlichste Weltansichten aufeinander und das auch schon mal nach dem Motto: “Du hast zwar Recht, aber meine Meinung gefällt mir trotzdem besser”.

Langeweile kommt bei diesen Politrunden also nur selten auf. Bei unserer letzten, die möglicherweise in eine bayerische Braustube outgesourct wurde und bei der möglicherweise ein paar Gerstenkaltgetränke über die Theke gingen, kam die Frage auf: “Wenn die einflussreichsten Anführer der Welt ein Auto wären, welches wären sie dann”?

Unsere Top 8 Paarungen von Politikern, seien es Präsidentschaftskandidaten, aktuelle Staatsoberhäupter oder ehemalige Machthaber und deren automobiler Pendants haben wir zusammengetragen.

Ford F 150 Donald Trump
Wer braucht schon den Rest der Welt? ‘MERICA!

Donald Trump – Ford F-150

Ein amerikanisches Auto von einem amerikanischen Hersteller gebaut für die großen Weiten der amerikanischen Straßen. Der F-150 Pick-up Truck ist eine echte Erfolgsgeschichte für Ford und stellt Amerikas liebstes Fahrzeug dar. Nur außerhalb der Vereinigten Staaten hält sich die Begeisterung für den F-150 in Grenzen – Genauso wie für den Grenz-Experten himself Donald Trump.

Der Rest der Welt blickt mit einer Mischung aus Entsetzen und Amüsement auf die Entwicklungen im US-Wahlkampf. Wird die populistische, raue und aufgeblasene Einstellung von Donald Trump am Ende zu seinem Verhängnis oder befördert sie ihn direkt ins Weiße Haus?

Zu rau und aufgeblasen scheint auch der F-150 zu sein. Zumindest für den restlichen Erdball. Aber wen interessiert schon, was außerhalb Amerikas vor sich geht? So ergeben der Ford F-150 und Trump ein gelungenes Paar und eine große (Lade-)Klappe haben sie beide obendrein.

Machen wir doch direkt weiter mit einem von Trumps-Busenfreunden: Wladimir Putin.

Lada Niva Wladimir Putin
Die Welt ist nicht genug!

Wladimir Putin – Lada Niva

Eigentlich heißt der robuste Gelände-Lada mittlerweile 4×4 und nicht mehr Niva, denn General Motors hat die Namensrechte, aber da wir ihn so ziemlich alle als Lada Niva kennen, belassen wir es doch einfach dabei.

Die Paarung aus Putin und Niva fiel besonders leicht, denn beide durchqueren unwirtliches Gelände scheinbar mühelos. Der Niva mit Allradantrieb und robustem Aufbau und Putin vorzugsweise oberkörperfrei auf einem Pferd.

Auch das Erobern neuer Territorien geht beiden leicht von der Hand. Sie machen das mit einer Selbstverständlichkeit und Nonchalance, die suggeriert, dass sie es für immer weitermachen könnten.

Ganz ehrlich, das können sie vielleicht auch, denn die Zuverlässigkeit ist sowohl die Trumpfkarte des in Toljatti produzierten Niva als auch des in Leningrad entsprungenen Putin. Sie scheinen unkaputtbar, bleiben sich immer treu und werden sich auch voraussichtlich nie ändern.

Kommen wir nun zu einem Staatsoberhaupt, dessen politischer Leitfaden auf dem genauen Gegenteil beruht: Change.

Ford Mustang Barack Obama
Änderungen im Leben sind unabdingbar

Barack Obama – Ford Mustang

Veränderungen durchleben Obama und der Mustang in ihrer Schaffenszeit zur Genüge. In seinen zwei Amtsperioden führte der amerikanische Präsident Reformen des Finanzmarkts, im Justizsektor und im Gesundheitswesen – Stichwort Obamacare – durch. Aktuell führt er einen harten Kampf bei der Einwanderungspolitik und musste da schon einige Rückschläge hinnehmen. All das prägt die turbulente Amtszeit des ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA.

Auch bei Fords Muscle-Car-Ikone hat sich einiges getan. Neuerdings verliehen die Ingenieure dem Mustang einen 2,3-Liter-Vierzylinder-EcoBoost-Motor oder wie Mustang-Traditionalisten den Verbrenner nennen würden: Einen halben Mustang-Motor. Zudem wurde die Hinterachse aus dem Zeitalter der Kutsche ins 21. Jahrhundert überführt. So sind die Hinterräder nicht mehr starr aneinandergebunden, sondern können sich unabhängig voneinander austoben, Einzelradaufhängung sei Dank.

Ok, vielleicht machte bei dieser Politiker-Auto-Paarung die eine Seite etwas mehr durch als die andere, ein Vierzylindermotor in einem Mustang ist schließlich nicht so leicht zu verkraften, aber beide brachen durch ihre Veränderungen mit Traditionen – und zwar richtig. Das Ganze absolvieren Obama und der Mustang mit einer Coolness wie keine Zweiten. So haben sie es sich verdient, langsam dem Sonnenuntergang entgegenzufahren und den Rest ihrer Schaffenszeit zu genießen.

Mustang und Obama out! *mic drop*

Ural 4320 MLRS Kim Jong-Un
Du hast aber schöne Waffe(l)n

Kim Jong-un – Ural 4320 MLRS

Wenn Kim Jong-un für eines bekannt ist, dann ist es seine Liebe zum Basketball – ich meine – Waffenknall. Er lässt seine militärischen Muskeln gerne mal spielen und schießt mit Wasserstoffbomben, als ob sie T-Shirt-Kanonen wären.

Ein paar hübsche Kanönchen hat auch der Ural 4320 MLRS mit seinem aufgebauten BM-21 Mehrfachraketenwerfer-System parat. Genau wie Kims-Führungsstil ist auch die Technik des LKWs nicht gerade die raffinierteste, aber mit seinen Waffen prahlen und eine einschüchternde Wirkung erzielen kann auch der Ural Truck mit den 40 Werferrohren.

So ein Raketenwerfer-LKW sieht aus wie ein typisches Spielzeug, mit dem kleine Jungs gerne Krieg spielen und Kim Jong-un, nun ja, spielt auch gerne Krieg – aber mit echten Waffen.

So viel Spielen macht natürlich hungrig. Der Ural Truck verfeuert je nach Fahrweise 30 bis 40 l/100 km und dass Kim Jong-un für sein Leben gerne schlemmt, ist ausnahmsweise kein nordkoreanisches Geheimnis.

Auch unser nächster Politiker ist fürs Vernaschen bekannt.

Fiat 500L Silvio Berlusconi
Zu aufgeblasen

Silvio Berlusconi – FIAT 500L

Cinquecento. Das steht bei FIAT für Leichtigkeit, Fröhlichkeit, Charme und Schönheit. Nicht gerade Attribute, die dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nachgesagt werden, aber hierbei geht es auch nicht um den originellen Kult-Flitzer FIAT 500, sondern um seinen Van-artigen Bruder 500L.

Der Lastesel in der 500-Familie versucht krampfhaft maskulin zu wirken, was wie bei Berlusconi jedoch eher aufgeblasen rüberkommt. Immerhin lässt sich der hinzugewonnene Innenraum für Il Cavaliere gut nutzen.

So kann er ohne Probleme Spieler seines Fußballclubs AC Mailand zum Training fahren, die vielen Anklageschriften gegen ihn transportieren oder schöne Frauen zu seiner “Bunga Bunga”-Villa nach Sardinien mitnehmen.

Falls es eine Art “schwarze Liste” für Personen geben sollte, denen der Eintritt in die “Bunga Bunga”-Villa verweigert wird, dann stünde unsere nächste Politikerin höchstwahrscheinlich drauf.

Volkswagen Golf Angela Merkel
Omnipräsent und doch im Hintergrund

Angela Merkel – Volkswagen Golf

Zu Beginn spielten wir mit dem Gedanken die Kanzlerin als Renault darzustellen. Die Ähnlichkeit des Renault-Diamanten, das Logo der Marke Renault und der typischen Rautehaltung von Frau Merkels Händen ist verblüffend.

Die Recherche für diesen Artikel ergab jedoch, dass im Gegensatz zu beispielsweise unserer deutschen carwow-Seite die Merkel-Raute einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Da wir hier bei carwow sehr stolz sind, wurden daraufhin jegliche Rauten-Vergleiche gestrichen. Außerdem ist Renault für den Vergleich sowieso viel zu … französisch.

Die Parallelen zwischen der offensichtlich nicht französischen Kanzlerin und dem ebenso offensichtlich nicht französischen Volkswagen Golf sind zudem sehr erstaunlich. Sie sind beide vernünftig, effizient, erfolgreich und legen die Standards in Europa fest. Des Weiteren zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie keine ausgeprägten Schwächen haben.

Jedoch aufregend sind andere. Ihr biederer Look hat sich seit Ewigkeiten kaum geändert, aber ihrer Beliebtheit in Deutschland tut das keinen Abbruch. Lediglich mehr Freude und Emotionen könnte das Äußere ruhig ausstrahlen – bei beiden.

Tesla Model 3 Hillary Clinton
Gut Ding will Weile haben

Hillary Clinton – Tesla Model 3

So schludrig wie Volkswagen mit den NOx-Grenzwerten umgegangen ist, so lax nahm es auch Frau Clinton mit den Vorschriften für den E-Mail-Verkehr beim amerikanischen Außenministerium.

Nichtsdestotrotz steuert Hillary Clinton geradewegs in Richtung Oval Office. Sie kann eigentlich schon anfangen das Büro für die neue Einrichtung auszumessen. Das wollen scheinbar auch viele ihrer Landsmänner, wenn man sich die Umfragen ansieht.

Was die Amerikaner mindestens genauso sehr wollen, ist einen Tesla Model 3 besitzen. Am ersten Tag, an dem das Fahrzeug vorbestellt werden konnte, gingen 180.000 Reservierungen ein und die Zahl beläuft sich mittlerweile auf knappe 400.000 Stück.

Dabei ist es bei Tesla und Clinton ein langer und steiniger Weg zum Erfolg und zur Anerkennung. Wäre dieser Artikel vor etwa zehn Jahren erschienen, dann hätte man vermutlich gedacht, es handle sich bei Tesla um einen serbischen Erfinder in der Elektrotechnik mit dem Vornamen Nikola und bei Clinton um den ehemaligen amerikanischen Präsidenten William alias Bill.

Um aus dem Schatten herauszutreten, muss Tesla Motors seine Konkurrenzfähigkeit mit Automobilherstellern beweisen, die bis zu 100 Jahre mehr Erfahrung haben. Hillary Clinton muss zeigen, dass sie das Zeug zur Präsidentin hat. Voraussichtlich werden es am Ende wohl beide schaffen, ihre Ziele zu erreichen.

Die Zielerreichung gestaltet sich bei der nächsten Politikerin schon ein wenig schwieriger. Last, but not least: Theresa May.

Mini Theresa May
Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid

Theresa May – MINI

Wie bei einem Zungenbrecher muss die amtierende britische Premierministerin Theresa May immer wieder betonen: “Brexit bleibt Brexit” und “Keine EU-Mitgliedschaft durch die Hintertür”. Sie hat es auch wahrlich nicht leicht bei der Spur der Verwüstung, die ihr Vorgänger David Cameron hinterlassen hat.

Sich mit den Rückbleibseln seines Vorgängers auseinanderzusetzen, das musste auch der MINI. Zuerst bei seiner Neuinterpretation durch BMW und jetzt als feste Größe unter den Lifestyle-Flitzern.

Der MINI ist bekannt für sein Go-Kart-ähnliches Fahrverhalten. Er beißt sich in Kurven fest und lässt sie nicht mehr los. Auch Theresa May wird diese Verbissenheit an den Tag legen müssen, um die Scherben ihres Vorgängers aufzusammeln.

Immerhin wird ihr der erfahrene Mäusejäger Larry der Kater zur Seite stehen und die Amtswohnung in der Downing Street 10 sauber halten. Der Kater trägt den Titel Chief Mouser to the Cabinet Office und hat recht wenig mit einem MINI zu tun, aber allein die Tatsache, dass es so etwas gibt, fanden wir schon erwähnenswert genug.

Fazit

Autos haben Charakter. Die unterschiedlichen Marken mit ihren individuellen Interpretationen der Mobilität haben es uns ermöglicht, eine große Bandbreite an Persönlichkeiten abzubilden. Von den alle Zeiten überdauernden Putin und Niva, über die lässigen Obama und Mustang, bis hin zu den dick auftragenden Jong-un und Ural 4320 MLRS.

Dabei sind Autos nicht geschlechtsspezifisch, wie das weibliche Trio Infernale Merkel, May und Clinton zeigt. Ein paar, die es zu weit treiben wie Trump und der F-150 oder Berlusconi und der 500L, gibt es immer. Jedoch lassen wir uns von denen nicht den Spaß verderben. Autos sind wundervoll, zumindest hierbei waren wir uns bei carwow schnell einig.